BWV hinterfragt PETA-Auszeichnung „Vegane Vielfalt“ kritisch

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) nimmt die Auszeichnung von REWE durch PETA zum Anlass, die Bedeutung einer vielfältigen, regionalen und krisenfesten Lebensmittelversorgung hervorzuheben. PETA hat REWE in der Kategorie „Beste vegane Vielfalt“ ausgezeichnet. Aus Sicht des BWV greift diese Würdigung zu kurz, weil sie die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel, der Nutztierhaltung und landwirtschaftlicher Kreisläufe nicht ausreichend berücksichtigt.

Eine leistungsfähige regionale Landwirtschaft ist die Grundlage für Versorgungssicherheit und Ernährungssouveränität. Gerade in Zeiten geopolitischer Krisen, instabiler Lieferketten und zunehmender Wetterextreme zeigt sich, wie wichtig die heimische Lebensmittelproduktion ist. Die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz sorgt täglich dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mit hochwertigen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus der Region versorgt werden. Diese Vielfalt macht unsere Ernährung nicht nur abwechslungsreich und ausgewogen, sondern stärkt zugleich regionale Wertschöpfung, kurze Transportwege und die Unabhängigkeit von Importen.

Vielfalt statt Einseitigkeit

Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte gehören ebenso zu einer gesunden Ernährung wie Milch, Fleisch und Eier. Tierische Lebensmittel liefern hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12, Calcium und die Spurenelemente Jod, Eisen und Zink. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weist darauf hin, dass tierische Lebensmittel weltweit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisten und ihre Nährstoffzusammensetzung nur teilweise durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden kann.

Der BWV kritisiert die Auszeichnung „Beste vegane Vielfalt“, weil sie den Eindruck vermittelt, eine nachhaltige und gesunde Ernährung sei ausschließlich pflanzlich. Eine zukunftsfähige Ernährung basiert jedoch auf Vielfalt – sowohl auf dem Teller als auch in der Landwirtschaft.

Tierhaltung ist Kern einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft

Für den BWV ist die Nutztierhaltung ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft. Insbesondere in den Grünlandregionen von Rheinland-Pfalz können viele Flächen nicht ackerbaulich genutzt werden. Wiederkäuer machen diese Flächen erst für die Lebensmittelproduktion nutzbar, indem sie Gras in hochwertige Lebensmittel umwandeln.

Gleichzeitig schließt die Tierhaltung natürliche Stoffkreisläufe: Gülle und Mist liefern wertvolle organische Nährstoffe, fördern die Bodenfruchtbarkeit und ersetzen dabei mineralischen Dünger. Wirtschaftsdünger und pflanzliche Reststoffe werden zudem in Biogasanlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt. Landwirtschaftliche Kreislaufwirtschaft verbindet damit Lebensmittelproduktion, Bodenfruchtbarkeit, Klimaschutz und Energieversorgung.

Regional einkaufen stärkt Landwirtschaft und Versorgung

Der BWV appelliert an die Verbraucherinnen und Verbraucher, beim Einkauf bewusst auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten. Wer sich für Kartoffeln aus der Eifel statt für Importware aus Ägypten oder für Rindfleisch aus dem Hunsrück statt aus Übersee entscheidet, stärkt regionale Betriebe, sichert Arbeitsplätze, verkürzt Transportwege und leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

„Regionale Landwirtschaft bedeutet Vielfalt. Sie liefert pflanzliche und tierische Lebensmittel gleichermaßen und verbindet Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz mit einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Diese Leistungen verdienen mehr öffentliche Anerkennung“, betont der BWV.

Verband kündigt Gespräch mit REWE an

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau wird in den kommenden Tagen das Gespräch mit der REWE Group suchen. Ziel ist es, die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel für stabile Lieferketten, Ernährungssicherheit und nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu erörtern. Der Verband wirbt für einen ausgewogenen Dialog, der die Leistungen der heimischen Landwirtschaft in ihrer gesamten Vielfalt anerkennt und die regionale Erzeugung als unverzichtbaren Bestandteil einer zukunftsfähigen Lebensmittelversorgung stärkt.

Akzeptable Erträge treffen auf niedrige Preise

Badem. Die Ernte 2026 fällt in Rheinland-Pfalz insgesamt besser aus, als es die ungewöhnlich trockene und heiße Witterung zunächst erwarten ließ. Vor allem Wintergerste, Winterweizen und Raps liefern vielerorts überdurchschnittliche Erträge und ordentliche Qualitäten. Gleichzeitig geraten die Betriebe wirtschaftlich unter Druck: Niedrige Erzeugerpreise stehen deutlich gestiegenen Kosten für Treibstoff, Dünger und Arbeit gegenüber. Das machten in der ersten gemeinsamen Erntepressekonferenz der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, und der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Pfalz Süd, Ökonomierat Eberhard Hartelt, beim Landhandelsunternehmen Raiffeisen Rhein-Ahr-Eifel in Badem deutlich. Über 50 Gäste aus Politik, Landwirtschaft und Medien besuchten die Erntepressekonferenz der beiden Verbände.

