Landwirtschaftsminister Rainer wirbt für Vertrauen, Bürokratieabbau und neue Perspektiven für die Landwirtschaft

Freiburg. Mit einem klaren Bekenntnis zur bäuerlichen Landwirtschaft und zum ländlichen Mittelstand hat Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer vor der Mitgliederversammlung des Deutschen Bauernverbandes beim Deutschen Bauerntag in Freiburg die agrarpolitischen Schwerpunkte der Bundesregierung vorgestellt. Dabei betonte er die Bedeutung einer vielfältigen Landwirtschaft und würdigte die Leistungen der Landwirtinnen und Landwirte.

„Wer sich für die Landwirtschaft entscheidet, entscheidet sich für Verantwortung und Heimat“, sagte Rainer. Gerade angesichts der derzeit schwierigen Marktsituation bei vielen landwirtschaftlichen Produkten sei es Aufgabe der Politik, die Rahmenbedingungen dort zu verbessern, wo dies möglich sei. Die entscheidenden Debatten über die Zukunft der Landwirtschaft würden jedoch nicht in Parlamenten geführt, sondern auf den Höfen und in den Familien. „Dort fallen die Entscheidungen über die Zukunft der Betriebe“, betonte der Minister.

Ein besonderes Anliegen sind Rainer die Frauen in der Landwirtschaft. Aus persönlicher Überzeugung heraus würdigte er deren Rolle für die Entwicklung landwirtschaftlicher Betriebe. Sein eigener Familienbetrieb sei über Jahre hinweg von seiner Mutter und seinen Schwestern geprägt worden. Deshalb begrüße er ausdrücklich das „Jahr der Frauen in der Landwirtschaft“ und sprach sich dafür aus, diese Wertschätzung auch darüber hinaus fortzuführen.

Mit Blick auf seine bisherige Amtszeit zog der Minister eine positive Bilanz. Vor gut einem Jahr habe er sein Amt übernommen, seitdem sei vieles erreicht worden. Zwar gingen politische Prozesse häufig nicht so schnell wie gewünscht voran, dennoch sei ein grundlegender Perspektivwechsel eingeleitet worden. Vertrauen entstehe nicht durch hektische Reaktionen auf Krisen, sondern durch verlässliche Politik. Zu den bereits umgesetzten Maßnahmen zählte Rainer die Abschaffung der Stoffstrombilanz sowie die Wiedereinführung der Agrardieselsteuerrückvergütung. Zudem sei der Wolf inzwischen im Jagdrecht verankert worden, um die Weidetierhalter zu stärken. Auch Sonderkulturbetriebe würden durch die Einführung der 90-Tage-Regelung unterstützt.

Fortschritte sieht der Minister ebenfalls bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln. Die Zahl der Genehmigungen sei deutlich angestiegen, die Verfahren würden rechtzeitig abgeschlossen und unnötige Meldepflichten abgeschafft. Insgesamt kündigte Rainer an, den Bürokratieabbau konsequent fortzusetzen. Er sprach von einer „Trendwende“, wie es sie seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben habe. Weitere zusätzliche Belastungen werde es nicht geben. Kritisch äußerte sich der Minister über die europäische Naturwiederherstellungsverordnung. Diese sei zwar beschlossen, er halte sie jedoch für einen Fehler. Nun gehe es darum, praktikable Lösungen für die Landwirtschaft zu finden. Auch bei der Schadnagerbekämpfungsverordnung arbeite sein Haus an einer praxisgerechten Lösung, nachdem die geplanten Regelungen – auch auf seine Initiative hin – zunächst verschoben worden seien.

Einen breiten Raum der Rede Rainers nahm das Thema Export ein. Rainer kündigte eine neue Exportstrategie unter dem Motto „Made in Germany“ an. Deutsche Agrarprodukte stünden weltweit für Qualität und Sicherheit. Jeder vierte Euro in der Landwirtschaft werde über Exporte erwirtschaftet. Deshalb sei es wichtig, bestehende Märkte auszubauen und neue Absatzmöglichkeiten zu erschließen. Er selbst reise regelmäßig in wichtige Exportländer, um Marktöffnungen voranzutreiben. Insbesondere China biete als Milliardenmarkt erhebliche Potenziale. In seinem Ministerium sei dafür eigens eine Exportkoordinatorin eingesetzt worden. Ziel sei es, die Exporte auf viele Märkte auszudehnen, um Krisen besser abfedern und zusätzliche Wertschöpfung schaffen zu können. Bei seinen Reisen nach China und Japan habe sich gezeigt, wie stark Deutschland als „Team Germany“ international wahrgenommen werde. Das deutsche Image stehe weltweit für Qualität.

Mit Sorge blickte Rainer auf die aktuelle wirtschaftliche Lage vieler Betriebe. Die Erzeugerpreise stünden vielfach unter Druck, während Energie- und Kraftstoffkosten weiterhin hoch blieben. Deshalb habe die Bundesregierung ein Liquiditätsförderprogramm über 200 Millionen Euro bei der Rentenbank aufgelegt sowie weitere 72 Millionen Euro zur Förderung von landwirtschftlichen Geräten, die mit erneuerbaren Energien angetrieben werden. Auf europäischer Ebene sei zudem ein Pakt gegen hohe Düngemittelpreise beschlossen worden, der unter anderem Zollsenkungen und weitere Entlastungen vorsehe.

