Weinbauseminar

Raus aus der Komfortzone – neue Kunden kommen nicht von alleine!

Koblenz. Ausruhen auf dem bekannten Kundenstamm? Genügt das? Wer das bejaht, kann sich Geld und Zeit sparen. Winzerinnen und Winzer, die sich weiterbilden und neue Kunden gewinnen möchten, sollten das Seminar mit Verkaufstrainer und Autor Sascha Bartnitzki am 29. Februar 2024 von 09:30 bis 16:00 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau in Koblenz besuchen.

Wie wird man Verkäufer mit Begeisterung und findet die zielgenaue Gesprächseröffnung und Ansprache bei einem Neukundengespräch, sind wichtige Inhalte des Seminars. Weitere wichtige Punkte sind die dialogorientierte Gesprächsführung und der Wechsel von der Beratung zum proaktiven Verkauf.

Die Themen „Adressen gewinnen – das Thema der Zukunft“, „so wird der Verkoster zum Käufer“, „wie Sie Zusatzverkäufe einleiten und zum Abschluss bringen“ und „das Erlernen von Gesprächstechniken bei Widerständen des Kunden“ werden von Sascha Bartnitzki ebenfalls erläutert.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 195 Euro und 290 Euro für Nichtmitglieder.

Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, Fax: 0261 9885-1300, E-Mail: meurer@bwv-net.de oder hier über die Homepage

Grafiktool für Jedermann: Canva – Posts gestalten und optimieren

Koblenz. Informationen werden längst nicht mehr nur als Texte gepostet. Sie sollten ansprechend und auffallend gestaltet sein. Hierfür gibt es Programme, wie beispielsweise Canva. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) nutzt dieses Programm und ist bereit, Mitglieder und Interssierte zu schulen.

Yvonne Pauly, Projektmanagerin in der Erwachsenenbildung, wird am 21. Februar 2024 von 13 bis 16 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz durch das Canva-Seminar führen.

Die Seminarteilnehmer werden sich mit den Möglichkeiten des Canva-Programms auseinandersetzen.

Bildbearbeitung, die Nutzung von Schriftarten und Grafikelementen sind zentrale Inhalte des Seminars. Außerdem lernen die Teilnehmer ansprechende Designs schnell und attraktiv zu bearbeiten sowie eigene Posts ansprechend und informativ zu gestalten.

Das Mitbringen eigener Ideen und Wünsche für geplante Posts wird ausdrücklich begrüßt.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 30 Euro und 80 Euro für Nichtmitglieder.

Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, Fax: 0261 9885-1300, E-Mail: meurer@bwv-net.de oder hier über die Homepage.

Hofübergabeseminar: Den landwirtschaftlichen Betrieb richtig übergeben

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau (BWV) führt am 07. Februar 2024 ab 10 Uhr in der Hauptgeschäftsstelle in Koblenz ein Hofübergabeseminar durch.

Die Seminarteilnehmer werden sich mit den rechtlichen, steuerlichen und versicherungstechnischen Hintergründen sowie mit den notariellen Anforderungen im Rahmen einer Hofübergabe beschäftigen. Außerdem wird die Bedeutung des Ertragswertes erläutert. Rechtsanwältin Barbara Wolbeck, Steuerberater Bernd Heinrichs, Versicherungsreferentin Dr. Petra Paul und Kreisgeschäftsführer Hartmut Bauer vom Bauern- und Winzerverband stehen als Fachreferenten zur Verfügung.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 30 Euro und 80 Euro für Nichtmitglieder.

Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112, Fax: 0261 9885-1300, E-Mail: meurer@bwv-net.de oder hier über die Homepage.

Online-Informationsveranstaltung: Ein Jahr satellitengestütztes Flächenmonitoring in Rheinland-Pfalz

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau führt am 29. Januar von 10 bis 12 Uhr das Onlineseminar „Ein Jahr satellitengestütztes Flächenmonitoring in Rheinland-Pfalz“ durch.

Dominik Benz vom Prüfdienst Agrarförderung wird über die Einführung des satellitengestützten Flächenmonitoringsystems informieren. Dieses System beobachtet ständig alle beantragten landwirtschaftlichen Flächen anhand von Satellitendaten aus dem Copernicus-Programm der EU-Kommission. Dominik Benz wird außerdem über die Funktionsweise des Systems berichten und erläutern, was die Landwirte wissen und beachten sollten.

Die Seminargebühr beträgt für Mitglieder des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau 10 Euro und 30 Euro für Nichtmitglieder. Nach der Anmeldung erhalten die Teilnehmer eine Zugangslink.

Informationen und Anmeldungen bitte an: Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V., Karl-Tesche-Straße 3, 56073 Koblenz, Telefon: 0261 9885-1112 (vormittags), E-Mail: meurer@bwv-net.de oder hier über unsere Homepage.

BWV-Postkartenaktion

Agrardiesel- und Kfz-Steuerbefreiung müssen bleiben

Koblenz. Der Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) hat die Regierungsparteien der Bundesregierung ausdrücklich aufgefordert, die vorgesehenen Kürzungen im Bundeshaushalt 2024 zu Lasten der Landwirtschaft vollständig zurückzunehmen. In einem Brief forderte BWV-Präsident Michael Horper die rheinland-pfälzischen Repräsentanten der Regierungsparteien auf, auf der Bundesebene ihren Einfluss geltend zu machen, um auf die Rücknahme der getroffenen Entscheidungen hinzuwirken. Er wies insbesondere darauf hin, dass gerade Rheinland-Pfalz als ländlich geprägtes Bundesland in vielfältiger Weise durch die Beschlüsse betroffen und eine weitere Benachteiligung der Landwirtschaft und des gesamten ländlichen Raums nicht akzeptabel sei.