Auch wenn Gewitterschauer in einigen Regionen noch das Schlimmste verhindert haben, kamen die Präsidenten, gemeinsam mit den Ausschussvorsitzenden für Pflanzliche Produktion Harald Schneider und Gerold Füge darin überein, dass die Landwirte sowohl mit den Ernteergebnissen als auch mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen nicht zufrieden sein können.

Weber: „Die Getreideernte lässt zu wünschen übrig, jetzt steht der Mais außerordentlich schlecht. Wenn es nicht bald regnet, müssen sich die Betriebe auch noch Sorgen über die Futtergrundlage ihrer Betriebe machen.“ Die Gesellschaft müsse zur Kenntnis nehmen, dass die Landwirtschaft dringend Unterstützung benötige. Tankrabatte, Mindestlohn oder Minijobs, die Politik dürfe den ohnehin hohen Druck auf die Betriebe nicht noch zusätzlich erschweren. Es sei an der Zeit, endlich Farbe für die Landwirtschaft und den ländlichen Raum zu bekennen und die Forderungen des Berufsstandes umzusetzen und die landwirtschaftlichen Betriebe zu schützen. Das gelte auch für unsere Biogasanlagen. Überall in Europa werde die grundlastfähige Biogasproduktion ausgebaut, während in Deutschland noch nicht einmal die vorhandenen Anlagen geschützt würden. Stattdessen würden landwirtschaftliche Flächen für Photovoltaikanlagen der Nahrungsmittelerzeugung entzogen. Das sei nicht nachvollziehbar. Hier müsse dringend eine Kehrtwende erfolgen.

Der BWV-Präsident Marco Weber kritisierte die geringe Wertschätzung des heimischen Getreides scharf. Über alle Getreidearten hinweg würden sich die aktuellen Erzeugerpreise um mehr als die Hälfte unter dem Niveau der Ernte 2022 bewegen. Das könne angesichts der enorm gestiegenen Betriebsmittelpreise kein Betrieb in Rheinland-Pfalz und Deutschland kompensieren. Auch die Tierhalter würden unter Tiefpreise für Fleisch und Milch leiden. Politik und Gesellschaft müssten für Entlastungen sorgen.

Der Präsident des BWV Rheinland-Pfalz Süd, Eberhard Hartelt, bedauerte, dass die Menschen im Land kaum mehr die Auswirkungen des Klimawandels auf die Nahrungsbereitstellung wahrnehmen würden. Obwohl der Bedarf an Obst und Gemüse nicht einmal mehr zu 30 Prozent aus deutscher Produktion abgedeckt werden könne, werde der Eindruck erweckt, dass alles reichlich vorhanden sei. Dabei werde die landwirtschaftliche Produktion, auch im Vergleich mit fast allen anderen Staaten in der Welt, immer weniger konkurrenzfähig. Folglich werde der Selbstversversorgungsgrad in allen Produktionsbereichen stetig abnehmen. Das sei in Krisenzeiten sehr gefährlich und werde gesellschaftlich völlig unterschätzt.

Das natürlichen Flächenbedarfsgesetz und Planungsbeschleunigungsgesetze würden mit überragendem öffentlichen Interesse begründet, so Hartelt. Die Politik müsse sich die Frage gefallen lassen, ob die Landwirtschaft und die Lebensmittelerzeugung dem überragenden öffentlichen Interesse nicht unterliegen würden. Schließlich sei die Ernährung der Menschen im Land von großer Bedeutung.

Hartelt sieht zwischen Landwirtschaft und Naturschutz keine Konkurrenz. Am Ende könnten die Flächenkonkurrenz reduziert und die Artenvielfalt bei gleichzeig hohem Schutzpotential für die landwirtschaftlichen Kulturen umgesetzt werden.

Der Vorsitzende des Fachausschusses für Pflanzliche Erzeugung und Erneuerbare Energien, Harald Schneider, forderte die Politik auf, die Ernährungssicherheit endlich ins Grundgesetz aufzunehmen. In der Diskussion um die künftige Ausgestaltung der Roten Gebiete brach er eine Lanze für verursacherorientierte Lösungen. Es müsse Schluss damit sein, in den Roten Gebieten faktisch nur Futtergetreide anbauen zu können, während Deutschland Brotgetreide aus Nordafrika importiere.

Menschen, die arbeiten wollten, dürften nicht beschnitten werden. Er erwarte sich von der Landesregierung, dass sie sich in Berlin für den Erhalt der Minijobs einsetze. Außerdem dürfe der Landwirtschaft diese Möglichkeit Arbeitswillige anzustellen nicht genommen werden.

Erntesituation und wirtschaftliche Entwicklung

Das Frühjahr war mit durchschnittlich 2,7 Grad wärmer als im langjährigen Mittel. Seit Februar blieb der Niederschlag in jedem Monat unter dem Durchschnitt. Im Frühjahr fielen nur rund 124 Liter je Quadratmeter statt der üblichen 191 Liter. Das setzte sich bis zur Ernte fort, sodass Hitze und Trockenheit die Abreife beschleunigten und die Getreideernte bereits um die Monatswende Juni/Juli begann. Die trockene Witterung führte außerdem zu einer außergewöhnlich kompakten Ernte. Früh- und Spätdruschgebiete waren vielerorts nahezu gleichzeitig erntereif. Das erschwerte regional die Erfassung durch den Landhandel und führte zusammen mit den niedrigen Erzeugerpreisen teilweise zu Hoflagerungen.