Für die Energiewende sieht Rainer die Biogasbranche als unverzichtbaren Bestandteil. Biogas sei eine tragende Säule des Energiesystems. Er werde sich für jede einzelne Anlage einsetzen, da dadurch der Bedarf an großen Kraftwerken reduziert werde.

Ein weiteres Schwerpunktthema bleibt die Düngeverordnung. Besonders die Ausweisung der sogenannten Roten Gebiete beschäftige viele Landwirte. Künftig sollen die Auflagen stärker verursacherorientiert erfolgen, zudem würden die Messstellen überprüft und angepasst. Die Neuregelungen würden gemeinsam mit den Ländern und der landwirtschaftlichen Praxis erarbeitet. Gleichzeitig seien Abstimmungen mit dem Bundesumweltministerium und der Europäischen Union notwendig. Positiv sei jedoch, dass sich die Grundwasserqualität bereits verbessert habe. Ziel sei es nun, tragfähige Lösungen zu entwickeln.

Mit Blick auf die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) nach 2027 kündigte Rainer an, um jeden Euro für die ländlichen Räume kämpfen zu wollen. Gleichzeitig müsse die Bürokratie deutlich reduziert und das Vertrauen in die Betriebe gestärkt werden. Er sprach sich für eine stärkere Förderung der ersten Hektare aus und stellte klar, dass es mit ihm keine Kappung der Direktzahlungen bei 100.000 Euro geben werde.

Als „Mammutaufgabe“ bezeichnete der Minister die Zukunft der Nutztierhaltung. Die deutschen Tierhalter hätten in den vergangenen Jahrzehnten enorme Investitionen in Tierwohl und Stalltechnik getätigt. „Darauf können Sie stolz sein“, sagte Rainer. Nirgendwo auf der Welt werde ein vergleichbar hohes Niveau beim Tierschutz in der Nutztierhaltung erreicht. Er setze sich für zusätzliche finanzielle Unterstützung der Sauenhalter ein, die ihnen über entsprechende Programme zur Verfügung gestellt würden. Auch bei Fragen des Immissionsschutzrechts liefen bereits Gespräche mit dem Bundesumweltministerium.

Abschließend stellte Rainer klar, dass der Bürokratieabbau ein weiterer Schwerpunkt seiner politischen Arbeit sei. Alle Vorschriften würden auf den Prüfstand gestellt. Was nicht notwendig sei, werde abgeschafft. Gleichzeitig wolle man die hohen Standards in Deutschland erhalten.

Zum Ende seiner Rede zog der Minister eine positive Zwischenbilanz nach einem Jahr Amtszeit. Es sei gelungen, verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen, neue Exportchancen zu eröffnen und zahlreiche Verbesserungen für die Betriebe umzusetzen. „Wir arbeiten Tag für Tag für unsere Höfe“, sagte Rainer. Die Landwirte seien die besten Botschafter ihrer Heimat. Landwirtschaft bedeute nicht nur Produktion, sondern auch Heimat, Natur und Verantwortung. Die Bauern ernährten Deutschland und viele Menschen darüber hinaus. Deshalb seien sie die besten Botschafter für unsere Heimat.

Agrarpolitik braucht starke Finanzierung und mehr Praxisnähe

Freiburg. Mit Spannung verfolgte die Delegation des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau unter der Leitung des Präsidenten Marco Weber die voraussichtlich letzte Grundsatzrede des Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes (DBV), Joachim Rukwied, auf der Mitgliederversammlung während des Deutschen Bauerntages in Freiburg. Darin forderte er einen grundlegenden politischen Kurswechsel in Deutschland und Europa. Der DBV-Präsident zeichnete das Bild einer Landwirtschaft, die zwischen wirtschaftlichem Druck, geopolitischen Krisen und zunehmender Regulierung um ihre Zukunftsfähigkeit kämpft.

Im Mittelpunkt seiner Ausführungen standen die angespannte Marktsituation vieler landwirtschaftlicher Betriebe sowie die veränderten geopolitischen Rahmenbedingungen. Während die Erzeugerpreise für die meisten landwirtschaftlichen Produkte wie Fleisch, Wein, Getreide oder Milch unter Druck stünden, verharrten die Produktionskosten – insbesondere für Energie und Düngemittel – auf hohem Niveau. „Da stimmt etwas nicht“, kritisierte Rukwied mit Blick auf die sinkende Preisentwicklung entlang der Wertschöpfungskette und die gleichzeitig hohe Inflation auf Verbraucherseite.

Die Sicherung der Lebensmittelversorgung sei weit mehr als eine agrarpolitische Frage. Versorgungssicherheit sei eine Voraussetzung für gesellschaftliche Stabilität, Demokratie und letztlich auch für die Verteidigungsfähigkeit eines Landes. Deshalb benötige die Landwirtschaft dringend bessere wirtschaftliche Perspektiven.

Geopolitische Umbrüche verändern die Rahmenbedingungen

Als zweiten zentralen Themenkomplex bezeichnete Rukwied die geopolitischen Veränderungen der vergangenen Jahre. Nach Jahrzehnten von Frieden, wirtschaftlicher Entwicklung und wachsendem Wohlstand hätten Krisen, wie die Migrationsbewegungen ab 2015, die Corona-Pandemie, der russische Angriff auf die Ukraine sowie Konflikte im Nahen Osten die Verwundbarkeit globaler Liefer- und Versorgungssysteme offengelegt.