Darüber hinaus stellte Präsident Michael Horper eine Postkartenaktion vor. Im Rahmen der regionalen Protestaktionen in den Kreisverbänden wurden viele tausend Postkarten verteilt, mit denen sich die Bauern und Winzer offensiv an die Parteispitzen von SPD, FDP und BÜNDNIS 90 / DIE GRÜNEN wenden können, um ihrem Unmut über die getroffenen Entscheidungen Luft zu machen. Er appellierte an alle Landwirte, durch zahlreiches Versenden der Postkarten gegenüber den Regierungsparteien deutlich zu machen, dass die Entscheidungen der Bundesregierung nun endgültig das Fass zum Überlaufen gebracht haben.

Landesweite Demonstrationen für Agrardiesel und gegen Kfz-Steuer

„Zu viel ist zu viel“ – der Berufsstand steht auf

Rheinland-Nassau. Wie in ganz Deutschland, so haben auch die Landwirte und Winzer in Rheinland-Pfalz die Ankündigung, erneut zu demonstrieren, wenn die Bundesregierung die geplanten Kürzungen nicht vollständig streichen würde, wahr gemacht. Am Montag, den 8.1.2024 fanden bundesweit Aktionen statt, mit der die Kritik an den geplanten Kürzungen noch einmal deutlich gemacht wurden. Dieser Tag wird in die Geschichte eingehen. Nicht nur die Zahl der Schlepper, die an den verschiedenen Aktionen teilnahmen, war einmalig. Einmalig war auch der in weiten Teilen der Bevölkerung spürbare Zuspruch zu den Aktionen der Landwirte. Dass es dann auch noch friedlich zuging und kein schwerer Unfall zu beklagen war, macht den Tag auch zu einem großen Erfolg der Landwirte und der berufsständischen Arbeit.

Auch in Rheinland-Pfalz fanden in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Demonstrationen, Sternfahrten, Autobahnauffahrts-Blockaden und Kundgebungen statt. Geschätzte 10.000 Landwirtinnen und Landwirte waren unterwegs und sendeten eindrucksvoll die Botschaft an die Politik: „Zu viel ist zu viel!“.

Die finanziellen Kürzungen der letzten Jahre, die zunehmenden Auflagen, die Ungewissheit über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland und die überbordende Bürokratie seien unerträglich und nicht mehr hinnehmbar, betonte Bauernpräsident Michael Horper im Vorfeld des Aktionstages. Auch der Vertrauensverlust durch nicht eingehaltene politische Zusagen wiege schwer, da die Zukunft vieler Betriebe damit auf dem Spiel stünde. Daher war das bundesweite Motto bei allen Aktionen des bäuerlichen Berufsstandes “Zuviel ist zu viel“ auch in Rheinland-Pfalz immer wieder auf Plakaten und Schildern zu lesen.

Bei der zentralen Kundgebung des Bauern- und Winzerverbandes Reinland-Nassau am Abend vor dem Schloss in Koblenz, brachte es Horper auf den Punkt: „Mit den Entscheidungen der Bundesregierung können wir im Wettbewerb mit den anderen Mitgliedsstaaten im EU-Binnenmarkt nicht konkurrieren. Jeder Euro mehr, mit dem die heimische Produktion aufgrund nationaler Alleingänge belastet werde, verschlechtere die Wettbewerbsfähigkeit der Agrarprodukte. Am Ende würden die in Deutschland teuer produzierten Lebensmittel gemeinsam mit den in anderen Mitgliedsstaaten günstiger produzierten Produkten, um den Platz im Regal des Supermarktes konkurrieren und verlieren. Das könne doch auch von der Politik nicht gewollt sein, so Horper.

Horper zeigte sich bei der Kundgebung erfreut über die Solidarität vieler anderer Berufsgruppen und sehr vieler Menschen im ganzen Land. Der Verband des Verkehrsgewerbes Rheinland e.V. (VdV), der Hotel- und Gaststättenverband Rheinland-Pfalz e.V. (DEHOGA) sowie der Landesverband der Maschinen- und Betriebshilfsringe Rheinland-Pfalz-Saar e.V. bekundeten ihre Solidarität mit der Landwirtschaft bei der Kundgebung. Gemeinsam mit dem Bauernverband beklagten sie die mittelstandsfeindliche Politik der Bundesregierung.

Die Landwirtschaft habe auch unter ehemaligen Bundesregierungen gelitten, so Horper. In den letzten beiden Jahren hätten sich die finanziellen Einschnitte und Auflagen aber potenziert: „Das Maß ist voll!“. So lange die Streichung der Agrardieselsteuerrückerstattung nicht vom Tisch sei, werde der bäuerliche Berufsstand auf die Straße gehen, machte Horper der Politik gegenüber eindringlich klar. „Gerade die kleineren und ökologisch wirtschaftenden landwirtschaftlichen Betriebe seien auf die Agrardieselsteuerrückvergütung angewiesen“, rief Horper den anwesenden Politikern zu. Durch die von der Bundesregierung gewünschten Reduzierung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes und der damit einhergehenden intensiveren mechanischen Bodenbearbeitung würden gerade die von der Politik gewollten Betriebe mehr Dieselkraftstoff benötigen. So lange nicht beide Entscheidungen zu Agrardiesel und Kfz-Steuer von der Bundesregierung zurückgenommen würden, werde der Berufsstand öffentlich seinen Unmut äußern und „auf die Straße gehen“, so Horper.

