Minijobs – Die Landwirtschaft und der Weinbau müssen auch in Zukunft flexibel arbeiten können

Koblenz. Die landwirtschaftlichen und weinbaulichen Betriebe benötigen oftmals Mitarbeiter, die zeitlich begrenzt auf landwirtschaftlichen Betrieben arbeiten, wenn nicht die gesamte Arbeit alleine von Familienarbeitskräften abgedeckt werden kann. Das trifft Tierhalter, Ackerbauern und Winzer gleichermaßen. Daher werden oftmals Minijobber eingestellt, um gerade Arbeitsschwerpunkte, wie zum Beispiel bei Melktätigkeiten oder Traktorarbeiten zu entlasten. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) setzt sich daher gemeinsam mit vielen anderen Verbänden in Deutschland für den Erhalt der Minijob-Regelung ein.

Die Bundesregierung plant nun über gesetzliche Vorgaben Minijobs so unattraktiv zu gestalten, dass sie faktisch abgeschafft würden. Für Beschäftigte sind bei Arbeiten mit geringem Stundenumfang die geringen Abzüge von großer Bedeutung. Entfällt dieser Vorteil, würde der Minijob faktisch abgeschafft. Die landwirtschaftlichen Betriebe würden folglich Arbeitskräfte verlieren oder deutlich mehr Geld investieren müssen. Ein Wegfall der Minijobbeschäftigung würde folglich genau jenen Wirtschaftszweig hart treffen, der ohnehin unter hohen Produktions- und Lohnkosten leidet. Genau aus diesem Grund setzt sich der Verband auch für eine Sonderregelung für die Landwirtschaft beim Mindestlohn für Saisonarbeitskräfte ein. Darüber gibt es sogar ein Gutachten der Universität Tübingen, das eine Reduzierung des Mindestlohns gerade für landwirtschaftliche Sonderkulturbetriebe für geboten hält.

Der BWV weist darauf hin, dass Minijobs keine sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze gefährden, da sie dort eingesetzt werden, wo nur unterstützender Arbeitskräftebedarf mit geringfügigem Arbeitszeitbedarf besteht. Minijobs ermöglichen Schülern, Studierenden, Rentnern und anderen Personen einen unkomplizierten zeitweisen Hinzuverdienst.

Der Präsident des BWV, Marco Weber, macht deutlich, dass sein Verband an der Seite der deutschen Verbände der Ernährungswirtschaft steht: „Viele landwirtschaftlichen und weinbaulichen Betriebe arbeiten wie viele Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette der Lebensmittelwirtschaft überwiegend mit Familienarbeitskräften. Häufig reichen diese Kapazitäten jedoch nicht aus. Die Möglichkeit flexibel zusätzliche Arbeitskräfte einstellen zu können ist deshalb gerade für kleine und mittlere Betriebe eine Notwendigkeit. Ein Wegfall der bisherigen Minijobregelung würde die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Lebensmittelerzeugung schwächen.“

Photovoltaik und Batteriespeicher zu Sonderkonditionen für BWV-Mitglieder

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau hat die Service-Angebote der Energieversorgung Mittelrhein (evm) erweitert. Ab sofort profitieren die BWV-Mitglieder nicht nur von attraktiven Energiekonditionen, sondern sie erhalten auch Vergünstigungen beim Erwerb von Photovoltaikanlagen und Batteriespeichern.

Über die Nutzung von Solarenergie können landwirtschaftliche und weinbauliche Betriebe ihre Energiekosten senken, unabhängiger von steigenden Strompreisen werden und gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Durch die Kooperation mit der evm erhalten BWV-Mitglieder nun besonders attraktive Sonderkonditionen.

So erhalten BWV-Mitglieder

40 Euro netto Rabatt pro Solarmodul
BWV-Mitglieder erhalten einen Preisnachlass von 40 Euro netto auf jedes installierte Modul. Der Rabatt ist nicht mit anderen Rabattaktionen kombinierbar.

Kostenlose Vor-Ort-Beratung
Die Experten der evm Service GmbH beraten BWV-Mitglieder unverbindlich und kostenfrei direkt auf ihren Betrieben. Dabei werden die Gebäude und örtlichen Gegebenheiten aufgenommen, um die optimale Lösung zu entwickeln.

