Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

03.02.2020 - Agrargipfel

Horper: Rote Gebiete sind nicht haltbar

Bad Kreuznach. „Die Rote Gebietskulisse ist nicht haltbar“. Mit diesen Worten forderte Präsident Michael Horper auf dem Agrargipfel in Bad Kreuznach, zu dem Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing eingeladen hat, eine grundlegende Überprüfung und eine sachgerechtere und verursacherbasierte Ausgestaltung der aktuellen Roten Gebiete. Außerlandwirtschaftliche Einflüsse müssten neu bewertet und neue Messstellen geschaffen werden. Neben der Binnendifferenzierung seien auch die Messstellen in die Berechnungen zur Ausweisung der Gebiete einzubeziehen. Es wäre fatal, wenn sich Betriebe trotz Binnendifferenzierung in Roten Gebieten befinden würden, während sich in ihrer Nähe Messstellen mit Werten unterhalb des Nitratgrenzwertes befänden.

In weiteren Gesprächen kritisierte Horper die geplanten Auflagen in diesen Gebieten auf das Schärfste. Eine Düngung um 20 Prozent unter Bedarf könne nicht akzeptiert werden. Auch eine Verlängerung der Sperrfrist für Grünland um vier Wochen und Sperrfristen für Festmist und Kompost sowie ein pauschales Herbst-Düngeverbot seien praxisfremd – auch für Öko-Betriebe. Horper forderte mehr praxisgerechte Regelungen. Offensichtlich mangele es in der EU-Kommission und insbesondere in den Umweltministerien an landwirtschaftlich ausgebildeten Fachkräften.