Der bäuerliche Berufsstand habe in den letzten Jahren bereits enorme finanzielle Einschnitte hinnehmen müssen und somit ausreichende Vorleistungen erbracht. Horper nannte eine Auswahl an politischen Entscheidungen, die den bäuerlichen Berufsstand in letzter Zeit hart getroffen hätten. 77 Millionen Euro an Einbußen durch die Kürzungen der Zuschüsse zur Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft, rund 300 Millionen Euro bei der Gemeinschaftsaufgabe für Agrarstruktur und Küstenschutz, 20 bis 30 Prozent der Mittel der Gemeinsamen Agrarpolitik. Darüber hinaus sei die Borchert-Kommission „an die Wand gefahren“ worden, die Tierproduzenten bei der Transformation im Stich gelassen worden und die Ergebnisse der Zukunftskommission (ZKL) würden seitens der Regierung ebenfalls nicht berücksichtigt werden. All dies habe nun das Fass zum Überlaufen gebracht

Gegenüber den solidarischen Verbänden erklärte Horper, dass sie ebenfalls mit Unterstützung seitens des bäuerlichen Berufsstands rechnen könnten. Schließlich würden sich all die solidarischen Organisationen für eine bessere Zukunft der ländlichen Räume einsetzen.

An die Politik gerichtet stellte Horper die Frage: „Wo sollen die Nahrungsmittel denn herkommen? Gerade hier in Deutschland haben wir einen „Garten Eden“ mit einer umfangreichen Produktpalette. Dennoch müssen gerade die Bäuerinnen und Bauern enorme Auflagen einhalten, während gleichzeitig preiswerte Importware in Deutschland angeboten wird.“ Horper stellte klar, dass sich Deutschland abhängig vom Ausland mache: „Wenn der letzte Bauer sein Hoftor zuschließt, wird es zu spät sein und es wird zu Unruhen in den urbanen Räumen kommen. Auch deswegen muss die Bundesregierung endlich einlenken.“

„Die Landwirtschaft wird keine Regierung stürzen, dies wird sie selbst tun, wenn sie so weiterarbeitet wie bisher“. Am Ende seiner Rede rief Horper die Bäuerinnen und Bauern auf, am 15. Januar zur zentralen bundesdeutschen Demonstration zum Brandenburger Tor nach Berlin zu kommen. Anschließend dankte er den Ordnungskräften für ihre Kooperation und gute Arbeit sowie der Bevölkerung für ihr Verständnis. Die Demonstrationen seien notwendig, um die begründeten Anliegen des Berufsstandes umsetzen zu können.

Der Präsident des Hotel- und Gaststättenverbandes Rheinland-Pfalz (DEHOGA), Gereon Haumann, rief den Teilnehmern der Koblenzer Demonstration zu, dass sie diejenigen Unternehmer seien, die produzieren würden, was jeder Mensch hier in Deutschland täglich esse, nämlich Nahrungsmittel. Die Mischung aus kleinen und mittleren Familienunternehmen sowie Großunternehmen mache Rheinland-Pfalz aus. Die DEHOGA erkläre sich, so Haumann, solidarisch mit der Landwirtschaft. Aber auch das Hotel- und Gaststättengewerbe werde überstrapaziert: „Was zu viel ist, ist zu viel“.

Was die Bundesregierung mit der Landwirtschaft vorhabe, dürfe nicht zugelassen werden. Die gesamte Produktionskette vom Acker auf den Teller und zu den Gaststätten, alle Menschen und Organisationen würden die Landwirtschaft benötigen, betonte Haumann. Wer aber die Steuern auf Agrardiesel und Kraftfahrzeuge erhöhe bzw. einführe, verteuere letztendlich auch die Lebensmittel. Weitere Steuern für die Gastronomie schließe darüber hinaus weniger begüterte Menschen an der öffentlichen Teilhabe aus. Wer aus wirtschaftlichen Gründen Gaststätten nicht mehr besuchen könne, müsse sich aus Teilen des öffentlichen Lebens zurückziehen. Auch deswegen dürfe es keine weiteren Steuern im gesamten Produktions- und Angebotsbereich für Nahrungsmittel mehr geben. Die 7 Prozent Mehrwertsteuer auf Speisen in Restaurants dürften daher ebenfalls nicht angehoben werden. Zugleich habe der Saat noch nie so viele Steuern eingezogen wie gerade im Jahr 2024, nämlich über eine Billionen Euro! Und gerade in einer Zeit, in der schon aufgrund der Inflation viele Menschen sehr belastet seien, setze der Staat an den Steuern für Nahrungsmitteln an. Dies, so Haumann, sei unverhältnismäßig. Viel mehr stelle er die Frage, weshalb sich die Bundesregierung nicht darum kümmere, was die Familienunternehmen im Land benötigten. Schließlich müsse sich Leistung und Arbeit endlich wieder lohnen. Darüber hinaus müsse die Bürokratie endlich ernsthaft abgebaut werden. Die kleinen und mittleren Betriebe erstickten geradezu an Bürokratie. Sie solle sich auch darum kümmern, dass Arbeitskräfte vorhanden seien, wenn die Ernte anstehe, die Lese oder auch die Biergartenzeit. Die Regierung könne sich dabei an vielen europäischen Wochenarbeitszeiten orientieren, die den Menschen, die arbeiten wollten und Leistung erbringen würden, entgegenkommen würden.