Individuelle Anlagenplanung inklusive
Jede Photovoltaikanlage wird passgenau auf die Anforderungen und Möglichkeiten des jeweiligen Betriebs abgestimmt. Die Planung ist bereits im Angebot enthalten.

Montage und Inbetriebnahme aus einer Hand
Von der Installation bis zur Inbetriebnahme übernimmt die evm Service GmbH sämtliche Arbeiten für einen reibungslosen Projektablauf.

Bis zu 30 Jahre Leistungsgarantie
Mit langfristigen Garantieleistungen sorgt die evm für Planungssicherheit und ein hohes Maß an Investitionsschutz.

Kostenfreie Anmeldung im Marktstammdatenregister
Die erforderliche Registrierung der Anlage wird durch die evm übernommen.

Kompletter Service aus einer Hand
Beratung, Planung, Montage und Service erfolgen durch den eigenen Handwerksbetrieb der evm, die evm Service GmbH. Dadurch profitieren Mitglieder von kurzen Wegen und einem festen Ansprechpartner während des gesamten Projekts.

Ihr Ansprechpartner bei der evm

Daniel Berthold
Daniel.Berthold@evm.de
Mobil: 0 171 2125716
Telefon: 0 261 402-71863

BWV-Mitglieder sollten die Vorteile der neuen Angebote nutzen. Ob Dachfläche auf der Maschinenhalle, dem Wirtschaftsgebäude oder dem Weingut: Photovoltaikanlagen bieten vielfältige Möglichkeiten, Stromkosten zu reduzieren und die Energieversorgung des Betriebs zukunftssicher aufzustellen. Informationen können bei den evm-Ansprechpartnern eingeholt werden – oder direkt bei Daniel Berthold.

Grußwort zum Erntedank

Liebe Bäuerinnen und Bauern, Winzerinnen und Winzer,
liebe LandFrauen und Landjugendliche,

Wenn wir Erntedank feiern, halten wir inne. Hinter uns liegen Monate angefüllt mit Arbeit, Entscheidungen, Sorgen und Hoffnungen. Erntedank erinnert uns daran, dass das, was auf unseren Feldern, in Weinbergen, Obstplantagen und Ställen entsteht, das Ergebnis unserer Arbeit ist. Die Ernte 2026 hat uns erneut gezeigt, wie unterschiedlich ein Jahr verlaufen kann. Der Winter war vielerorts vergleichsweise mild und niederschlagsreich bis weit in das Frühjahr hinein. Die anschließende Trockenheit, regionale Wasserdefizite und später eine anhaltende Hitzephase haben die Bestände gefordert. Folglich startete die Getreideernte überdurchschnittlich früh.

Insgesamt wurde in Rheinland-Pfalz bei Getreide das langjährige Mittel nur knapp verfehlt, doch dieser Durchschnitt verdeckt große regionale und betriebliche Unterschiede. Wo rechtzeitig durch Gewitterschauer Niederschläge fielen und die Böden Wasser aufnehmen konnten, waren ordentliche Ergebnisse möglich. In anderen Landstrichen machten durchgehende Trockenheit und Hitze den Kulturen erheblich zu schaffen. Speziell beim Mais und bei der Grundfutterversorgung zeigt sich, wie empfindlich unsere Landwirtschaft und gerade die Tierhaltung auf lange Trockenphasen reagiert.

Auch im Weinbau war das Jahr ereignisreich. Die frühe Lese oft sehr guter Qualitäten lassen auf einen qualitativ hochwertigen Jahrgang hoffen. Doch ein gutes Produkt im Keller ist noch keine Garantie für ein gutes wirtschaftliches Ergebnis. Markt, Kosten und Absatz entscheiden ebenso darüber, ob sich die Arbeit eines Jahres rechnet. Das erfahren in diesem Jahr viele unserer Winzer leidlich. Wir können auf eine Ernte dankbar zurückblicken und gleichzeitig nüchtern feststellen, dass die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe angespannt bleibt.