Zugleich äußerte sich der DBV-Präsident besorgt über die zunehmende Schwächung der transatlantischen Beziehungen und die veränderte Rolle Europas in der Weltpolitik. Die Europäische Union habe vor allem durch eine aus seiner Sicht fehlgeleitete Green-Deal-Politik an Einfluss verloren. Europa sitze heute „mehr am Katzentisch als am Verhandlungstisch“, so seine Einschätzung.

Vor diesem Hintergrund appellierte Rukwied an die Politik, die Sorgen der Menschen stärker ernst zu nehmen. Landwirtschaftliche Fragen seien eng mit gesellschaftlichen Themen, wie sozialer Sicherheit, innerer Sicherheit und wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit verbunden.

Mit Nachdruck sprach sich Rukwied gegen Einschnitte bei der Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) aus. Er warnte vor Überlegungen, das Agrarbudget zu reduzieren und forderte stattdessen, die Sicherung und Stärkung dess europäischen Agrarhaushalts. Das bewährte System aus erster und zweiter Säule müsse dabei unbedingt erhalten bleiben.

„Ein Europa ohne Landwirtschaft hat keine Zukunft“, betonte Rukwied. Die Landwirtschaft sichere nicht nur die Lebensmittelversorgung, sondern präge auch den ländlichen Raum, der rund 70 Prozent der europäischen Fläche ausmache. Die vom DBV angestoßene Diskussion über ein Agrarbudget in Höhe von 500 Milliarden Euro werde inzwischen intensiv geführt. Auch die gezielte Förderung der ersten Hektare unterstütze der Bauernverband weiterhin. Eine Kappung oder Degression der Direktzahlungen lehne man dagegen ab.

Entlastungen bei Energie, Treibstoff und Mindestlohn gefordert

Angesichts steigender Kosten forderte Rukwied weitere Entlastungen für die Betriebe. Allein die höheren Treibstoffpreise würden beispielsweise bei Mähdreschern Mehrkosten von mehreren hundert Euro pro Einsatztag verursachen. Deshalb begrüße der DBV die von EU-Agrarkommissar Christophe Hansen angekündigten Hilfen in Höhe von 540 Millionen Euro, aufgrund der stark gestiegenen Düngemittelkosten, und forderte für Deutschland eine nationale Aufstockung um weitere 180 Millionen Euro. Zudem sprach sich Rukwied angesichts der anstehenden Ernte für eine Verlängerung bestehender Kraftstoffentlastungen, dem sog. Tankrabatt, bis Ende November aus. Auch beim Mindestlohn sieht der Bauernverband Handlungsbedarf. Besonders Sonderkulturbetriebe seien durch die steigenden Lohnkosten stark belastet. Deshalb fordert der DBV eine gesonderte Regelung für die Landwirtschaft.

Scharfe Kritik übte Rukwied außerdem an Überlegungen, die Möglichkeiten für Minijobs einzuschränken. Gerade in arbeitsintensiven Bereichen wie Ernte und Weinlese seien diese Beschäftigungsformen unverzichtbar. Im Gegenteil sei deren Streichung unsozial und würde würde zu weniger Beschäftigungsverhältnisse führen.

Tierhaltung stärken und Energiewende mit der Landwirtschaft gestalten

Große Sorge bereitet dem Bauernverband der Rückgang der Tierhaltung in Deutschland. Insbesondere die Zahl der Sauenhalter gehe weiter zurück. Rukwied forderte deshalb ein Sofortprogramm für die Sauenhaltung mit einem Volumen von mindestens 200 Millionen Euro. Gleichzeitig verwies er auf die Rolle der Landwirtschaft als Teil der Energiewende. Biogas, Biomethan und Bioethanol könnten einen wichtigen Beitrag zur Energieversorgung leisten. Der Mittelstand und die landwirtschaftlichen Betriebe müssten dabei stärker berücksichtigt werden. Er zeigte kein Verständnis dafür, dass die Bundeswirtschaftsministerin auf Großkonzerne setze, während der Mittelstand, und damit auch die Landwirtschaft, das Rückgrat der Wirtschaft sei.

Weniger Bürokratie, mehr Vertrauen in die Praxis

Ein weiterer Schwerpunkt der Rede war die Forderung nach einem umfassenden Bürokratieabbau. Zwar begrüßte Rukwied den Wegfall der Stoffstrombilanz, gleichzeitig kritisierte er neue Dokumentations- und Nachweispflichten. Deutschland und Europa müssten sich von einer Politik der Verbote und immer neuer Auflagen verabschieden.

Kritisch äußerte er sich unter anderem zum europäischen Soil Monitoring Law sowie zu weiteren Naturschutzvorhaben. Die Landwirtschaft stehe zu Nachhaltigkeit, Tierwohl und Umweltschutz. Die Erfolge bei der Reduzierung von Düngung und Pflanzenschutzmitteleinsatz sowie sinkende Nitratwerte im Grundwasser zeigten, dass deutliche Fortschritte durch Kooperation und Innovation erreicht würden – nicht durch zusätzliche Verbote.