Willi Scheidweiler, Vorstand des Verbandes des Verkehrsgewerbes Rheinland e.V. (VdV) erklärte, dass Logistik- und Transportunternehmen in Krisenzeiten als systemrelevant anerkannt seien. Dennoch würden gerade diese Unternehmen von der Bundesregierung zurzeit im Stich gelassen. So gehe man mit Unternehmen, die die Bevölkerung jederzeit mit Lebensmitteln versorgen würden, nicht um. Die Unternehmen müssten wirtschaftlich in die Lage versetzt werden, die klimapolitischen Forderungen der Politik und der Gesellschaft umsetzen zu können: „Die Bundesregierung fordert, aber sie fördert nicht“, so Scheidweiler. Die Erhöhung der Maut um 85 Prozent führe zu enormen Mehrkosten, die am Ende der Bürger tragen müsse. Außerdem verliere das deutsche Transportwesen immer mehr Marktanteile, vor allem an osteuropäische Unternehmen. Daher fordere das deutsche Transportgewerbe einen deutlich besseren Schutz der mittelständischen Transportunternehmen, geringere CO2-Abgabenbelastungen, eine verbesserte Straßen- und Transportinfrastruktur sowie mehr Parkplätze und bessere Parkplatzinfrastrukturen für die LKWs und ihre Fahrer. Außerdem müssten Menschen aus Drittstaaten besser in die Arbeitswelt integriert werden, damit sich Arbeit und Fleiß wieder lohne.

Nadja Weber, stellvertretende Vorsitzende der Landjugend Rheinland-Nassau, betonte, dass die Agrardieselsteuerrückerstattung sowie die Befreiung von der Kfz-Steuer für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge betrieblich existenziell seien. Sie sei enttäuscht darüber, dass die Politik die Interessen der Landwirtschaft und der Jugend im ländlichen Raum nicht höre. Dabei müsste es in ihrem Interesse liegen, die Existenz der Jugend im ländlichen Raum zu sichern. Sie verdeutlichte, dass die landwirtschaftlichen Maschinen und Geräte zu 80 bis 85 Prozent auf Feldern und Wiesen fahren würden. Daher sei eine Vollbesteuerung des Agrardiesels nicht gerechtfertigt: „Wir nehmen es nicht mehr hin, dass unsere Interessen nicht gehört und ausreichend gewürdigt werden.“ Weber forderte die Politik auf, endlich zugunsten der Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft zu handeln. Dies seien Berufsgruppen, die sieben Tage pro Woche und auch außerhalb regulärer Arbeitszeiten arbeiten würden. Die Unternehmen hätten das Recht auf faire Bedingungen im europäischen Wettbewerb.

Die Bürokratie ersticke die Betriebe. Sie plädiere dafür, endlich praxisfreundliche Verwaltungsaufgaben einzuführen. Schließlich müssten die Unternehmen konkurrenzfähig bleiben. Zum Agrardiesel gebe es aktuell keine alternativen Antriebe. Weniger Pflanzenschutz und mehr Bodenbearbeitung, was schließlich von großen Teilen der Gesellschaft gewünscht sei, führe aber zu einem höheren Dieselverbrauch. Schon deshalb dürfe die Agrardieselsteuerrückerstattung nicht angetastet werden. Sie dankte allen Bäuerinnen und Bauern, die im ganzen Land demonstriert hätten und auch den solidarischen Verbänden und der Bevölkerung, die in Summe hinter der Landwirtschaft stünden.

Bundestagsabgeordneter Josef Oster (CDU) setzt sich dafür ein, dass die Leistungsstärke der Landwirtschaft nicht beeinträchtigt wird. Es gebe andere Bereiche, wo Geld eingespart werden könne und müsse. Die Bundesregierung habe sich, laut Oster, verrannt und müsse endlich umkehren. Die Leistungsträger der Gesellschaft gehörten wieder in den Fokus der Politik. Er befinde sich zwar in der Opposition, werde aber alles tun, um die Beschlüsse des Kabinetts abzuwenden. Er wünsche der Landwirtschaft einen langen Atem, um sich gegen ungerechte Entscheidungen zur Wehr setzen zu können.

Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Marco Weber (FDP) rief zu Beginn seiner Rede den Anwesenden zu: „Es reicht mit dieser Politik in Berlin!“. Entgegen den Aussagen von Finanzminister Lindner hätten sich die Landwirte nicht verrannt. Tausende von Bäuerinnen und Bauern, die sich gegen die Entscheidung der Bundesregierung gewandt hätten, hätten sich in keiner Weise verrannt, sondern sie würden ein Thema, das sie bewege nach außen tragen. Dies sei ihr gutes Recht. Außerdem sei die Agrardieselsteuerrückvergütung keine Subvention, sondern ein Ausgleich für die Traktoren, die auf Feldern und Wiesen fahren und Nahrungsmittel produzieren würden. Schließlich führen diese Fahrzeuge nicht auf Autobahnen und Bundesstraßen. „Für den europäischen Wettbewerb brauchen wir die Agrardieselsteuerrückvergütung in vollem Umfang“, so Weber. In Berlin sei ein Landwirtschaftsminister von Nöten, der die Landwirtschaft im Regierungskabinett auch vertreten würde, der sich für die Landwirtschaft einsetze und sich für Ackerbauern und Tierhalter stark mache. Er lobte die Solidarität der verschiedenen Verbände, der Bäcker, Metzger, des Gaststättengewerbes, der Transportunternehmer als Ausdruck für die Bedeutung des ländlichen Raums für die Gesellschaft in Deutschland. Die aktuelle Politik habe aber nicht den ländlichen Raum im Fokus, sondern sie sei sogar eine Politik gegen den ländlichen Raum. Daher werde auch in den kommenden Tagen und Wochen gekämpft werden müssen.

