Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

09.05.2017 - „Agrarfamilie 2017“ gesucht:

Was schieben Sie gemeinsam an?

Koblenz. Bauernfamilien leisten viel, nicht nur am eigenen Hof. Das will der Wettbewerb „Agrarfamilie 2017“ honorieren. Es winken 12.000 € für die engagierteste Bauernfamilie.

Landwirtschaftliche Familienbetriebe sind wichtige Pfeiler einer Dorfgemeinschaft. Knapp 80 Prozent der Bauernfamilien engagieren sich aktiv am Dorfleben. Gleichzeitig müssen Agrarfamilien in Zeiten des „Wachsens oder Weichens“ das Überleben des Familienbetriebs sichern. Dafür braucht es viel Mut, Kreativität und auch Engagement der Familienmitglieder.

Das Netzwerk Agrarmedien möchte dies mit dem Wettbewerb „Agrarfamilie 2017“ honorieren. Bis zum 22. Mai können sich deutschlandweit Bauernfamilien bewerben oder von Dritten vorgeschlagen werden, die generationenübergreifend innovative Betriebskonzepte umsetzen, indem sie

- den Betrieb für die Zukunft fit machen,

- das Leben im Dorf bereichern oder

- das Bild der Landwirtschaft in der Gesellschaft verbessern.

Mehrere Generationen auf einem Betrieb

Mehrgenerationenhaushalte werden in Deutschland immer seltener. In landwirtschaftlichen Familienbetrieben sind sie aber immer noch die Regel. Laut Ergebnis einer Umfrage des Marktforschungspanels agriEXPERTS leben durchschnittlich fünf Familienmitglieder und drei Generationen auf einem Hof. In 42 Prozent der Fälle arbeiten Familienangehörige auf dem Betrieb mit.

Die Mehrheit, sprich 62 Prozent der Teilnehmer, bewertet das Zusammenleben mehrerer Generationen auf einem Hof als sehr gut (27 %) oder gut (35 %). Nur 5 Prozent sind unzufrieden über die Lebenssituation auf einem Mehrgenerationenhof.

Mit der Hofübergabe wird investiert

Bei 69 Prozent der Umfrageteilnehmer ist der Betrieb bereits an die neue Generation übergeben. Bei jedem zweiten dieser Familienbetriebe änderte sich mit der Hofübergabe das Betriebskonzept. Die Mehrheit (79 %) investierte mit dem Generationenwechsel in den Betrieb. In diesen Bereichen wurde investiert:

- 54 %: Tierhaltung/Veredelung

- 52 %: Ackerbau

- 22 %: Futterbau

- 18 %: Erneuerbare Energien

- 14 %: Nebenerzeugungsrichtung (z. B. Hofladen)

- 11 %: Forstwirtschaft

Aktionen für das Image

79 Prozent der Teilnehmer sind der Meinung, dass sich das Bild der Landwirtschaft aufgrund der Medienberichterstattung deutlich verschlechtert hat. Um das Ansehen der Landwirtschaft in der Gesellschaft zu verbessern, engagieren sich viele Bauernfamilien ehrenamtlich. 78 Prozent haben angegeben, sich durch Ehrenämter oder andere Tätigkeiten aktiv am Dorfleben zu beteiligen.

Viele betreiben Aufklärungsarbeit durch „offene Ställe“, machen Hofführungen, laden Kindergärten und Schulklassen auf den Hof ein. Einige veranstalten Hoffeste und nehmen am Tag des offenen Hofs teil. Als wichtiges Mittel zur Öffentlichkeitarbeit sehen viele Landwirte den Verbraucherdialog und versuchen, jede Gelegenheit zu nutzen, um mit den Verbrauchern ins Gespräch zu kommen. Aber auch die Rücksichtnahme auf Nachbarn und Dorfbewohner bei Feldarbeiten trägt laut einiger Umfrageteilnehmer zu einem besseren Image bei. Weitere kreative Beiträge zur Imagepflege: Blühflächen in Straßennähe, Aufstellen von Infotafeln, Maislabyrinth, Videos auf YouTube, Facebook-Kanal, Agrarscout-Projekt. An der Umfrage „Hofleben 2017“ von agriEXPERTS haben 351 Personen teilgenommen.

Zum Wettbewerb „Agrarfamilie 2017“