„Wir brauchen einen Politikwechsel von oben nach unten, hin zu einer Bottom-up-Politik“, forderte Rukwied. Die Praxis müsse stärker in politische Entscheidungen eingebunden werden. Zurzeit sinke die Leistungsfähigkeit der Wirtschaft. Um eine Wende zu erzielen müsse Deutschland daher auch über die Anzahl ihrer Beamten nachdenken. Scheidende Beamte dürften mehrheitlich nicht mehr ersetzt werden. Der Staat müsse endlich schlanker und kostengünstiger und somit effektiver werden.

Demokratie stärken und Vertrauen zurückgewinnen

Zum Abschluss seiner Rede schlug der DBV-Präsident einen gesellschaftspolitischen Bogen. Die Welt werde fragiler, die Menschen seinen zunehmend verunsichert. Dies würden politische Strömungen an den rechten und linken Rändern ausnutzen. „Lasst uns gemeinsam kämpfen, dass Europa zur alten Stärke zurückkehrt und Deutschland eine gute Zukunft hat. Es geht um dier Zukunft unseres Gesellschaftssystems.“ Deshalb müsse das Vertrauen in die demokratischen Institutionen gestärkt werden. Auch die Landwirtschaft trage Verantwortung dafür, den Dialog mit der Gesellschaft zu suchen und Brücken zu bauen.

Mit Blick auf seine eigene Zukunft erinnerte Rukwied daran, bereits 2022 angekündigt zu haben, nicht erneut für das Amt des DBV-Präsidenten zu kandidieren. Ein Ziel seiner Amtszeit sei gewesen, den Verband weiblicher und jünger aufzustellen. Während die stärkere Beteiligung von Frauen gelungen sei, wolle er nun den Weg für eine Verjüngung an der Verbandsspitze freimachen.

Seine letzte Grundsatzrede als Präsident nutzte Rukwied deshalb auch als Appell an die nächste Generation: „Die Landwirtschaft braucht Zuversicht, Geschlossenheit und die Bereitschaft, sich aktiv für die Zukunft von Bauernfamilien, ländlichen Räumen und Demokratie einzusetzen.“

Anschließend diskutierten die Delegierten über die Grundsatzrede und weitere landwirtschaftlichen Themen, über den Mindestlohn, Zukunft der Biogas-Betriebe, Abschaffung der Minijobs, Junglandwirteförderung, Pflanzenschutzauflagen und Notfallzulassungen sowie das Verhalten der Saatgut-Treuhandverwaltung und weitere Themen.

BWV-Verbandsrat berät agrarpolitische Lage, Verbandsentwicklung und Zukunftsthemen

Koblenz. Der Verbandsrat des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) hat sich in seiner Sitzung am 10. Juni 2026 in der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz mit zentralen agrarpolitischen, wirtschaftlichen und verbandlichen Themen befasst. BWV-Präsident Marco Weber begrüßte die Mitglieder des Verbandsrates und gratulierte den neu gewählten Kreisvorsitzenden Dominik Ehrenstein aus dem Kreisverband Neuwied sowie Thomas Heidberg aus dem Kreisverband Cochem-Zell. Beide stellten sich dem Gremium vor und machten deutlich, dass sie ihre Erfahrungen aus vielfältig aufgestellten landwirtschaftlichen Betrieben in die Verbandsarbeit einbringen wollen.

In seinem Bericht ging Weber zunächst auf die politische Lage nach der Landtagswahl ein. Der BWV habe die Parteien bereits im Wahlkampf begleitet und werde den Austausch mit der neuen Landesregierung konsequent fortsetzen. Weber zeigte sich erfreut darüber, dass Christine Schneider das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen habe. Zugleich betonte er, dass mit der Zusammenlegung von Umwelt- und Landwirtschaftsministerium neue Herausforderungen, aber auch Chancen für eine sachorientierte Zusammenarbeit verbunden seien. Der Verband habe der Ministerin bereits ein Gesprächsangebot unterbreitet. Auch mit weiteren politischen Entscheidungsträgern auf Landesebene werde der BWV das Gespräch suchen.

Sorgen bereiten dem Verband weiterhin die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Landwirtschaft. Weber verwies auf schwierige Marktverhältnisse in nahezu allen landwirtschaftlichen Bereichen. Die Kulturen stünden aktuell zwar gut auf den Feldern, dennoch sei die wirtschaftliche Perspektive vieler Betriebe angespannt. Angesichts begrenzter finanzieller Spielräume der öffentlichen Haushalte forderte Weber von den Regierungskoalitionen auf Landes- und Bundesebene mutige Strukturreformen statt immer neuer Belastungen für die Betriebe.

Aus den Fachausschüssen wurde über eine breite Palette aktueller Themen berichtet. Im Bereich tierische Produktion informierten der Vorsitzende Stefan Fiedler und Geschäftsführerin Alexandra Nolden über gesunkene Milchpreise, rückläufige Schweinepreise, zufriedenstellende Fleischpreise im Bullenbereich sowie die zunehmende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel im Mittelpunkt. Zudem beschäftigten Tierseuchen wie Afrikanische Schweinepest, Blauzungenkrankheit und Maul- und Klauenseuche die Diskussion. Besonders eindringlich wurde zur Impfung gegen die Blauzungenkrankheit aufgerufen. Auch bei Urlaubsreisen sei besondere Vorsicht geboten, um Tierseuchen nicht einzuschleppen.