Präsident Michael Horper dankte am Ende der Veranstaltung allen Bäuerinnen, Bauern, Winzerinnen und Winzern sowie solidarischen Verbänden und Organisationen für ihren Einsatz für ihre berechtigten Interessen, aber auch den Vollzugsbehörden, die einen geordneten Ablauf der Demonstrationen überall im Land ermöglicht hätten. Mit dem Ende der Kundgebung verließen auch die rund 160 Schlepper, die seitens der Ordnungsbehörden in die Innenstadt von Koblenz einfahren durften, wieder die Stadt. Viele der Schlepperfahrer hatten noch einen langen Heimweg zurückzulegen und so war der ein oder andere erst mit dem Ende des 8. Januar, einem großen Tag für den landwirtschaftlichen Berufsstand, wieder zu Hause.

Die Polizeipräsidien Koblenz und Trier erklärten in ihren Pressemeldungen zum Protesttag, dass die überwiegend angemeldeten Demonstrationsfahrten, Blockaden von Autobahnauffahrten und Kundgebungen der Landwirte aus ihrer Sicht positiv verlaufen seien. Im Gebiet des Polizeipräsidiums Koblenz wurden nach Angaben der Polizei mehr als 30 Veranstaltungen und Aufzüge angemeldet, darunter auch die Blockaden der Autobahnzufahrten. „Wie im Vorfeld mit den Veranstaltern abgesprochen, waren die Blockaden zeitlich begrenzt, sodass die Behinderung des Berufsverkehrs reduziert werden konnte“, berichtete das Präsidium. Nicht angemeldete, spontane Aktionen wurden durch die Polizei schnell aufgelöst. In Rheinland-Pfalz waren insgesamt, so teilte das Innenministerium mit, 2.000 Polizeikräfte im Einsatz. Laut Innenminister Michael Ebling (SPD) seien die Teilnehmer der Versammlungen aber auch die Verkehrsteilnehmer umsichtig gewesen, so dass es zu keinen nennenswerten Vorfällen gekommen sei. Ebling berichtete aber auch, dass in drei Fällen Strafanzeigen wegen Nötigung aufgenommen worden und zwei Verkehrsunfälle ohne Verletzte festgestellt worden seien. Insgesamt stellte die Polizei den Landwirten in Rheinland-Pfalz ein positives Zeugnis aus. Die Rettungswege wurden freigehalten und den Einsatzfahrzeugen wurde Platz gemacht. Die am Wochenende geschilderten Befürchtungen, unter die Landwirte würden sich Demonstranten mit rechtextremem oder anderem verfassungsfeindlichem Gedankengut mischen, hätten sich zumindest für Rheinland-Pfalz nicht bestätigt, wie die Rhein-Zeitung aus einer Stellungnahme der Polizei berichtete.

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Die Bauern möchten endlich wieder eine nachhaltige Politik, die die gesellschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft anerkennt.
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In Trier fanden sich ca. 2.000 Demo-Teilnehmer auf dem Viehmarktplatz ein, um gegen die Agrarpolitik der Bundesregierung und für eine Rücknahme der geplanten Belastungen zu demonstrieren.
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Auf der A3 fuhr ein Schlepperkorso über das Dernbacher Dreieck und die A48 und A61 in Richtung Mainz. Die Bauern machten unmissverständlich klar, dass die Bundesregierung den Bogen nicht überspannen dürfe.
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Viele Winzer aus den vier Anbaugebieten Rheinland-Nassaus beteiligten sich an den Demonstrationen. Hier: Moselwinzer auf dem Weg nach Koblenz zur zentralen Demonstration.
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Ein Schlepperkorso mit insgesamt 160 Traktoren fuhr durch Koblenz und machte die städtische Bevölkerung auf den Missstand in der Bundesagrarpolitik aufmerksam.
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Insgesamt 1.000 Bäuerinnen und Bauern und solidarische Mitbürger trafen auf dem Schlossplatz vor der Kundgebungsbühne ein.
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Überall in Rheinland-Nassau fanden Demonstrationen, Sternfahrten und Kundgebungen statt. Hier spricht der Kreisvorsitzende des Rhein-Lahn-Kreises Dr. Thorsten Zellmann vor Demonstranten in Bad Ems.
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Ein Landwirt äußert mit seinem Schlepper den zentralen Wunsch aller Bäuerinnen und Bauern, nämlich den Wunsch nach Weitblick in der Politik und damit in der Bundesregierung.

Onlinezugang Mittelrhein-Weinbautag am 22. Januar 2024

Beitreten Zoom Meeting:

https://us06web.zoom.us/j/85126071773?pwd=kZVXtyGER24T1HeQ1NPrx9zFvRcjdP.1
Meeting-ID: 851 2607 1773
Kenncode: 679637

Grußwort zum Jahreswechsel

Liebe Landwirtinnen und Landwirte, Landfrauen und Landjugendliche,

das Jahr 2023 geht zu Ende. Es war ein Jahr, in dem neben denkwürdigen Ereignissen, wie Ukrainekrieg, Nahostkrieg, Inflation und Migration, auch viele landwirtschaftliche Themen wieder öffentlich diskutiert wurden. Hier sind aktuell die Themen Glyphosat und die nachhaltige Verwendung von Pflanzenschutzmitteln (SUR) zu nennen. Beide Themen konnten jetzt auf EU-Ebene durch fachliche Argumente und gute Arbeit des DBV und seiner Landesbauernverbände zumindest für geraume Zeit im Sinne der Landwirte und Winzer entschärft werden.