Weiter steigende Kosten

Unsere Betriebe sind mit hohen und oft weiter steigenden Kosten konfrontiert. Diesel bleibt ein bedeutender Kostenfaktor. Die vollständige Wiedereinführung der Agrardieselentlastung zum Jahresbeginn 2026 war deshalb eine wichtige Entlastung. Dennoch bleibt Energie ein erheblicher Teil der Betriebskosten. Traktoren, Erntemaschinen, Trocknung, Kühlung, Transporte und viele weitere Arbeitsgänge lassen sich nicht einfach reduzieren, wenn Lebensmittel erzeugt werden sollen. Auch bei Düngemitteln bleibt die Lage schwierig. Gerade Stickstoffdünger reagieren stark auf Energiepreise und internationale Märkte, noch mehr auf internationale Krisen. Das belastet die Betriebe sehr, zumal Veränderungen oder gar Besserungen nicht voraussehbar sind.

Sehr groß ist die Belastung in den arbeitsintensiven Sonderkulturen. Ohne Saisonarbeitskräfte könnten große Teile der Ernte unserer Gemüse-, Obst- und Weinbaubetriebe nicht eingebracht werden. Seit Anfang dieses Jahres beträgt der gesetzliche Mindestlohn 13,90 €/Stunde und 2027 steigt er weiter an. Gute Arbeit muss gut bezahlt werden, das steht außer Frage. Aber wir müssen zugleich darüber sprechen, wie diese Lohnkosten von den Betrieben am Markt erwirtschaftet werden können. Ein höheres Kostenniveau funktioniert nun einmal nicht, wenn unsere heimische Produktion einem Preis- und Wettbewerbsdruck ausgesetzt wird, bei dem die Kosten eben nicht weitergegeben werden können. Unsere Sonderkulturbetriebe konkurrieren auf europäischen und internationalen Märkten mit Regionen, in denen andere Lohnkosten und andere Produktionsbedingungen herrschen. Gleichzeitig treffen sie auf einen Lebensmitteleinzelhandel, der unsere Produkte für Preiskämpfe nutzt. Wenn unsere Betriebe immer höhere Standards erfüllen und höhere Kosten tragen sollen, muss es auch eine realistische Möglichkeit geben, diese Leistungen am Markt zu honorieren, sonst verlieren wir schrittweise genau jene vielfältige Landwirtschaft, die politisch und gesellschaftlich so häufig eingefordert wird und für unsere Kulturlandschaft von so großer Bedeutung ist. Das gilt auch für unsere Ackerbau- und Tierhaltungsbetriebe, die mit hohen Kosten, schwankenden Märkten und Unsicherheiten kämpfen müssen. Investitionen in Tierwohl, Klima- und Umweltschutz, moderne Technik oder neue Stallkonzepte benötigen Kapital und Verlässlichkeit.

Faire Wettbewerbsbedingungen

Als Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau fordern wir unablässig, dass die Landwirtschaft keine Sonderrolle, aber faire Wettbewerbsbedingungen benötigt. Unsere Familienbetriebe müssen von ihrer Arbeit leben können. Wer regionale Lebensmittel, gepflegte Kulturlandschaften, Tierhaltung vor Ort, Weinbau in unseren Flusstälern und wirtschaftende Familienbetriebe erhalten will, muss auch die ökonomische Grundlage dafür sichern.

Wir wollen konkrete Verbesserungen erreichen: weniger Bürokratie, verlässliche Regeln, faire Wettbewerbsbedingungen, mehr Planungssicherheit und politische Entscheidungen, die sich an der Realität auf unseren Höfen und in unseren Weinbergen messen lassen. Der Kampf für bessere Bedingungen ist hart und benötigt viel Geduld. Deshalb gehört Beharrlichkeit zu unserer Arbeit. Wir werden weiter deutlich machen, dass Ernährungssicherung, heimische Landwirtschaft und vitale ländliche Räume Menschen brauchen, die Verantwortung in gesicherten Rahmenbedingungen übernehmen.