Erfreulich zeigt sich die Wintergerste. Sie konnte von der Winterfeuchte profitieren und reifte unter den trockenen Bedingungen zügig ab. Ertrag und Qualität liegen über dem Durchschnitt. Belastend wirken die rückläufige Nachfrage nach Futtergerste, volle Lager und anhaltende Importe. Top aktuell steigen die Preise aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzung am Schwarzen Meer und der Beschädigung von Hafenanlagen.

Schwieriger ist die Lage bei der Sommerbraugerste. Viele Bestände sind dünn und konnten Hitze und Trockenheit nicht ausgleichen. Vor allem in den Höhenlagen bleiben die Vollkornanteile häufig zu niedrig. Bessere Ergebnisse werden an der Nahe sowie in Rheinhessen und der Pfalz erwartet. Früh gesäte Bestände und die im Herbst ausgesäte sogenannte „Martinsgerste“ profitierten von der Winterfeuchte. Regional sind Erträge um sechs Tonnen je Hektar möglich. Mit rund 175 Euro je Tonne bleibt der Preis dennoch schwach; volle Lager bei den Mälzereien schränken die Vermarktung ein.

Beim Winterweizen, mit rund 106.000 Hektar die wichtigste Marktfrucht des Landes, fällt die Bilanz überwiegend positiv aus. Je nach Region werden sieben bis zehn Tonnen je Hektar erwartet. Auf leichteren Böden hat die Frühjahrstrockenheit die Bildung von weiteren Trieben geschwächt, vielerorts stimmen Ertrag und Qualität dennoch. Regional führte die Hitze während der Kornfüllungsphase jedoch zu einer verkürzten Kornfüllung und niedrigeren Tausendkorngewichten. Die Eiweißgehalte liegen meist um zwölf Prozent, die Hektolitergewichte vielfach über 80 Kilogramm. Wirtschaftlich bleibt die Situation angespannt: Qualitätsweizen erzielt aktuell etwa nur 190 Euro je Tonne, Backweizen rund 180 Euro.

Roggen und Triticale bleiben wirtschaftlich schwierig. Roggen wird bei Preisen um 150 Euro je Tonne zunehmend zum Nischenprodukt. Triticale erzielt zwar durchschnittliche Erträge, wird aber nur auf Futtergerstenniveau bezahlt und deshalb verstärkt als Ganzpflanzensilage oder für Biogasanlagen genutzt.

Sehr erfreulich entwickelt sich der Raps. Die Anbaufläche ist um sieben Prozent auf rund 46.000 Hektar gestiegen. Die trockene Witterung hielt Unkräuter, Pilzkrankheiten und Schädlinge weitgehend zurück. Auf frühen Standorten sind vier Tonnen je Hektar keine Seltenheit, auch die Ölgehalte von 42 bis 45 Prozent überzeugen. Aktuell steigen die Preise auf über 500 Euro je Tonne. Weber warb deshalb für stärkere Vermarktungspartnerschaften zwischen Landwirten und Handel.

Sorge bereitet dagegen der Mais. Seine Entwicklung ist regional extrem unterschiedlich. In Teilen der Eifel, des Westerwaldes und der Südpfalz profitierten die Bestände zunächst von Gewitterschauern. Auf leichten Böden am Oberrhein, in der Vorderpfalz und in Rheinhessen zeigen sich dagegen deutliche Trockenschäden. Hohe Temperaturen und Wassermangel begrenzen zunehmend das Ertragspotenzial. Zwischen guten und stark gestressten Beständen liegen teilweise nur wenige Kilometer. Entscheidend sind nun zeitnahe Niederschläge. Bleiben diese aus, drohen beim Silomais erhebliche Ertrags- und Qualitätseinbußen für die Futterversorgung der Viehbetriebe. Gleichzeitig könnten geringere Körnermaiserträge die Verfügbarkeit heimischer Futtermittel weiter einschränken.

Auch Kartoffeln leiden unter der Hitze. Auf bewässerbaren Flächen waren die Bedingungen zuletzt günstig, nicht bewässerte Bestände zeigen teils deutliche Einbußen. Bei Frühkartoffeln werden überwiegend 25 bis 35 Tonnen je Hektar erreicht, trockengeschädigte Flächen bleiben deutlich darunter. Regional verschärft zudem starker Drahtwurmbefall die Situation, wodurch ein Teil der Ernte nicht mehr vermarktungsfähig ist. Die Preise sind seit Mitte Juni von mehr als 500 auf rund 430 Euro je Tonne gefallen.

Beim Dauergrünland brachte der frühe erste Silageschnitt vielerorts gute Mengen und Qualitäten. Mehr als 50 Dezitonnen Trockenmasse je Hektar waren keine Seltenheit. Auch der zweite Schnitt fiel regional noch ordentlich aus, während flachgründige Böden schwächer abschnitten. Die anhaltende Trockenheit führte jedoch zu deutlichen regionalen Unterschieden. Während in einigen Regionen ein dritter Schnitt noch möglich war, blieb er insbesondere im Süden des Landes aufgrund ausgetrockneter Bestände vielfach aus.