Es bleibt aber festzuhalten, dass Fachlichkeit oft gegen den Mainstream nicht ankommt. Sowohl in der Gesellschaft als auch in Teilen der Parlamente und sogar bei den Regierungen und Verwaltungen auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene tritt man den Vertretern der Landwirtschaft mit populistischen und idealistisch geprägten Vorbehalten und Forderungen entgegen, sei es beim Thema Tierwohl, bei der Flächenbewirtschaftung oder beim Gewässerschutz. Selbst mit wissenschaftlich abgesicherten und belegbaren Argumenten kann man den Vorurteilen kaum wirksam begegnen. Auch der Hinweis auf das unaufhörliche Sterben von landwirtschaftlichen Betrieben und das drohende Aus für ganze Weinbauregionen ändert langfristig nichts an der ablehnenden oder kritischen Grundhaltung gegenüber dem Einsatz von Pflanzenschutzmitteln durch die Landwirtschaft.

Die Diskussion über naturschutzfachliche Themen auf EU-Ebene hat aber aktuell gezeigt, dass wir dann doch mit Fakten gelegentlich allen emotionalen und unreflektiert wiederholten Forderungen Paroli bieten können. Das macht zumindest kurzfristig Mut und schafft Gehör für die Argumente der Bauern und Winzer in Politik und Gesellschaft. Aber darauf können wir uns nicht ausruhen, sondern müssen uns auch selbst auf allen Ebenen in den Parlamenten engagieren. Das Jahr 2024 wird hier bei der Kommunalwahl sicher einige Möglichkeiten eröffnen.

Wie wichtig das kommunalpolitische Engagement ist, zeigen vor Ort die Diskussionen in den Räten zu den Ausweisungen von Flächen für Freiflächen-Fotovoltaik. Hier wird über die von uns bewirtschafteten Flächen bestimmt und es werden Beträge an die Eigentümer gezahlt, bei denen die Landwirte mit Pachtzahlungen nicht mithalten können. Der Ausverkauf der landwirtschaftlichen Nutzfläche nimmt teils groteske Züge an und entzieht den landwirtschaftlichen Betrieben nicht selten die Existenzgrundlage. Selbst die politisch propagierte Versorgung mit regionalen Produkten verliert angesichts des politischen Ziels, die Energieversorgung schnellstmöglich auf erneuerbare Energien umzustellen, an Bedeutung. Oder sind es vielleicht doch die finanziellen Interessen, die das Handeln vor Ort bestimmen? Es ist ja auch so einfach, denn den Produkten im Supermarkt sieht man ja oft nicht an, woher sie kommen und wie dort produziert wird, ist ja weit weg – insbesondere wenn es dann auch noch billig ist. Wir werden diese Haltung unserer Mitbürger aber nur ändern, wenn wir uns engagieren. Jeder ist aufgerufen, auf seiner Ebene Einfluss zu nehmen. Dies gilt für die „große Politik“ ebenso wie für kommunales Engagement. Fotovoltaikanlagen, Windräder oder Baugebiete benötigen in aller Regel landwirtschaftlich genutzte Flächen. Daher ist es wichtig, dass Sie sich verstärkt in kommunale Diskussionen um die Zukunft ihrer Region einbringen und für ihre eigenen Belange einstehen. Fehlentwicklungen in der Planung auf kommunaler Ebene können verbandspolitisch in der Regel nicht korrigiert werden.

Der Sparzwang der Bundesregierung hat die Landwirtschaft erreicht, einen wirtschaftlich ohnehin sehr gebeutelten Berufsstand. Die geplante Streichung der Agrardieselrückvergütung und die Aufhebung der landwirtschaftlichen KFZ-Steuerbefreiung können wir uns nicht bieten lassen. Eindrucksvoll haben wir Anfang der Woche in Berlin und überall in Deutschland auf diesen Wort- und Vertrauensbruch der Bundesregierung reagiert. Vielen Dank für Ihren Einsatz. Sie bringen unsere berechtigten Anliegen auf die Straße und somit in die Öffentlichkeit. Unsere Kompromissbereitschaft ist überstrapaziert. Das Maß ist voll. Ich bin nicht bereit, über die von unserer Regierung geplanten enormen Steuerbelastungen zu diskutieren. Jetzt müssen diese geplanten drastischen Einkommenskürzungen vom Tisch.

Ich kann nicht auf das Jahr 2023 zurückblicken, ohne auch das Wetter anzusprechen. Das Jahr war von einem niederschlagsreichen Frühjahr, einem langen trockenen Sommer und einem Herbst, der vielerorts keine Befahrbarkeit der Böden zuließ, geprägt. Weite Teile von Rheinland-Pfalz blieben von schwierigen bis hin zu katastrophenähnlichen Wetterereignissen verschont. Aber es gab auch Tornados und Hagelschäden, die für die Betroffenen massive Folgen hatten. Das wird nach allen bisherigen Prognosen auch in Zukunft der Fall sein und vermutlich sogar noch öfter. Deshalb müssen wir uns auch dem Thema Klimawandel stellen und unseren Beitrag dazu leisten, diesem wirksam zu begegnen. Hier ist der Dialog auch mit den Natur- und Umweltschutzverbänden wichtig. Das Ehrenamt im Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau steht mit diesen in ständigem Kontakt.

