Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

04.01.2017 - Nitrat-Bericht

Präsident Horper weist Kritik an Landwirtschaft zurück

Koblenz. Enttäuscht zeigte sich der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, über die jüngsten Äußerungen der rheinland-pfälzischen Umweltministerin Ulrike Höfken zur Veröffentlichung des Nitrat-Berichtes der Bundesregierung. „Es wird nach wie vor der Eindruck erweckt, dass die Landwirtschaft als Hauptverursacher der Nitratbelastung im Grundwasser der schwarze Peter ist“, erklärte er anlässlich einer Präsidiumssitzung des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau kurz vor Jahreswechsel in Simmern. „Ich kann die Kritik beim besten Willen nicht nachvollziehen, denn der aktuelle Nitrat-Bericht zeigt gerade für unser Verbandsgebiet eine deutlich abnehmende Tendenz der Nitratbelastung im Grundwasser.“

Auf den meisten landwirtschaftlichen Böden benötige die Verlagerung von Nitrat bis zu 20 Jahre, um sich im Grundwasser merklich auszuwirken. Obwohl die Erfolge der Düngeverordnung aus dem Jahre 2007 noch nicht deutlich erkennbar seien, würden bereits seit Jahren neue verschärfte Vorgaben diskutiert und in diesem Jahr eine Novellierung dieses Gesetzes verabschiedet. Die Landwirte würden mit der Natur arbeiten und da brauche man halt Geduld. Populismus und politischer Übereifer seien hier absolut fehl am Platz. Dort wo allerdings lokale Fehlentwicklungen zu erkennen seien, müssten erst die Ursachen analysiert und anschließend sinnvolle Lösungsmöglichkeiten erarbeitet werden.

Horper begrüßte, dass im neuen Nitrat-Bericht erstmals ein verändertes Messstellennetz verwendet wurde, das einen deutlich repräsentativeren Zustand der Gewässer, auch in Rheinland-Pfalz, widerspiegele. Anhand der aktuellen Daten werde deutlich, dass die vielfältigen Bemühungen der Landwirtschaft zur Reduktion von Nitrat im Grundwasser Früchte zeigten. Genauso wie in anderen Wirtschaftsbereichen, wie beispielsweise in der Automobilindustrie, werde der technologische Fortschritt von den Landwirten konsequent genutzt, um gerade im sensiblen Umweltbereich Verbesserungen zu erreichen. Die strikte Einhaltung gesetzlicher Regelungen trage ebenso wie die Nutzung modernster Techniken und die zunehmende Sensibilisierung der Landwirte dazu bei, dass die Messwerte an vielen, insbesondere als belastet geltenden Grundwassermessstellen zurückgegangen seien. So seien nicht nur die Stickstoffüberschüsse in den letzten Jahren deutlich reduziert worden, sondern vor allem trügen die Landwirte durch freiwillige Maßnahmen (z.B. durch Anlegen von Gewässerrandstreifen und Teilnahme an Agrarumweltprogrammen) dazu bei, unerwünschte Einträge von Nitrat und auch Phosphat in Grund- und Oberflächengewässer weiter zu reduzieren.

Der Berufsstand sei mit der Wasserwirtschaft in Rheinland-Pfalz zudem im ständigen Dialog, um die Qualität von Oberflächen- und Grundwasser in Rheinland-Pfalz im Zuge der EU-Wasserrahmenrichtlinie weiterhin in einem optimalen Zustand zu erhalten und zu verbessern. „Damit erbringen die Landwirte einen wichtigen Beitrag für die Allgemeinheit und nehmen vielfach Einkommenseinbußen und Mehrarbeit in Kauf.“ Vor diesem Hintergrund forderte Horper Umweltministerin Ulrike Höfken auf, die Leistungen der Landwirtschaft für eine vielfach exzellente Wasserqualität in Rheinland-Pfalz endlich anzuerkennen.