Bei all den wirtschaftlichen und politischen Herausforderungen sollten wir an Erntedank auch auf das sehen, was uns trägt. Landwirtschaft ist Gott sei Dank mehr als eine Bilanz aus Kosten und Erlösen. Sie ist Verantwortung für Boden, Tiere, Pflanzen und kommende Generationen. Sie verbindet Familien und Dörfer, prägt unsere Landschaften und schafft Heimat. Gerade in unserem Verbandsgebiet sehen wir jeden Tag, wie eng Landwirtschaft, Weinbau und ländliches Leben miteinander verbunden sind. Dazu gehört das starke Miteinander im Berufsstand. Unsere LandFrauen leisten einen unschätzbaren Beitrag in Familien, Betrieben, Dörfern und Verbänden. Sie bringen Fachwissen, Organisationstalent und gesellschaftliches Engagement ein und sind tragende Kräfte unserer ländlichen Räume. Unsere Landjugend zeigt, dass junge Menschen bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, neue Wege zu gehen und Landwirtschaft weiterzuentwickeln. Dieser Gestaltungswille macht Mut.

Mein Dank gilt allen, die sich in unseren Betrieben und ehrenamtlich im Berufsstand engagieren, den Familien, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Saisonarbeitskräften, LandFrauen und Landjugendlichen. Viele von Ihnen leisten mehr, als Außenstehende wahrnehmen – an Wochenenden und Feiertagen, bei Hitze, Regen und Kälte. Erntedank erinnert uns daran, dass wir planen, investieren, säen, pflanzen, pflegen und arbeiten können, aber am Ende haben wir nicht alles in der Hand. Das Wetter, die Natur und viele äußere Umstände setzen uns Grenzen. Gerade deshalb ist Dankbarkeit keine altmodische Haltung. Sie ist Ausdruck von Bodenständigkeit und von Respekt vor dem, was uns anvertraut ist.

An Dieser Stelle danke ich Ihnen allen für Ihre Arbeit, Ihre Ausdauer und Ihre Verbundenheit mit unserem Berufsstand. Seien wir dankbar für die Ernte, die eingebracht werden konnte. Schauen wir zugleich mit Mut nach vorne. Für die kommende Vegetationsperiode wünsche ich Ihnen gute Wachstumsbedingungen, ausreichend Regen zur richtigen Zeit, Sonne dann, wenn sie gebraucht wird, gesunde Bestände und faire Preise. Vor allem wünsche ich uns allen die Gesundheit und Zuversicht, die wir brauchen, um unsere Zukunft weiter zu gestalten.

Marco Weber
Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau

Susanne Arnold: Bei Kirmes Mord und Wein vom Weingut Richard Richter

Koblenz. Schriftstellerin Susanne Arnold wird am 30. Oktober ab 19:30 Uhr in den Räumen des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in Koblenz aus ihrem Krimi „Bei Kirmes Mord“ lesen. Nachdem ihre ersten Geschichten in England angesiedelt waren, widmet sie sich literarisch ihrer Heimatregion. Susanne Arnold lebt mit ihrer Familie in Koblenz. »Bei Kirmes Mord« ist ein humorvoller Wohlfühlkrimi mit Karussell, Musik und Currywurst.

Hierzu kredenzt Thomas Richter vom Weingut Richard Richter aus Winningen an der Mosel seine aktuellen Weine. Was mit der Gründung des Weingutes im Jahr 1838 begann, wurde von Generation zu Generation mit Intelligenz, Sachverstand und Spürsinn ausgebaut und verbessert. Heute gehört das Weingut Richter zu einem der am meisten ausgezeichneten Weingüter an der Mosel.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau verspricht wieder einen kurzweiligen Abend. Die Teilnehmergebühr beträgt 25,00 €.

Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, Karl-Tesche-Straße 3, 56070 Koblenz, Telefon: 0261-9885-1112, E-Mail: presse@bwv-net.de oder hier online.

 

Hofübergabeseminar – Den Betrieb richtig übergeben

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) führt am 03. Novemver 2026 ab 10:00 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz ein Hofübergabeseminar durch.

Die Seminarteilnehmer werden sich mit den rechtlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Hintergründen sowie mit den notariellen Anforderungen im Rahmen einer Hofübergabe beschäftigen. Außerdem wird die Bedeutung des Ertragswertes erläutert. Rechtsanwältin Barbara Wolbeck, Steuerberater Andreas Pörsch, Versicherungsreferentin Dr. Petra Paul vom Bauern und Winzerverband und der BWV Rhemo GmbH sowie Sachverständiger Hartmut Bauer stehen als Fachreferenten zur Verfügung.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 40 Euro und 90 Euro für Nichtmitglieder.