Es muss unser aller Ziel sein, die nach guter fachlicher Praxis bewirtschafteten landwirtschaftlichen und weinbaulichen Flächen mit Klimaschutzzielen und Naturschutzzielen, die nicht immer deckungsgleich sind, zu kombinieren. Der Naturschutz, der Erhalt der Artenvielfalt, die Fruchtbarkeit unserer Böden und der Schutz unseres Wassers sind grundlegende Ziele auch unseres Handelns. Ebenso haben wir ein Interesse an stabilen und vorhersehbaren klimatischen Grundbedingungen. Dabei wissen die Natur- und Umweltverbände mittlerweile sehr genau, dass die Wirtschaftlichkeit unserer Betriebe von großer Bedeutung für die gemeinsame Zukunft ist. Ohne wirtschaftlich erfolgreiche Betriebe wird es auf Dauer kein Grünland, keine Freiflächen und am Ende auch keine große Artenvielfalt in verbuschten und bewaldeten Mittelgebirgsregionen mehr geben. Wir müssen uns daher dafür einsetzen, dass wir spätestens bei der nächsten GAP-Periode wirtschaftlich attraktive Angebote im Einklang mit den Zielen des Natur- und Klimaschutzes erhalten, die aber zwingend die Einschränkungen in der Bewirtschaftung ökonomisch ausgleichen müssen.

Wenn wir in den geruhsamen Tagen vor Weihnachten und zwischen den Jahren besinnlich in die Zukunft blicken, werden wir feststellen, dass die von mir genannten Themen die Basis des Projekts „ZukunftsBauer“ sind. Denn gerade über dieses Projekt wird deutlich, dass wir das Vertrauen der Bevölkerung in unsere Arbeit nicht alleine über unsere landwirtschaftliche Produktion, die sicher von großer Bedeutung für die Ernährungssicherheit und die Gesundheit unserer Bevölkerung ist, gewinnen können, sondern ebenso über unseren Einsatz für gesellschaftliche Belange. Darunter fällt die Produktion erneuerbarer Energien ebenso wie unser soziales Engagement und nicht zuletzt unser Sachverstand, den wir lokal und überregional auch immer in den Dienst unserer Gesellschaft stellen. Die Gesellschaft befindet sich im Wandel. Diesen Wandel müssen wir als Chance begreifen und nicht nur mit unseren Betrieben, sondern auch mit unserem Know-how unser Umfeld aktiv mitgestalten.

Auch für mich persönlich hat das Jahr 2023 eine wichtige Änderung bereitgehalten. Anfang Dezember wurde ich zum Präsidenten der Landwirtschaftskammer Rheinland-Pfalz gewählt, ein wichtiges und ehrenvolles Amt, das meine ganze Aufmerksamkeit verdient. Daher werde ich mein Amt als Bauern- und Winzerpräsident, das ich neun Jahre lang sehr gerne wahrgenommen habe, zu Beginn des neuen Jahres zur Verfügung stellen. Insofern ist dies mein letztes Grußwort zum Jahreswechsel in dieser Funktion und ich bin dankbar dafür, dass Sie, liebe Bäuerinnen und Bauern, liebe Winzerinnen und Winzer, mir in dieser Zeit Ihr Vertrauen entgegengebracht haben und ich die berufsständischen Anliegen gegenüber Politik und Gesellschaft vertreten durfte.

Ich danke allen Ehrenamtlichen und Hauptamtlichen des Verbandes für die tatkräftige Unterstützung und für das Vertrauen, das Sie mir und dem Verband im vergangenen Jahr geschenkt haben. Ich wünsche Ihnen persönlich alles Gute im neuen Jahr, wirtschaftlichen Erfolg für Ihren Betrieb, Lebensfreude und genug Zeit für Ehe, Familie oder Partner. Sind und bleiben Sie stolz darauf, was Sie geschaffen haben und in Zukunft schaffen werden.

Mit den besten Wünschen und Gottes Segen für ein gesegnetes Weihnachtsfest und ein glückliches 2024

Ich wünsche Ihnen allen von Herzen ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest mit Ihrer Familie und ein glückliches, gesundes sowie privat und beruflich erfolgreiches Jahr 2024.

Ökonomierat Michael Horper

Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau

Horper und Rukwied fordern vollständige Rücknahme der Steuerpläne

Berlin. Mehrere tausend Landwirte aus dem gesamten Bundesgebiet, davon schätzungsweise rund 1.500 mit Traktoren, haben im Berliner Regierungsviertel gegen die Sparpläne der Bundesregierung im Bereich der Landwirtschaft protestiert. Rund hundert Bäuerinnen und Bauern aus Rheinland-Nassau reisten über Nacht per Bus und Bahn an und äußerten gemeinsam mit BWV-Präsident Michael Horper ihren Unmut gegenüber der Regierungskoalition. Bauernpräsident Joachim Rukwied kündigte für Januar „weitere kraftvolle Aktionen“ in ganz Deutschland an, sollte die Regierung bis dahin die geplante Streichung der Agrardieselvergünstigung und den Wegfall der Kfz-Steuerbefreiung für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge bis dahin nicht vollständig zurücknehmen. Dann werde es Bauernproteste geben, „wie es das Land noch nicht erlebt hat“.