Im Weinbau sind die Reben weit entwickelt, der Gesundheitszustand der Trauben ist bislang gut. Ein früher Lesebeginn Anfang bis Mitte September zeichnet sich ab. In jungen Anlagen und flachgründigen Steillagen nehmen jedoch die Trockenstress-Symptome zu. Bleibt der Regen aus, könnten Menge und Qualität leiden. Hinzu kommt eine schwierige Marktlage mit häufig nicht kostendeckenden Fassweinpreisen. Besonders gefährdet ist nach Einschätzung des BWV die arbeitsintensive Steillagen-Weinkulturlandschaft.

Im Obstbau ergibt sich ein gemischtes Bild. Bei Äpfeln wird eine mittlere Ernte erwartet, allerdings verursachen Sonnenbrandschäden Ausfälle und zusätzliche Sortierarbeit. Süßkirschen brachten gute Erträge, litten jedoch unter Importdruck. Zwetschen präsentieren sich bislang gut, könnten bei anhaltender Trockenheit jedoch Früchte abwerfen. Erdbeeren erzielten im geschützten Anbau überwiegend gute Ergebnisse, während Freilandbestände durch Pilzkrankheiten und Sonnenbrand beeinträchtigt wurden.

Für Weber und Hartelt zeigt die Ernte 2026 damit ein vielfältiges Bild: Auf vielen Flächen stimmen Erträge und Qualitäten, doch die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt. „Akzeptable Ernten allein sichern noch kein Einkommen“, betonten die Präsidenten beider Verbände. Stark gestiegene Betriebsmittel- und Lohnkosten träfen auf Erzeugerpreise, die teilweise auf dem Niveau von vor 2020 lägen. Notwendig seien faire Wettbewerbsbedingungen, verlässliche politische Rahmenbedingungen und eine stärkere Marktposition der heimischen Betriebe.

Kleine Entdecker auf dem Saalenhof in der Eifel

Pickließem. Am vergangenen Donnerstag verwandelte sich der Saalenhof von Betriebsleiterin Lea Weber in Pickließem in einen spannenden Lern- und Erlebnisort für Kinder im Alter von fünf bis elf Jahren. Mit viel Neugier, Begeisterung und Freude erkundeten die jungen Besucherinnen und Besucher bei verschiedenen Mitmachangeboten die heimische Landwirtschaft. Dabei wurde ihnen die Landwirtschaft nicht nur erklärt, sondern sie erlebten sie hautnah und konnten sie entdecken und begreifen. Denn wer schon früh erfährt, wo unsere Lebensmittel herkommen, wie Tiere versorgt werden und wie viel Wissen, Arbeit und Verantwortung in einem landwirtschaftlichen Betrieb stecken, entwickelt auch ein stärkeres Bewusstsein für Natur, Ernährung und für unsere bäuerlichen Familienbetriebe.

Ausgerichtet wurde der Kindertag vom Saalenhof in Zusammenarbeit mit dem BWV-Kreisverband Bitburg-Prüm, den LandFrauen Bitburg und der Landjugend Eifel.

BWV-Vizepräsident und Kreisvorsitzender Stefan Fiedler ist stolz engagierte Mitgliedsbetriebe im Eifelkreis zu haben: „Der Saalenhof ist heute vor allem als moderner Milchviehbetrieb der Familie Weber bekannt. Der Hof engagiert sich in den Bereichen Tierwohl, Nachhaltigkeit und landwirtschaftliche Bildungsarbeit. Über die Betreuung von Schulklassen während eines Schuljahres und Events in den Ferien nutzt der Betrieb sein Potential für die Öffentlichkeit geradezu vorbildlich.“

Solche Angebote seien ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Bildungsarbeit. Sie würden Begegnungen schaffen, Fragen beantworten und Wissen vermitteln, das im Schulalltag leider noch immer häufig zu kurz komme, so Fiedler. Umso schöner sei es, wenn Kinder Landwirtschaft mit allen Sinnen kennenlernen und viele neue Eindrücke mit nach Hause nehmen könnten.

Ein herzliches Dankeschön gilt allen LandFrauen, Landjugendlichen, Helferinnen und Helfern – insbesondere Familie Weber vom Saalenhof – die mit großem Engagement, viel Herzblut und zahlreichen Ideen diesen besonderen Tag möglich gemacht haben!

100 Jahre Peter Stolz GmbH: BWV würdigt starken Partner der Landwirtschaft in der Eifel

Gillenfeld/Koblenz. Die Peter Stolz GmbH aus Gillenfeld hat am 27. Juni 2026 ihr 100-jähriges Bestehen gefeiert. In Vertretung des Präsidenten des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber, nahm BWV-Vizepräsident Harald Schneider an der Jubiläumsfeier teil und überbrachte die Glückwünsche des Verbandes.