Laut dem Vorsitzenden Harald Schneider befasste sich der Ausschuss für Pflanzliche Erzeugung, Erneuerbare Energien und Nachwachsende Rohstoffe mit der Novellierung des Bundesdüngegesetzes, roten Gebieten, niedrigen Erzeugerpreisen, Messstellenstrukturen und der Zukunft von Biogasanlagen. Viele Anlagen liefen in den kommenden Jahren aus der Förderung, ohne dass bislang ausreichende politische Entscheidungen für Anschlussregelungen erkennbar seien. Der BWV sieht hier dringenden Handlungsbedarf, insbesondere für Grünlandregionen, in denen Biogasanlagen einen wichtigen Beitrag zur Verwertung von Aufwüchsen leisten können.

Auch über die erneuerbaren Energien wurde ausführlich diskutiert. Weber wies auf ein Positionspapier des Deutschen Bauernverbandes hin und kritisierte die fehlende Planungssicherheit bei Photovoltaik, Windkraft und Biomasse ab 2027. Ohne verlässliche Rahmenbedingungen seien Banken kaum bereit, Investitionen zu finanzieren. Ein weiteres Problem sei das unzureichend ausgebaute Stromnetz. Der BWV spricht sich weiterhin vorrangig für Photovoltaik auf Dächern aus. Großflächige Agri-PV-Anlagen auf guten Acker- und Grünlandflächen sieht der Verband weiterhin kritisch, weil sie zusätzlichen Flächendruck erzeugen können.

Der Weinbauausschuss, unter Leitung des Weinbaupräsidenten Walter Clüsserath, thematisierte unter anderem ungleiche Wettbewerbsbedingungen innerhalb der Europäischen Union, die künftige Rechtsform der Schutzgemeinschaften, Fragen der Haftpflichtversicherung, die Rebenkrankheit Flavescence dorée, Werbeveranstaltungen mit Weinausschank, die GAP-Förderung ab 2028 sowie die Perspektiven der Hubschrauberspritzung. Zudem wurde über die Auswirkungen hoher Erntemengen auf die Weinpreise beraten.

Im Öffentlichkeitsausschuss standen die Social-Media-Aktivitäten des BWV und die Weiterentwicklung der Verbandskommunikation im Vordergrund. Ausschussvorsitzender Benjamin Purpus berichtete von der konstituierenden Sitzung und dem Austausch mit der Debeka-Zentrale über die Öffentlichkeitsarbeit. Die stetig und deutlich ansteigenden Followerzahlen und Aufrufe der BWV-Seiten, bzw. Posts bestätigten die intensivierte Arbeit des Verbandes in den sozialen Medien. BWV-Präsident Marco Weber und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christian Altmaier warben für mehr Interaktionen, Verlinkungen und Unterstützung in den sozialen Medien. Ziel sei eine sachlich korrekte, aber zugleich prägnante Kommunikation landwirtschaftlicher Anliegen. Als positive Beispiele wurden unter anderem Werbevideos zum „Tag der Landwirtschaft“ genannt. Zudem plant der BWV eine Informationskampagne zur ASP-Prävention zu Beginn der Urlaubszeit.

Anschließend informierte die Hauptgeschäftsführung über eine neue Dienstleistungen des Verbandes. Ab Herbst 2026 könnten BWV-Mitglieder über die Kreisgeschäftsstellen Unterstützung bei der Erstellung von Nebenkostenabrechnungen erhalten. Hintergrund sei, dass viele Mitglieder neben ihren landwirtschaftlichen Betrieben auch Immobilien besitzen würden. Weitere Angebote wie Mietvertragsprüfungen oder Mietanpassungen könnten perspektivisch folgen. Derzeit laufen weitere Vorbereitungen und das abgestimmte Konzept wird im Herbst 2026 vorgestellt. Am Ende der Sitzung wurde dargelegt, dass der BWV will seine politische Interessenvertretung, seine Beratungsstrukturen und seine Kommunikation weiterentwickeln werde. Präsident Weber betonte, dass der Verband den Anspruch habe, nah an den Betrieben zu bleiben, Probleme offen anzusprechen und tragfähige Lösungen für die Mitglieder zu erarbeiten.

STV-Erntegutbescheinigung ist nicht verpflichtend – Absprachen mit Händler notwendig

Koblenz. Die Getreideernte 2026 steht bevor. Im Zusammenhang mit der Abgabe von Getreide und den dafür relevanten Erntegutbescheinigungen bestehen derzeit Unsicherheiten. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) weist darauf hin, dass bereits nach dem Erntegut-Urteil des Bundesgerichtshofes aus dem Jahre 2023 eine allgemeine Erkundungspflicht des Handels besteht. Konkrete Vorgaben zur praktischen Umsetzung fehlen bislang jedoch.

Durch ein weiteres, noch nicht rechtskräftiges Urteil des Landgerichtes Düsseldorf hat sich der Umgang mit Erntegut und Nachbau weiter konkretisiert. Demnach dürfte sich der Agrarhandel nicht allein auf eine Erklärung des Landwirtes verlassen, sondern müsste sich auf anderem Wege vergewissern, dass bei der angelieferten Sorte kein unzulässiger Nachbau vorliegt. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig, da Berufung eingelegt wurde. Dennoch führt dieses Urteil derzeit zu großer Verunsicherung, insbesondere, weil der Handel daraus Anforderungen an die Erzeuger formuliert. Der Streit um konkrete Erklärungen des Erzeugers geht also weiter.