Rukwied bezeichnete die Beschlüsse der Bundesregierung erneut als „Kampfansage an die Landwirtschaft“, die man annehme und gegen die man sich entschieden zur Wehr setzen werde. Dass der Deutsche Bauernverband (DBV) die Demonstration innerhalb von drei Tagen auf die Beine gestellt habe und dabei von einer Vielzahl von Interessenverbänden unterstützt werde, ist für Rukwied ein Zeichen für die Entschlossenheit des Berufsstandes. Die Kundgebung selbst nannte der DBV-Präsident als „starkes Signal an die Bürgerinnen und Bürger sowie die Bundesregierung“.

Özdemir will kämpfen

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sagte zu, er werde sich „mit aller Kraft“ dafür einsetzen, dass die Kürzungen so nicht kommen. „Ich kämpfe dafür, dass es in der Härte nicht kommt“, sagte der Grünen-Politiker, der seine Rede wegen lautstarker Unmutsbekundungen mehrfach unterbrechen musste. Özdemir räumte ein, dass die Landwirtschaft von den Sparvorgaben härter getroffen werde als andere Branchen, „und das in einer Zeit, in der es den Betrieben ohnehin schlecht geht“. Der Minister appellierte an die Demonstranten, sich nicht von Leuten vereinnahmen zu lassen, „die ganz andere politische Ziele verfolgen“.

Bauern sind nicht der Steinbruch der verfehlten Haushaltspolitik

Michael Horper forderte die Bundesregierung noch einmal ausdrücklich auf, die zu Lasten der Landwirtschaft vorgesehene Streichung der Kfz-Steuerbefreiung bei landwirtschaftlichen Fahrzeugen und der Rückerstattung von Steuern bei Agrardiesel unverzüglich zurückzunehmen. Die Demonstration in Berlin habe nach Ansicht von Horper deutlich gemacht, dass die Landwirtschaft nicht mehr bereit sei, als Steinbruch der verfehlten Haushaltspolitik der Bundesregierung herzuhalten. „Das Maß“, so Horper, „ist nun endgültig voll“. Es könne nicht sein, dass die berechtigten und notwendigen Unterstützungen für die Landwirtschaft durch einen Federstrich abgeschafft würden. Wenn diese wegfielen, so führe dies zu einer erneuten Wettbewerbsbenachteiligung der deutschen Bauern und Winzer vor allem gegenüber den europäischen Nachbarn. „Zudem muss die Politik endlich einmal kapieren, dass diese auch vor dem Hintergrund gewährt werden, dass die Landwirte mit ihren Fahrzeugen nur in geringem Maße steuerfinanzierte öffentliche Straßen befahren, sondern diese vielmehr auf Äcker und Wiesen einsetzen“, so Horper. Außerdem sei der Einsatz dieselbetriebener landwirtschaftlicher Maschinen in vielen Bereichen völlig alternativlos, um die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln und Rohstoffen sicher zu gewährleisten.

AgE/BWV

BWV-Präsident Horper: Agrardieselkürzung ist Schlag ins Gesicht des ländlichen Raums

Koblenz. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Ökonomierat Michael Horper, kritisiert die Pläne der Bundesregierung, die Agrardieselrückvergütung für die Landwirtschaft und den Weinbau zu streichen, auf das Schärfste: „Es gab eindeutige politische Zusagen, dass die Agrardieselrückvergütung unangetastet bleibt. Die Bauern- und Winzerfamilien sind durch den Beschluss der Bundesregierung mehr als enttäuscht. Die Streichung ist gerade für die kleineren und mittleren Betriebe in Rheinland-Pfalz ein Faustschlag ins Gesicht. Es trifft wieder einmal die wirtschaftlich ohnehin stark gebeutelten Menschen im ländlichen Raum. Außerdem wird sich die Wettbewerbsfähigkeit unserer Betriebe europaweit deutlich verschlechtern.“ Denn gerade für die kleineren Betriebe, die auch auf eine höhere Mechanisierung angewiesen sind, sei die Kürzung ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Die im Ackerbau hoch mechanisierten Öko-Betriebe – die bisher vor allem von Seiten grüner Landwirtschaftspolitik gefördert und nicht behindert wurden – würden ebenfalls sehr in Mitleidenschaft gezogen. Den Steuernachlass gab es berechtigterweise, weil die Landwirtschaft überwiegend Treibstoff für die Bewirtschaftung ihrer Flächen benötigt und nur einen kleinen Teil auf öffentlichen Straßen verbrauche.

Die Entscheidung der Ampelkoalition, die Agrardieselrückvergütung zu streichen und der drohende Wegfall der Befreiung landwirtschaftlicher Fahrzeuge von der Kfz-Steuer werde sich auf die Preise für Lebensmittel auswirken und damit auch die Verbraucher treffen. Es könne nicht sein, so Horper, dass die für die gesamte Gesellschaft so wichtige Landwirtschaft als Steinbruch für eine verfehlte und nicht rechtmäßige Haushaltspolitik der Bundesregierung herhalten müsse. Dies sei ein weiterer Beweis dafür, dass der ländliche Raum besonders in den Augen der Berliner Politik und sogar auch bei Teilen der im ländlichen Raum ansässigen Politikern nichts wert sei. Horper: „Wir werden uns mit Macht gegen die Pläne der Bundesregierung wehren. Das Maß ist voll.“