Seit der Gründung im Jahr 1926 ist die Peter Stolz GmbH eng mit der Landwirtschaft in der Eifel und an der Mosel verbunden. Was einst in einer kleinen Lagerhalle an der Bahnstrecke in Gillenfeld begann, entwickelte sich zu einem modernen Landhandelsunternehmen, das Landwirte, Winzer und Menschen in der Region seit einem Jahrhundert zuverlässig mit Energie, Saatgut, Düngemitteln, Betriebsmitteln und vielen weiteren Leistungen versorgt.

In seinem Grußwort würdigte Harald Schneider die besondere Bedeutung des Unternehmens für die regionale Landwirtschaft: „Ein funktionierender Landhandel ist für unsere Betriebe weit mehr als nur ein Lieferant. Er ist Partner, Dienstleister, Ansprechpartner und oft auch Problemlöser vor Ort. Die Firma Stolz steht seit 100 Jahren für Verlässlichkeit, regionale Verbundenheit und Treue zu den Landwirten in der Eifel und an der Mosel. Im Namen des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau gratuliere ich sehr herzlich zu diesem beeindruckenden Jubiläum und danke der Familie Stolz sowie der Geschäftsführung und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für ihre jahrzehntelange Unterstützung unserer landwirtschaftlichen Betriebe.“

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In seinem Grußwort würdigte BWV Vizepräsident Harald Schneider die besondere Bedeutung der Peter Stolz GmbH für die regionale Landwirtschaft. © Foto Gossler

Zugleich fand Schneider auf der Jubiläumsfeier deutliche Worte zur angekündigten Schließung des RWZ-Agrarstandortes Wittlich zum 1. September 2026. Diese Entscheidung hinterlasse nach seiner Einschätzung eine erhebliche Lücke in der landwirtschaftlichen Infrastruktur der Region. Viele Betriebe wüssten derzeit noch nicht, wie sie den Wegfall dieses Standortes im Alltag, insbesondere bei Betriebsmitteln, Getreideerfassung und Logistik, zuverlässig kompensieren sollten. Besonders verärgert zeigte sich Schneider über die Art und Weise der Kommunikation: Die lange Geheimhaltung, die fehlende frühzeitige Einbindung der betroffenen Landwirte und die unterbliebene Anhörung der berufsständischen Vertretung seien aus Sicht des BWV nicht akzeptabel. Wer jahrzehntelang auf die Treue landwirtschaftlicher Betriebe gebaut habe, dürfe eine solch weitreichende Entscheidung nicht über deren Köpfe hinweg treffen. Gerade am Tag des Stolz-Jubiläums werde sichtbar, wie wichtig verlässliche, regionale und partnerschaftlich handelnde Landhandelsstrukturen für die Landwirtschaft seien.

Die Geschichte der Peter Stolz GmbH ist eng mit der Entwicklung der Region verbunden. Firmengründer Peter Stolz erkannte früh, dass die Bauern der Eifel einen verlässlichen Partner brauchten, der ihre Erzeugnisse vermarktete und sie zugleich mit den notwendigen Betriebsmitteln versorgte. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zeigte das Unternehmen eine besondere Nähe zu seinen Kunden: Wer erst nach der Ernte zahlen konnte, bekam Zeit. Der Leitsatz des Gründers „Gute Leute sind mehr wert als bares Geld in der Tasche“ wurde damit zur gelebten Unternehmensphilosophie.

Über die Jahrzehnte wuchs das Unternehmen stetig weiter. Neben dem klassischen Landhandel kamen unter anderem der Handel mit Energie, der Landmaschinenbereich, die Tankstelle in Gillenfeld sowie leistungsfähige Anlagen zur Getreideerfassung hinzu. Auch technischer Fortschritt und unternehmerischer Mut prägten die Entwicklung: Mit Investitionen in Silos, Trocknungs- und Desinfektionsanlagen, moderne Waagetechnik, Fuhrpark und Lagerkapazitäten stellte sich die Firma Stolz immer wieder auf die veränderten Anforderungen der Landwirtschaft ein.

Auch heute bleibt das Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der landwirtschaftlichen Infrastruktur in der Region. Mit der modernen Getreidehalle, einer digitalisierten Lkw-Waage und einem weiterentwickelten Fuhrpark setzt die Peter Stolz GmbH den Weg zwischen Tradition und Zukunft konsequent fort.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau sieht in der Peter Stolz GmbH ein Beispiel dafür, wie mittelständische Familienunternehmen den ländlichen Raum stärken, Wertschöpfung in der Region halten und landwirtschaftlichen Betrieben Planungssicherheit geben können. Gerade in Zeiten volatiler Märkte, steigender Anforderungen und wachsender Bürokratie seien verlässliche regionale Partner von besonderer Bedeutung. Der BWV gratuliert der Peter Stolz GmbH herzlich zum 100-jährigen Bestehen und wünscht dem Unternehmen, der Familie Stolz, der Geschäftsführung sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern weiterhin viel Erfolg, unternehmerische Weitsicht und eine gute Zukunft an der Seite der Landwirtschaft.

Fünf Jahre nach der Flutkatastrophe im Ahrtal

In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 veränderte sich das Leben Tausender Menschen innerhalb weniger Stunden. Extreme Regenfälle ließen die Ahr und zahlreiche weitere Gewässer über die Ufer treten. Ganze Ortschaften wurden überflutet, Häuser, Straßen, Brücken und Existenzen zerstört.

