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Foto: BWV/Herbert Netter

BWV hinterfragt PETA-Auszeichnung „Vegane Vielfalt“ kritisch

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) nimmt die Auszeichnung von REWE durch PETA zum Anlass, die Bedeutung einer vielfältigen, regionalen und krisenfesten Lebensmittelversorgung hervorzuheben. PETA hat REWE in der Kategorie „Beste vegane Vielfalt“ ausgezeichnet. Aus Sicht des BWV greift diese Würdigung zu kurz, weil sie die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel, der Nutztierhaltung und landwirtschaftlicher Kreisläufe nicht ausreichend berücksichtigt.

Eine leistungsfähige regionale Landwirtschaft ist die Grundlage für Versorgungssicherheit und Ernährungssouveränität. Gerade in Zeiten geopolitischer Krisen, instabiler Lieferketten und zunehmender Wetterextreme zeigt sich, wie wichtig die heimische Lebensmittelproduktion ist. Die Landwirtschaft in Rheinland-Pfalz sorgt täglich dafür, dass Verbraucherinnen und Verbraucher mit hochwertigen pflanzlichen und tierischen Lebensmitteln aus der Region versorgt werden. Diese Vielfalt macht unsere Ernährung nicht nur abwechslungsreich und ausgewogen, sondern stärkt zugleich regionale Wertschöpfung, kurze Transportwege und die Unabhängigkeit von Importen.

Vielfalt statt Einseitigkeit

Obst, Gemüse, Getreide und Hülsenfrüchte gehören ebenso zu einer gesunden Ernährung wie Milch, Fleisch und Eier. Tierische Lebensmittel liefern hochwertiges Eiweiß sowie wichtige Nährstoffe wie Vitamin B12, Calcium und die Spurenelemente Jod, Eisen und Zink. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) weist darauf hin, dass tierische Lebensmittel weltweit einen wichtigen Beitrag zur Ernährungssicherheit leisten und ihre Nährstoffzusammensetzung nur teilweise durch pflanzliche Alternativen ersetzt werden kann.

Der BWV kritisiert die Auszeichnung „Beste vegane Vielfalt“, weil sie den Eindruck vermittelt, eine nachhaltige und gesunde Ernährung sei ausschließlich pflanzlich. Eine zukunftsfähige Ernährung basiert jedoch auf Vielfalt – sowohl auf dem Teller als auch in der Landwirtschaft.

Tierhaltung ist Kern einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft

Für den BWV ist die Nutztierhaltung ein unverzichtbarer Bestandteil einer nachhaltigen Landwirtschaft. Insbesondere in den Grünlandregionen von Rheinland-Pfalz können viele Flächen nicht ackerbaulich genutzt werden. Wiederkäuer machen diese Flächen erst für die Lebensmittelproduktion nutzbar, indem sie Gras in hochwertige Lebensmittel umwandeln.

Gleichzeitig schließt die Tierhaltung natürliche Stoffkreisläufe: Gülle und Mist liefern wertvolle organische Nährstoffe, fördern die Bodenfruchtbarkeit und ersetzen dabei mineralischen Dünger. Wirtschaftsdünger und pflanzliche Reststoffe werden zudem in Biogasanlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energie genutzt. Landwirtschaftliche Kreislaufwirtschaft verbindet damit Lebensmittelproduktion, Bodenfruchtbarkeit, Klimaschutz und Energieversorgung.

Regional einkaufen stärkt Landwirtschaft und Versorgung

Der BWV appelliert an die Verbraucherinnen und Verbraucher, beim Einkauf bewusst auf die Herkunft der Lebensmittel zu achten. Wer sich für Kartoffeln aus der Eifel statt für Importware aus Ägypten oder für Rindfleisch aus dem Hunsrück statt aus Übersee entscheidet, stärkt regionale Betriebe, sichert Arbeitsplätze, verkürzt Transportwege und leistet einen Beitrag zur Versorgungssicherheit.

„Regionale Landwirtschaft bedeutet Vielfalt. Sie liefert pflanzliche und tierische Lebensmittel gleichermaßen und verbindet Ernährung, Umwelt- und Klimaschutz mit einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft. Diese Leistungen verdienen mehr öffentliche Anerkennung“, betont der BWV.

Verband kündigt Gespräch mit REWE an

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau wird in den kommenden Tagen das Gespräch mit der REWE Group suchen. Ziel ist es, die Bedeutung regional erzeugter Lebensmittel für stabile Lieferketten, Ernährungssicherheit und nachhaltige Kreislaufwirtschaft zu erörtern. Der Verband wirbt für einen ausgewogenen Dialog, der die Leistungen der heimischen Landwirtschaft in ihrer gesamten Vielfalt anerkennt und die regionale Erzeugung als unverzichtbaren Bestandteil einer zukunftsfähigen Lebensmittelversorgung stärkt.