Informationen und Anmeldung:

Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.
Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz
Telefon: 0261 9885-1112
E-Mail: presse@bwv-net.de
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BWV kämpft gegen kalte Enteignung durch Turbo-Gewerbegebiete

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) wehrt sich vehement gegen die Ausweisung von Turbo-Gewerbegebieten, die von der Landesregierung propagiert werden. Das geplante Turbo-Gewerbegebiet im Landkreis Bernkastel-Wittlich ist ein Beispiel dafür, wie die Ausweisung solcher Gebiete nicht vorgenommen werden sollte. Die in der Planungsgemeinschaft der Region Trier zusammengeschlossenen vier Landkreise und kreisfreie Stadt Trier des ehemaligen Regierungsbezirks haben für den Raumordnungsplan der Region die Anliegen der Landwirtschaft nicht berücksichtigt. Entsprechend wütend reagiert der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber. Durch die Einführung der Bau-Turbos würden viele Vorhaben auf einzelne Gebiete konzentriert. Das führe zu einem enormen Flächendruck in einzelnen Regionen.

Weber stellt klar, dass sich der BWV nicht grundsätzlich gegen kommunale Entwicklungen oder sinnvolle Infrastrukturmaßnahmen wehre. Wenn jedoch gezielt landwirtschaftliche Existenzen gefährdet oder zerstört würden, sei irgendwann „Feierabend“. „Das Land Rheinland-Pfalz lässt die Ausweisung von Turbo-Gewerbeflächen zu, ohne die Anliegen der Bewirtschafter der Flächen auch nur ansatzweise zu berücksichtigen. Das hat mit einer Planung von unten nach oben, also von der Ortsgemeinde bis hinauf zur Planungsgemeinschaft, und somit mit einer demokratischen Handlungsweise rein gar nichts mehr zu tun,“ macht der BWV-Präsident deutlich. Auch der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Bernkastel-Wittlich und BWV-Vizepräsident Harald Schneider ist wütend über den Umgang mit den bäuerlichen Betrieben. Aus Vorrangflächen für die Landwirtschaft seien lediglich Vorbehaltsflächen geworden, wodurch die Landwirtschaft an Mitspracherecht verliere. Das sei ein unerhörter Vorgang. Weber fügt hinzu: „Wenn es stimmt, dass das Wirtschaftsministerium damit gedroht habe, den Raumordnungsplan ohne eine Herabstufung der Flächen im Turbo-Gebiet nicht zu genehmigen, dann schlägt das dem Fass den Boden aus.“ Dabei gebe es ja bereits in Maring-Noviand eine im Flächennutzungsplan ausgewiesene 65 Hektar große Gewerbefläche. Es sei aber absolut indiskutabel, beste Böden, die für die Zukunft der menschlichen Ernährung und Erzeugung erneuerbarer Energien zwingend notwendig seien, einfach zu versiegeln.

Mit der Ausweisung des Turbo-Gewerbegebietes bei Wittlich und Platten verlieren die Landwirte mindestens 120 Hektar an Gewerbeflächen plus zusätzliche Flächen durch Ausgleichsmaßnahmen, insgesamt also über 200 Hektar. Dieses Verhalten der Planungsgemeinschaft der Region Trier führt zu konkreten existenziellen Bedrohungen für landwirtschaftliche Familienbetriebe, etwa für einen vor Ort ansässigen Biogasbetrieb, der bereits erheblich investiert hat und sich für die Zukunft weiterentwickeln möchte.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau fordert, die landwirtschaftlichen Vorrangflächen im Raumordnungsplan zu belassen und wieder zu einer Planung zurückzukehren, die die Anliegen der Bauern- und Winzerfamilien berücksichtigen. Die Bewirtschafter der landwirtschaftlichen Flächen haben ein Recht darauf, über die Zukunft ihrer Heimat mitzuentscheiden. (H.N.)

