Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

12.10.2016 - Koalitionsfraktionen im Bundestag planen Gesetzesänderung

Die Schlachtung hochträchtiger Tiere soll gesetzlich verboten werden

Berlin/Koblenz. Die Koalitionsfraktionen im Bundestag wollen bekanntlich die Schlachtung hochträchtiger Tiere verbieten. Hintergrund sind Medienberichte über ungeborene Kälber, die bei der Schlachtung hochträchtiger Rinder ersticken. Die Koalition will dem gesetzlich ein Ende bereiten. Die Fraktionen planen über eine Änderung des Tiererzeugnisse-Handelsverbots-Gesetzes ein generelles Verbot der Schlachtung aller hochträchtigen Tiere umzusetzen.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hat deshalb gemeinsam mit dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte (bpt) einen Formulierungsvorschlag gemacht, der sicherstellen soll, dass in begründeten Einzelfällen auch ein hochträchtiges Tier noch geschlachtet werden darf. Beide Verbände plädieren außerdem dafür, zunächst nur die Schlachtung von hochträchtigen Rindern zu verbieten. Für Schweine und vor allem für kleine Wiederkäuer sollte eine Übergangsfrist vorgesehen werden, so die Verbände in ihrem Schreiben an die Bundestagsabgeordneten. Entsprechend sieht der gemeinsame Vorschlag vor, dass es grundsätzlich verboten werden soll, ein Rind, das sich im letzten Drittel der Trächtigkeit befindet, zum Zweck der Schlachtung abzugeben. Dies soll nur dann nicht gelten, wenn die Tötung eines solchen Tieres nach tierseuchenrechtlichen Bestimmungen vorgeschrieben oder angeordnet worden ist. Über den Fortgang der politischen Beratungen werden wir weiter informieren.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau hat bereits 2011 mit der Landestierärztekammer Rheinland-Pfalz, dem Tiergesundheitsdienst im Landesuntersuchungsamt Rheinland-Pfalz und dem Landeskontrollverband Rheinland-Pfalz- Saar e.V. Informationen zur Schlachtung trächtiger Rinder herausgegeben, in der Rheinischen Bauernzeitung veröffentlicht und breit gestreut. Damit wurden die Rinderhalter zum einen informiert und zum anderen auf die Tierschutz-Problematik beim Schlachten von trächtigen Rindern - die vielen gar nicht so bewusst war - aufmerksam gemacht. Der Flyer kann hier auf der Homepage des Bauern- und Winzerverbandes heruntergeladen werden.

Hier gibt es auch die Flyer zum Enthornen von Kälbern und zur Kälberhaltung. Verbunden mit Berichten in der Rheinischen Bauernzeitung werden so die Landwirte umfassend über die tierschutzrechtlichen Aspekte aufgeklärt.