Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

22.05.2020 - Farm to Fork-Strategie

Horper: Heimische Landwirtschaft wird leichtfertig aufs Spiel gesetzt

Koblenz. „Die heimische Landwirtschaft will weiterhin zur Lösung von Problemen und zur Erreichung von Zielen beitragen. Hierzu gehören eine qualitativ hochwertige und vor allem sichere Versorgung der Bevölkerung mit ausreichend Nahrungsmitteln, die Erzeugung und Bewahrung unserer Kulturlandschaft sowie die Produktion von nachwachsenden Rohstoffen und regenerativen Energien. Diese vielfältigen Zielen sind nur gemeinsam zu erreichen – überhebliche und wenig sachorientierte Politik sowie arrogante Ideologien bringen uns nicht weiter“, so Präsident Horper in einer in Koblenz veröffentlichten Pressemitteilung zur Farm to Fork-Strategie sowie zur Biodiversitätsstrategie der EU-Kommission und zum Bericht „Zur Lage der Natur“ des Bundesumweltministeriums.

Zu einer modernen Agrarpolitik und nachhaltigen landwirtschaftlichen Erzeugung auf dem Feld und im Stall gehöre mehr als nur die pauschale Verringerung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln. Hier mache es sich Umweltministerin Svenja Schulze und das Umweltbundesamt zu einfach. „Es reicht nicht, auf den schnellen Applaus zu schielen und dabei die wirklichen Notwendigkeiten aus dem Blick zu verlieren.“ Offenkundig wollten sich die Ideologen in der aktuell von Corona beherrschten Medienwelt wieder Gehör verschaffen. Die Landwirtschaft wolle auch künftig zu einem verbesserten Umwelt- und Biodiversitätsschutz beitragen. Sie sei auch bereit, an den mittlerweile ohnehin effizienten Einsatz von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln weiter zu arbeiten. Allerdings seien es vielfach die Politik und die Verwaltung, die das vielfältige Bemühen der Landwirte und Winzer für mehr Biodiversität vor Ort verhinderten.

„Ich mahne dringend an, auf den Weg der Kooperation zurückzufinden und nicht nur mit Auflagen und Verboten zu hantieren. Eine ressourcenschonende und nachhaltige Landwirtschaft muss auch wettbewerbsfähig sein und den Bauern entsprechende Einkommen ermöglichen. Nur eine wirtschaftlich gesunde Landwirtschaft ist schlagkräftig und handlungsfähig – auch bezüglich der Umsetzung gezielter Natur- und Klimaschutzmaßnahmen. Nur so sind die Herausforderungen der Zukunft zu meistern.“ Wer mehr Umwelt- und Klimaschutz wolle, müsse auch bereit sein, die damit verbundenen Kosten zu tragen. Dies gelte auch für Nahrungsmittel und Biodiversität, so Präsident Horper abschließend.