Aus Sicht des Deutschen Bauernverbandes und des BWV ist entscheidend, dass auch das neue Urteil keine Grundlage für eine verpflichtende Nutzung der Erntegutbescheinigung der Saatgut-Treuhandverwaltung (STV) darstellt. Bedauerlicherweise erhöht aber das noch nicht rechtskräftige Urteil bereits jetzt den Handlungsdruck innerhalb der Vermarktungskette, da es die Anforderungen an den Handel deutlich verschärft beziehungsweise zumindest das Haftungsrisiko der Händler erhöht. Da die STV die Händler von jeglicher Haftung freistellt, sofern ihnen die STV-Erntegutbescheinigung vorgelegt wird, bleibt festzuhalten, dass dies für die Händler derzeit die sicherste Möglichkeit ist, um Haftungsrisiken und kostspielige Rechtsstreitigkeiten zu vermeiden.

Aus den bisherigen Urteilen lässt sich jedoch keine Festlegung auf eine bestimmte Bescheinigung ableiten. Die Nutzung der STV-Erntegutbescheinigung ist daher weiterhin nicht verpflichtend. Wird die STV-Erntegutbescheinigung nicht genutzt, müssen – zumindest nach der geltenden Rechtsauffassung – alternative Formen der Plausibilisierung erbracht werden. Dies betrifft insbesondere die eingesetzten Saatmengen der angebauten Sorten, die Anbaufläche sowie die daraus hervorgegangene Ernte. So haben Landwirte bisher etwa folgende Erklärung abgegeben: „Der Anlieferer sichert zu, dass sämtliches angeliefertes Erntegut aus Vermehrungsmaterial erzeugt wurde, das den nationalen und europäischen sortenschutzrechtlichen Vorschriften entspricht und keine Rechtsmängel aufweist. Das Erntegut wurde insbesondere entweder aus Z-Saatgut oder freien Sorten erzeugt oder  – im Falle eines gestatteten Nachbaues – der Nachbau dem jeweiligen Sortenschutzinhaber gemeldet und – sofern der Anlieferer nicht unter die sogenannte Kleinlandwirteregelung fällt  – die notwendige Gebühr fristgerecht entrichtet. Wenn der Anlieferer nicht selbst Erzeuger ist, sichert er zu, dass sein Vorlieferant ihm gegenüber eine entsprechende Zusicherung abgegeben hat.

Inwieweit solche Alternativen von der abnehmenden Hand weiter akzeptiert werden, hängt von der jeweiligen juristischen Einschätzung der einzelnen Händler ab. Daher ist es sicherlich ratsam, sich vor Ablieferung des Erntegutes mit dem Landhändler auf eine taugliche Formulierung zu einigen. Letztlich handelt es sich bei der Ablieferung von Getreide um eine zivilrechtliche Angelegenheit, bei der die Vertragsparteien sich auf die konkreten Vertragsbedingungen – darunter auch die abzugebenden Erklärungen – einigen müssen.

2. Westerwälder Weidetiertag – BWV fordert klares Bekenntnis zur Tierhaltung

Mörsbach. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) hatte zusammen mit der Bürgerinitiative Wolfprävention Westerwald zum 2. Westerwälder Weidetiertag in den Kreis Altenkirchen eingeladen. Am vergangenen Sonntag haben rund 1.000 Besucher die Veranstaltung besucht, um zusammen mit den Vertreterinnen und Vertretern aus den Bereichen Schaf- und Ziegenhaltung, Pferdehaltung, der Rinderzucht sowie aus dem jagdlichen Bereich die aktuellen Probleme der Weidetierhaltung zu diskutieren.

Gerade in Anbetracht der nach wie vor stattfindenden zahlreichen Wolfrisse im Westerwald nutzten viele Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, sich vor Ort ein Bild von den praktischen Auswirkungen der zunehmenden Wolfspopulation zu machen. Auch die neue Staatssekretärin im Ministerium für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten, Dr. Kristina Brixius, besuchte die Veranstaltung und nahm sich viel Zeit, um mit den betroffenen Tierhaltern zu sprechen. Ebenso waren Vertreter der benachbarten Kreisbauernverbände aus Nordrhein-Westfalen und Hessen anwesend, um deutlich zu machen, dass die gesamte Mittelgebirgsregion länderübergreifend hinsichtlich des beim Umgangs mit dem Wolf zusammenarbeiten muss. Der Wolf macht schließlich nicht vor Ländergrenzen halt.

Neben dem Gespräch mit den Politikern und Verbändevertretern hatten die Gäste die Möglichkeit, Schafen, Ziege, Rinder und Pferde hautnah zu erleben und über die Sorgen der Tierhalter zu diskutieren. Stefan Fiedler, Vizepräsident des BWV, richtete deutliche Worte an die Vertreter der Politik: „Wir brauchen keine Sonntagsreden, sondern ein klares Bekenntnis zur Tierhaltung und der damit verbundenen Ernährungssicherheit sowie konkrete Maßnahmen, um die Weidetierhaltung in den Mittelgebirgsregionen langfristig zu sichern!“

BTV-Impfung jetzt besonders wichtig!