135 Menschen verloren allein in Rheinland-Pfalz ihr Leben, 134 davon im Landkreis Ahrweiler. Hunderte wurden verletzt, Zehntausende waren unmittelbar von der Katastrophe betroffen. In Teilen der Ahrregion fielen innerhalb von 24 Stunden bis zu 150 Liter Regen pro Quadratmeter – mehr als doppelt so viel wie dort durchschnittlich im gesamten Monat Juli. Deutschlandweit starben 185 Menschen.

Heute, am 14. Juli 2026, gedenken wir der Opfer. Unsere Gedanken sind bei ihren Familien und Freunden, bei den Verletzten, den Menschen, die ihr Zuhause oder ihre wirtschaftliche Existenz verloren haben, und bei allen, die die Bilder und Erlebnisse jener Nacht bis heute begleiten.

Zugleich erinnern wir an eine beispiellose Welle der Solidarität. Feuerwehrleute, Rettungskräfte, Polizei, Bundeswehr, THW, Hilfsorganisationen und unzählige freiwillige Helferinnen und Helfer kamen in die betroffenen Gebiete.

Auch die Landwirtschaft und der Weinbau standen zusammen. Bereits am Tag nach der Katastrophe richtete der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau eine Hilfsplattform ein. Mehr als 100 Berufskolleginnen und Berufskollegen boten darüber unmittelbar ihre Unterstützung an. Der Kreisverband Ahrweiler leistete in dieser Zeit Übermenschliches und auch die hauptamtlichen Mitarbeiter des BWV packten im Ahrtal mit an.

Bäuerinnen und Bauern sowie Winzerinnen und Winzer zogen in Massen mit Traktoren, Radladern, Anhängern, Pumpen und weiterem schweren Gerät ins Ahrtal und in die Eifel. Sie räumten Schlamm und Trümmer beiseite, transportierten Hilfsgüter, stellten Maschinen zur Verfügung und halfen dort, wo Hilfe gebraucht wurde – häufig ohne nach Entschädigung zu fragen und ungeachtet der Arbeit, die gleichzeitig auf den eigenen Betrieben wartete.

Über den Bäuerlichen Hilfsfonds des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau und die Schorlemer Stiftung des Deutschen Bauernverbandes konnte rund 150 betroffenen Bauern- und Winzerfamilien finanziell geholfen werden. Möglich wurde dies durch die große Spendenbereitschaft vieler Menschen, Unternehmen und Organisationen.

Fünf Jahre später ist bereits vieles neu entstanden. Doch der Wiederaufbau ist noch nicht beendet. Bis zum 1. Juli 2026 wurden für das Ahrtal mehr als 3,7 Milliarden Euro Aufbauhilfe bewilligt. Von rund 20.800 vollständig eingereichten Förderanträgen waren über 96 Prozent bewilligt; rund 2,4 Milliarden Euro wurden ausgezahlt. Zahlreiche kommunale Gebäude, Brücken und andere Teile der Infrastruktur befinden sich weiterhin im Wiederaufbau.

Unser besonderer Dank gilt heute allen haupt- und ehrenamtlichen Einsatzkräften, allen privaten Helferinnen und Helfern sowie allen Spenderinnen und Spendern.

Von Herzen danken wir insbesondere den Bauern- und Winzerfamilien, die vor fünf Jahren sofort ihre Maschinen starteten, die Ärmel hochkrempelten und selbstlos halfen – und die sich bis heute für ihre Berufskollegen, ihre Dörfer und den Wiederaufbau im Ahrtal einsetzen.

Diese Solidarität werden wir nicht vergessen.

Runder Tisch Tiergesundheit und Seuchenprävention Rheinland-Pfalz tagt in Bekond

„Tiergesundheit stärken, Seuchenrisiken minimieren: Fachinstitutionen beraten sich in Bekond“.

Bekond, im Juni 2026 – Vertreterinnen und Vertreter landwirtschaftlicher Institutionen aus den Bereichen Tiergesundheit, Landwirtschaft und Veterinärwesen haben sich in der Kreisgeschäftsstelle des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in Bekond zu einem ersten Runden Tisch Tiergesundheit und Seuchenprävention Rheinland-Pfalz zusammengefunden. Ziel des Austausches war es, aktuelle Herausforderungen im Bereich Tierseuchenprävention und Biosicherheit zu identifizieren und Handlungsbedarfe für die Zukunft zu benennen.

An dem Treffen nahmen Frau Dr. Wettlaufer-Zimmer vom Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz (LUA), Frau Dr. Mengel Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz, Herr Dr. Hettich Veterinäramt Vulkaneifel, Frau Hemmes von der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz, Herr Vogelgesang und Frau Franke für den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Pfalz-Süd, sowie Herr Fiedler und Frau Nolden für den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau teil.

