Brachtendorf/Treis-Karden. Unter der Leitung von Petra Mix und auf Einladung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau (BWV) besuchten sechs Volontäre der Rheinzeitung den landwirtschaftlichen Milchviehbetrieb von Familie Stefan und Maria Bleser in Brachtendorf und den Weinbaubetrieb „Otto Knaup“ von Matthias Knaup in Treis-Karden.
Das Betriebsleiterehepaar Bleser klärte die Volontäre über die aktuelle Situation in der Milchviehhaltung auf. Der Haupterwerbsbetrieb mit rund 150 Milchkühen und Melkrobotertechnik betreibt darüber hinaus auch eine Gülle-Biogas-Kleinanlage. Stefan Bleser ist überzeugt von ihrer Anlage, die einerseits die Pflanzenverfügbarkeit des organischen Düngemittels verbessere und andererseits die Gerüche reduziere. Die Volontäre erhielten einen Einblick in die Arbeit auf dem Hof und die produktionstechnischen Anforderungen an die Betriebsleiter, die für die Erzeugung von Milch notwendig sind, von der Fütterung der Kühe und Nachzucht bist hin zur Melktechnik und Tierüberwachung. Das Tierwohl liege der Familie ganz besonders am Herzen, betonte Bleser. Von der Kälberaufzucht bis hin zur Milchkuhhaltung würden die Tiere optimal betreut. Die Volontäre konnten sich von der Ruhe im Stall und dem friedlichen Verhalten der Tiere überzeugen. Ein weiteres wichtiges Standbein des Betriebes ist seine energetische Selbstversorgung über die Biogas- und Solaranlage inklusive Speichertechnik. Der Betrieb wirtschaftet somit über weite Teile des Jahres energetisch autark. Auch die große Belastung der Betriebe durch die Bürokratie inklusive Meldungen an die HIT-Datenbank und die damit einhergehenden Betriebskontrollen waren wichtige Themen auf dem Milchviehbetrieb.
Danach fuhren die Volontäre gemeinsam mit Herbert Netter, dem Betreuer der Volontäre seitens des BWV, auf den Weinbaubetrieb „Otto Knaup“ in Treis-Karden. Dort erfuhren die angehenden Redakteure von Betriebsleiter Matthias Knaup, welche Maßnahmen er umsetzen musste, um sich erfolgreich am Markt behaupten zu können. Er erläuterte die produktionstechnischen Erfordernisse, die beispielsweise durch die Klimaveränderungen entstünden, wie den Anbau pilzwiderstandsfähiger oder vor Sonnenbrand weniger anfällige Rebsorten. Neben seinem Weinbaubetrieb habe Knaup die Gastronomie und die Ferienwohnungen ausgebaut. Er machte deutlich, dass die Vermarktung der Region von grundlegender Bedeutung für sein Weingut sei. Ebenso achte Knaup auf den Zeitgeist und biete daher zunehmend auch alkoholfreien Wein an. Trotz des Strukturwandels wolle er seinen Betrieb in eine sichere Zukunft führen. In Treis-Karden gebe es nurmehr drei Weinbaubetriebe und zunehmend würden Rebflächen gerodet. Die kontinuierliche Veränderung der Kulturlandschaft sei dem Tourismus sicherlich nicht dienlich, er lasse sich dadurch aber nicht beirren. Während einer Planwagenfahrt konnten sich die Volontäre von der strukturellen Entwicklung eindrücklich überzeugen. Die aktuellen und anstehenden Rodungen waren deutlich in der Landschaft zu erkennen.
Am Ende eines jeden Betriebsbesuches ermöglichten die Betriebsleiter je eine Diskussionsrunde, die von den Teilnehmern intensiv genutzt wurden. Somit konnte auch über aktuelle Themen tiefergehend diskutiert werden.
Redakteurin Petra Mix stellte fest, dass sie und ihre Volontäre viele interessante und vor allem erkenntnisreiche Informationen erhalten hätten. Sie sei davon überzeugt, dass gerade die jungen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Rheinzeitung von dieser Schulung profitieren würden.