Koblenz. Nach dem amtlich bestätigten Nachweis der Blauzungenkrankheit (BTV-8) in Rheinland-Pfalz, ist das gesamte Bundesland derzeit Sperrzone. Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin empfiehlt dringend die Impfung von Rindern und Schafen gegen BTV-8 und BTV-3, um Erkrankungen und Tierverluste zu vermeiden. Die Tierseuchenkasse und das Land bezuschussen die Impfung.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau empfiehlt die Impfung zum Schutz der Tiere vor schweren Krankheitsverläufen, die auch tödlich verlaufen können. Weitere Ziele sind die Sicherung der Tiergesundheit und des Tierwohls sowie eine erleichterte Verbringung und Vermarktung der Rinder und Schafe.

Nicht geimpfte Tiere benötigen eine Grundimmunisierung. Zusätzlich empfehlen Experten den Einsatz von Insektenschutzmaßnahmen gegen die übertragenden Gnitzen. Die Impfquote in Rheinland-Pfalz ist nach wie vor deutlich zu gering. Wenn die Impfquote nicht deutlich steigt, bleiben auch die Chancen auf eine dauerhafte Verdrängung oder Eindämmung der Blauzungenkrankheit gering.

Bei Fragen zur Impfung sprechen Sie uns gerne an oder wenden Sie sich an Ihren Hoftierarzt.

Einladung zum Tag der Landwirtschaft in Nastätten

Nach neun Jahren Pause kehrt der Tag der Landwirtschaft nach Nastätten zurück. Am Sonntag, 21. Juni 2026, verwandelt sich das Gelände rund um den Parkplatz Aldi und Rewe sowie die Wiese hinter Deichmann von 10 bis 18 Uhr in eine große Erlebnisfläche für Landwirtschaft, Forstwirtschaft, Weinbau und Familien.

Der Bauern- und Winzerverband, die Landfrauen, die Landjugend Rhein-Lahn sowie zahlreiche Aussteller und Partner laden herzlich ein, die Vielfalt der grünen Branche im Rhein-Lahn-Kreis zu erleben. Auf die Besucherinnen und Besucher wartet ein abwechslungsreiches Programm mit Bauernmarkt, Tierschau mit Bambini-Wettbewerb, Landmaschinen- und Autoschau, Forstmaschinenschau mit Vorführungen, Motorsägenvorführungen, Ponyreiten, Streicheloase, Strohburg, Kutschfahrten sowie vielen Informationsständen rund um Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Weinbau.

Bereits am Freitag, 19. Juni 2026, sorgt die Landjugend Rhein-Lahn ab 20 Uhr mit der Zeltbebenparty auf dem REWE-Parkplatz für den Auftakt des Veranstaltungswochenendes. Auch am Sonntag ist die Landjugend mit zwei Getränkeständen vertreten.

Der Tag der Landwirtschaft zeigt, wie vielfältig, modern und regional verwurzelt Landwirtschaft heute ist. Familien, Kinder, Jugendliche, Verbraucherinnen und Verbraucher sowie alle Interessierten sind herzlich eingeladen, regionale Produkte zu entdecken, moderne Technik zu erleben und mit den Menschen aus Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Weinbau ins Gespräch zu kommen.

Termin: Sonntag, 21. Juni 2026
Uhrzeit: 10 bis 18 Uhr
Ort: Gelände rund um den Parkplatz Aldi und Rewe sowie die Wiese hinter Deichmann in 56355 Nastätten
Auftakt: Freitag, 19. Juni 2026, ab 20 Uhr: Zeltbebenparty der Landjugend Rhein-Lahn auf dem REWE-Parkplatz

Wir freuen uns auf viele Besucherinnen und Besucher!

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BWV-Präsident Marco Weber in Brüssel: Einsatz für verlässliche Planungsgrundlagen für junge Bauern und Winzer

Brüssel. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, nutzte die Gelegenheit, sich in Brüssel bei aktuellen europäischen Umweltthemen einzubringen. Im Rahmen der vom Deutschen Bauernverband organisierten Fachtagung des Umweltausschusses, in dem die Fachleute der Landesbauernverbände organisiert sind, wurden aktuelle umweltpolitische und umweltrechtliche Fragen erörtert.

Marco Weber forderte im persönlichen Austausch mit Vertreterinnen der EU-Kommission, des Parlaments und verschiedener Fachverbände, bei den politischen Überlegungen der EU immer auch die Auswirkungen auf das gesamtgesellschaftliche Gefüge im Blick zu haben. Einseitige Forderungen, beispielsweise nach Schutz des Grünlandes oder einzelner Arten, ohne dabei die weitreichenden Auswirkungen auf die Landwirtschaft und den Weinbau im Blick zu haben, lehnte er ab. Die Landwirtschaft müsse gerade in Krisenzeiten gestärkt werden, um ihrer Funktion als Erzeuger von wertvollen Lebensmitteln und Rohstoffen gerecht werden zu können. „Wir brauchen“, so Weber, „eine leistungsfähige Landwirtschaft mit sicheren Planungsgrundlagen für die jungen Bauern und Winzer, um die langfristigen wirtschaftlichen Grundlagen für die Betriebe zu sichern. Hierzu muss die EU aktiv beitragen, anstatt durch eine Überregulierung und einseitige Forderungen, beispielsweise bei der Überarbeitung der deutschen Düngeverordnung zur Umsetzung der Nitratrichtlinie, die wirtschaftlichen Grundlagen der Betriebe zu gefährden.“