Im Mittelpunkt der Diskussion standen die zunehmenden Anforderungen an die Tierseuchenbekämpfung und die Notwendigkeit einer guten Zusammenarbeit zwischen Behörden, Verbänden, Tierärzteschaft und Tierhaltern. Ein wesentliches Thema war die unzureichende Herdenimmunität bei verschiedenen Tierseuchen. In diesem Zusammenhang wurden Möglichkeiten zur Steigerung der Impfbereitschaft der Tierhalter sowie die Vor- und Nachteile möglicher verpflichtender Impfmaßnahmen erörtert.

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Informationsverfügbarkeit im Seuchenfall. Die Teilnehmenden stellten fest, dass aktuelle Vorgaben und Regelungen oftmals nicht zeitnah und einheitlich verfügbar seien. Daher wurde die Entwicklung eines landesweit abgestimmten „Fahrplans für den Seuchenfall“ angeregt. Dieser soll Tierhaltern und beteiligten Institutionen klare Orientierung zu Zuständigkeiten, Meldewegen, Verbringungsregelungen und Notfallabläufen geben. Die entsprechenden Informationen sollen künftig zentral und leicht auffindbar auf den Internetseiten der beteiligten Organisationen bereitgestellt werden.

Diskutiert wurden außerdem Unterschiede bei der Umsetzung europäischer und bundesrechtlicher Vorgaben durch die zuständigen Veterinärbehörden in den Landkreisen. Die Teilnehmenden sehen hier Potenzial für eine stärkere Vereinheitlichung der Verwaltungsverfahren und eine intensivere Abstimmung zwischen den zuständigen Stellen.

Besondere Aufmerksamkeit galt den zahlreichen Kleinst- und Hobbyhaltungen von Nutztieren. Nach Einschätzung der Fachleute besteht hier häufig ein unzureichendes Bewusstsein für Biosicherheitsmaßnahmen und die damit verbundenen gesetzlichen Anforderungen. Gleichzeitig stellen diese Haltungen einen wichtigen Baustein bei der Prävention und Bekämpfung von Tierseuchen dar.

Einigkeit bestand darüber, dass die Öffentlichkeitsarbeit deutlich verstärkt werden muss. Durch gezielte Informationskampagnen sollen Tierhalterinnen und Tierhalter sowie die breite Öffentlichkeit stärker für die Dringlichkeit von Biosicherheit, Tiergesundheit und Zoonosen sensibilisiert werden. Dies gewinnt insbesondere vor dem Hintergrund von Hoffesten, Schulbesuchen und weiteren Veranstaltungen auf landwirtschaftlichen Betrieben an Bedeutung.

Darüber hinaus wurden Herausforderungen bei der Verfügbarkeit von Tierärzten, der Dokumentation von Impfungen, der Versorgung mit Tierarzneimitteln sowie beim Fachkräftemangel in nahezu allen beteiligten Bereichen angesprochen. Die Teilnehmenden sprachen sich für gemeinsame Schulungsangebote zu Biosicherheitsmaßnahmen und Tiertransporten aus, die sowohl für Tierhalter als auch für Tierärzte angeboten werden sollen.

Als konkrete nächste Schritte wurden die Erarbeitung von Merkblättern und Handlungshilfen für den Seuchenfall, die Durchführung gemeinsamer Schulungen sowie die Vorbereitung von Praxissimulationen zur Erprobung von Krisenabläufen vereinbart. Zudem soll die Bedeutung betrieblicher Biosicherheitspläne stärker in den Fokus gerückt werden.

Das nächste Treffen des Runden Tisches wird sich mit möglichen Lösungsansätzen und der konkreten Umsetzung der identifizierten Maßnahmen befassen.

Alexandra Nolden, Nadine Hemmes

Keine zusätzlichen Belastungen für den Weinbau

Koblenz, 8. Juli 2026. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. (BWV) lehnt die geplante Erhöhung der Schaumweinsteuer entschieden ab. In der derzeitigen wirtschaftlichen Lage des deutschen Weinbaus wäre eine zusätzliche steuerliche Belastung ein völlig falsches Signal an Winzerfamilien, Kellereien, Genossenschaften und die gesamte regionale Wertschöpfungskette.

Die Schaumweinsteuer ist eine Verbrauchsteuer auf Schaumwein (Sekt). Sie beträgt derzeit 136 Euro je Hektoliter beziehungsweise 1,02 Euro je 0,75-Liter-Flasche. Nach den Plänen des Bundesministeriums der Finanzen soll sie ab 2027 um 20 Prozent auf rund 163 Euro je Hektoliter steigen. Die Steuerbelastung je 0,75-Liter-Flasche würde damit auf rund 1,22 Euro anwachsen.

Aus Sicht des BWV kommt dieser Vorschlag zur denkbar schlechtesten Zeit. Die deutsche Weinwirtschaft befindet sich in einer schweren wirtschaftlichen Krise. Rückläufiger Weinkonsum, sinkende Absatzmengen, Kaufzurückhaltung der Verbraucherinnen und Verbraucher, steigender internationaler Wettbewerbsdruck sowie stark gestiegene Kosten für Energie, Löhne, Betriebsmittel, Verpackung, Logistik, Maschinen und Kellertechnik setzen die Betriebe massiv unter Druck. Viele familiengeführte Weinbaubetriebe arbeiten längst an der wirtschaftlichen Belastungsgrenze.