Urheberrecht und Datenschutz – Sicher in den Medien bewegen!

Koblenz. Wer Fotos, Texte oder andere Inhalte auf einer Internetseite, in sozialen Netzwerken, Broschüren oder anderen Medien veröffentlicht, muss zahlreiche rechtliche Vorgaben beachten. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) bietet deshalb am Mittwoch, 28. Oktober 2026, von 10:00 bis 13:00 Uhr in der Rotunde seiner Hauptgeschäftsstelle in Koblenz das Seminar „Urheberrecht und Datenschutz – Sicher in den Medien bewegen!“ an.

Referent ist Rechtsanwalt André Nienhaus. Er erläutert unter anderem die Unterschiede zwischen Urheber- und Nutzungsrechten und zeigt auf, welche Rechte bei der Verwendung von Fotos und Texten berücksichtigt werden müssen. Dabei geht es auch um die Frage, ob beispielsweise ein beauftragter Fotograf die von ihm angefertigten Aufnahmen selbst weiterverwenden darf und welche Bedeutung eingeschränkte Nutzungsrechte haben.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf den Persönlichkeitsrechten. Nienhaus informiert darüber, wann Einwilligungs- beziehungsweise Nutzungsrechteerklärungen erforderlich sind und welche Besonderheiten bei Aufnahmen von Minderjährigen gelten. Ebenso wird erläutert, unter welchen Voraussetzungen Texte verwendet werden dürfen, die nicht selbst erstellt wurden. Darüber hinaus beschäftigt sich das Seminar mit dem Datenschutz bei der Medienarbeit. Die Teilnehmer erfahren, welche Rolle datenschutzrechtliche Vorgaben bei Veröffentlichungen spielen und worauf insbesondere beim Betrieb einer Homepage geachtet werden sollte, um diese datenschutzrechtlich möglichst sicher zu gestalten.

Die Teilnahmegebühr beträgt 40 Euro für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau und 90 Euro für Nichtmitglieder.

Informationen und Anmeldungen bitte an:

Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.
Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz
Telefon: 0261 9885-1112
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Tagungen in Berlin boten Gelegenheit zum Netzwerken

Berlin. Die Spitze des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau verbrachte in der vergangenen Woche einige Tagungen in der Bundeshauptstadt. Diese boten Gelegenheit zum Netzwerken mit einer Vielzahl von Gesprächspartnern. So trafen Präsident Marco Weber und der stellvertretende Hauptgeschäftsführer Christian Altmaier mit der neuen Ministerin für Landwirtschaft, Weinbau, Umwelt und Forsten Rheinland-Pfalz, Christine Schneider und ihrem Staatssekretär Michael Mätzig im Rahmen des Grummet-Festes des Deutschen Bauernverband zusammen – eine ideale Gelegenheit um drängende Themen des Berufsstandes zu adressieren. Die Ansprache zur Eröffnung des Grummet-Festes nutzte DBV-Präsident Joachim Rukwied für Klartext gegenüber der Politik. Die deutlichen Worte fanden den Beifall der anwesenden Gäste aus Politik, Ehren- und Hauptamt der berufsständigen Vertretungen und weiterer Gäste. Das Grummet-Fest war Glanzlicht der Kreisvorsitzendentagung, an der für den BWV die neu gewählten Vorsitzenden Thomas Heidberg (Cochem-Zell), Dominik Ehrenstein (Neuwied) und Andreas Struth (Rhein-Lahn) teilnahmen.

Die letzte Woche war angefüllt u.a. mit Tagungen des Präsidiums und des erweiterten DBV-Verbandsrates, wie auch der Klausurtagung der Hauptgeschäftsführer. Neben den DBV-Tagungen hatte zudem Ministerpräsident Gordon Schnieder zum traditionellen Sommerfest der Landesvertretung Rheinland-Pfalz eingeladen. „Heimat26“ war somit auch ein Treffen einer Vielzahl von Akteuren, die als Unternehmer, Gewerkschafter, Verbandsvertreter und Politiker Rheinland-Pfalz gestalten. Auch hier pflegten die Vertreter des BWV Rheinland-Nassau ihre Kontakte und stellten dabei die neuen DBV-Vize-Generalsekretäre Steffen Pingen und Benjamin Walker den rheinland-pfälzischen Delegierten vor. Ganz im Sinne der heimischen Bauern- und Winzerfamilien wurden kulinarische Köstlichkeiten und edle Tropfen aus den sechs Weinanbaugebieten des Landes ausgeschenkt, somit auch von Ahr, Mittelrhein, Mosel und Nahe, also dem Verbandsgebiet des BWV Rheinland-Nassau. Insgesamt waren es intensive Tage in Berlin, die mit einigen „Berliner Runden“ die Themen des Berufsstandes den Entscheidern nahebrachten. (C.A.)