Weinbau – Wichtiger Hubschraubereinsatz in Steillagen weiterhin möglich

Koblenz. Marco Weber, Präsident des BWV, begrüßt die gestrige Entscheidung des VG Koblenz, den Eilantrag einer Umweltvereinigung gegen die Hubschrauberspritzung in den Steillagen der Mosel abzulehnen. Das sei nach der Entscheidung aus dem vergangenen Jahr in der gleichen Angelegenheit nur konsequent. „Die Winzer an der Mosel erhalten so zumindest vorerst die notwendige Planungssicherheit, um ihre Weinberge fachgerecht zu bewirtschaften und damit auch den Lebensraum des Apollofalters, dessen Habitat gerade die bewirtschafteten Weinbergslagen sind, zu schützen“, so Weber in einer ersten Stellungnahme.

Hintergrund: Das Verwaltungsgericht Koblenz hat entschieden, dass in besonders steilen Mosel-Weinbergen auch 2026 weiterhin Pflanzenschutz per Hubschrauber ausgebracht werden darf. Der Eilantrag einer Umweltvereinigung blieb erfolglos, da das Gericht kein Rechtsschutzbedürfnis sah und davon ausging, dass der Mosel-Apollofalter auf den betroffenen Flächen nicht vorkommt. Zudem argumentierten die Richter, ein Verbot der Hubschrauberspritzung könne den Steillagenweinbau kurzfristig gefährden und durch Verbuschung sogar zum Verlust möglicher Lebensräume des Falters führen.

Mehr zum Thema:

https://vgko.justiz.rlp.de/presse-aktuelles/pressemitteilungen/detail/apollofalter-eilantrag-gegen-hubschrauberspritzungen-an-der-mosel-erneut-erfolglos?fbclid=IwY2xjawSMqa9leHRuA2FlbQIxMABicmlkETEyc2QzSXk1WDBJRTIweVIzc3J0YwZhcHBfaWQQMjIyMDM5MTc4ODIwMDg5MgABHmE1eOSKbfQLTYpbvpaMe8CGt_sw2WXYRH7K6qtbMp8gp2SYWaenhw3RQ2Qs_aem_5MDP1W6f6xaLfZyKrSYJwQ

Der BWV-Öffentlichkeitsausschuss hat sich konstituiert

Koblenz. Der Kreisvorsitzende des Bauern und Winzerverbandes Rheinland Nassau, Bad Kreuznach, Benjamin Purpus wurde während der konstituierenden Sitzung des BWV-Öffentlichkeitsausschusses vergangene Woche in Koblenz einstimmig zum Vorsitzenden gewählt. Der Vizepräsident des Verbandes Stefan Fiedler und der stellvertretende BWV-Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer des Öffentlichkeitsausschusses Christian Altmeier gratulierten Purpus für dieses hervorragende Ergebnis und freuten sich auf die anstehende konstruktive Zusammenarbeit.

Der BWV-Ausschuss tagte in der Zentrale der Versicherungsgenossenschaft Debeka, um sich einen Einblick über deren Öffentlichkeitsabteilung zu verschaffen und in einen Austausch mit dem Leiter Konzernkommunikation, Christian Arns, zu treten. Immerhin betreut das Unternehmen mit 17.000 Mitarbeitern 25 Social Media-Kanäle. Die Mitglieder des Ausschusses konnten sich über die äußerst umfangreiche Teamarbeit der DEBEKA hinsichtlich der Erstellung von Posts und deren jeweiligen Zielgruppen machen.

BWV-Fachreferent Michael Roesler erläuterte während seines Vortrages, dass der BWV in den sozialen Medien in den letzten Jahren zunehmend erfolgreich agiert habe. Die Aufrufe bei Facebook hätten sich innerhalb eines Jahres verzehnfacht, während eine Steigerung der Interaktionen um 68 Prozent zu verzeichnen seien. Darüber hinaus erläuterte Roesler, welche Vielfalt an Aspekten und Regeln bei der Nutzung sozialer Medien zu beachten sei. So seien beispielsweise das Nutzerverhalten, Trends, Plattformen, rechtliche Fragen über die Nutzung der sozialen Medien und der Umgang mit der Kommunikation verantwortungsvoll zu berücksichtigen.

Während einer Diskussionsrunde erläuterten die Teilnehmer des Öffentlichkeitsausschusses verschiedene Aspekte bezüglich der weiteren Nutzung der sozialen Medien für den Bauern- und Winzerverband. So wurde die aktive Nutzung verschiedener Jahrestage für das Absetzen von Posts ebenso diskutiert wie die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Bauernverband, dem LandFrauenverband und dem Landjugendverband. Altmaier erläuterte die Initiativen des Deutschen Bauernverbandes, die ebenfalls in die Öffentlichkeitsarbeit des BWV einfließen würden. Dabei seien die Mitglieder des Ausschusses aufgefordert, jederzeit Ideen und Anregungen sowohl dem Vorsitzenden als auch dem Geschäftsführer des Ausschusses zukommen zu lassen.