Gerade Schaumwein bietet vielen Betrieben derzeit wichtige Perspektiven. Während der Absatz von Stillwein seit Jahren unter Druck steht, investieren zahlreiche Winzerinnen und Winzer in hochwertige Sekte, Winzersekte sowie alkoholfreie und alkoholreduzierte Alternativen. Dieses Segment schafft zusätzliche Wertschöpfung, ermöglicht Innovationen und stärkt die wirtschaftliche Basis vieler Betriebe. Eine Steuererhöhung würde diese Entwicklung ausbremsen.

Die Folgen der geplanten Erhöhung wären aus Sicht des BWV klar absehbar. Den Herstellern bleiben nur zwei Möglichkeiten: Entweder sie übernehmen die zusätzliche Steuerbelastung selbst und schwächen damit ihre ohnehin angespannte Ertragslage weiter. Oder sie geben die Mehrbelastung über höhere Preise an die Verbraucherinnen und Verbraucher weiter. In diesem Fall drohen Absatzrückgänge in einem ohnehin preissensiblen Markt. Beide Wege führen zu einer zusätzlichen Belastung der Betriebe.

„Diese Steuererhöhung ist wirtschafts- und strukturpolitisch nicht nachvollziehbar. Wer die Schaumweinsteuer erhöht, belastet entweder die Hersteller direkt oder verteuert das Produkt für die Verbraucher. Am Ende stehen weniger Absatz, geringere Investitionsspielräume und noch mehr Druck auf unsere Winzerfamilien“, erklärt der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Marco Weber.

Kritisch bewertet der BWV auch das Verfahren. Der Entwurf zur Erhöhung der Schaumweinsteuer wurde den Verbänden am 29. Juni 2026 mit einer Frist zur Stellungnahme bis zum 30. Juni 2026, 13.00 Uhr, zugeleitet. Eine derart kurze Frist wird der Tragweite einer solchen Maßnahme nicht gerecht. Gerade ehrenamtlich geführte Verbände benötigen ausreichend Zeit, um sich mit ihren Gremien abzustimmen und eine fundierte Position zu erarbeiten.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau mit seinen Weinbauverbänden Ahr, Mosel, Mittelrhein und Nahe fordert daher alle politischen Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger auf, sich gegen die geplante Anhebung der Schaumweinsteuer einzusetzen. Angesichts der angespannten Lage im Weinbau darf der Bund die Betriebe nicht zusätzlich belasten.

Der BWV hat am 8. Juli alle Bundestagsabgeordneten aus dem Verbandsgebiet angeschrieben, um auf die erheblichen Risiken der geplanten Steuererhöhung hinzuweisen.

„Wer den Weinbau in Deutschland erhalten will, darf ihn nicht weiter belasten. Unsere Betriebe brauchen Entlastung, Planungssicherheit und verlässliche Rahmenbedingungen – keine neuen Steuern“, so die Repräsentanten des BWV einstimmig.

(mr)

Neu: BWV-Sticker – Anbindung an UPS

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V. bietet ab dem 06.07.2026 seinen Mitgliedern in Kooperation mit UPS ein neues Angebot zur Erstellung für den nationalen Paketversand über das bewährte Portal „BWV-Sticker“ an. Über BWV-Sticker können sich die Mitglieder online ihre benötigten UPS-Versandaufkleber nach Bedarf eigenständig erstellen.

Die Vorteile durch die Nutzung von BWV-Sticker sind folgende:

  • Versenden von Paketen zu günstigen Rahmenvertragskonditionen des BWV mit UPS
  • die Versandaufkleber können direkt nach Freischaltung durch den BWV erstellt werden
  • Keine monatliche Grundgebühr
  • Keine Mindestmenge an zu erstellenden Paketaufklebern
  • Korrekte Beschriftung des Paketaufklebers über den PC
  • Kunde kann über Zustellzeitpunkt per Mail informiert werden
  • Mitglied hat über BWV-Sticker Übersicht, welche Pakete ausgeliefert sind
  • Anbindung an folgende Weinbauprogramme: DWine System, Weinmann pro, Winitas

Achtung: Die Schadenabwicklung erfolgt wie bisher ausschließlich durch das Mitglied im direkten Kontakt mit UPS.

Anmeldung bei BWV-Sticker:

Alle Mitglieder können sich über den BWV-Internetauftritt des Verbandes www.bwv-net.de im Mitgliederbereich (durch Eingabe Ihrer BWV-Mitgliedsnummer) zur Nutzung von BWV-Sticker unter dem Stichwort „Paketversand BWV-Sticker“ anmelden.

Sobald das Portal für das einzelne Mitglied freigeschaltet ist, kann mit der Erstellung von Paketaufklebern über BWV-Sticker begonnen werden.

BWV-Sticker bietet eine Zusammenstellung der im Rahmen der Nutzung „häufig gestellten Fragen“ an und vereinfacht somit das Arbeiten mit dem neuen EDV-Portal zum Erstellen von Paketaufklebern. Weitere Rückfragen können jederzeit über bwv-sticker@bwv-net.de an den Verband geleitet werden.

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