BWV-Präsident und Weinbaupräsidenten appellieren an Politik: Keine Erhöhung der Steuern auf Wein und Sekt

Koblenz. Die Bundesregierung plant derzeit bestimmte Verbrauchssteuern, unter anderem auf Wein, Sekt und Spirituosen, zu erhöhen. Aus Sicht des Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, sowie der Weinbaupräsidenten Walter Clüsserath (Mosel), Hubert Pauly (Ahr), Heinz-Uwe Fetz (Mittelrhein) und Rainer Klöckner (Nahe) ist der fiskalische Nutzen dieser Maßnahme jedoch höchst fraglich und zudem ein falsches Zeichen an die derzeit wirtschaftlich stark angeschlagene Weinbranche. Sie appellieren daher an die heimischen Abgeordneten, ausdrücklich Wein und Sekt von den geplanten Steuererhöhungen auszunehmen und damit den Weinbau in Rheinland-Pfalz zu stützen. Jede Kostenerhöhung bei Wein und Sekt belastet vor allem die kleinen Weinbaubetriebe zusätzlich.

Hochwertige und weltweit gefragte Weine und Sekte haben nicht nur eine überragende Bedeutung für Rheinland-Pfalz, sondern der Weinbau trägt ganz wesentlich zur Prägung der Landschaft und des Naturschutzes bei und fördert somit den Tourismus weit über die identitätsstiftende Bedeutung für die ansässigen Menschen der Flusslandschaften hinaus. In ähnlicher Weise wären auch die noch vorhandenen Abfindungsbrennereien betroffen, die mit traditioneller Handwerkskunst hochwertige Destillate erzeugen. Jede Kostenerhöhung, die insbesondere die in kleinen familiären Weinbaubetrieben organsierten Winzer und Brenner besonders hart treffen, müsse daher nach Ansicht der Präsidenten unterbleiben. Vor diesem Hintergrund schließen sich die fünf Präsidenten einem breiten Bündnis aus der Weinbranche und der Gastronomie an, das die Politik auffordert, eine Erhöhung der Steuern auf Wein, Sekt und Spirituosen zu verhindern. Eine Gefährdung des Mittelstandes und der regionalen Wertschöpfung müsse unterbleiben. Eine Belastung der Weinbranche und der Verbraucher mit höheren Kosten, deren finanzielle Auswirkung auf den Bundeshaushalt zudem fraglich ist, gilt es unbedingt zu vermeiden.

Arbeiten mit dem elektronischen Jagdkataster – Version 11

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau führt am Freitag, den 23. Oktober 2026 von 9:30 Uhr bis 16:00 Uhr wieder ein Seminar über das Verwalten eines elektronischen Jagdkatasters durch. Dirk Model, Geschäftsführer der Gesellschaft für Informationssysteme (GIS) aus Leipzig, stellt neben der Version 11 der digitalen Jagdpachtverwaltung, die Bearbeitung der ALKIS-Daten und die Bearbeitung verschiedener Listen mit Filtern vor. Die graphische und datenbankbasierte Erstellung der Jagdbögen, beziehungsweise der Jagdbezirke sowie die Führung des Kassenbuches sind weitere Seminarthemen.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau und der Interessengemeinschaft der Jagdgenossenschaften und Eigenjagdbesitzer (IGJG) 110 Euro und für Nichtmitglieder 160 Euro.

Informationen und Anmeldungen bitte an:
Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.
Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz
Telefon: 0261 9885-1112
E-Mail: presse@bwv-net.de
Online: www.bwv-net.de