Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

20.05.2019 - Öffentlichkeitsarbeit

Thomas Schneider (rechts) erläuterte den Gästen der Diskussionsveranstaltung des SWR, weshalb die Bauernfamilien notwendigerweise Prämien für ihre Betriebe benötigen. Die Anforderungen an die deutschen Betriebe müssten ausgeglichen werden, um angesichts der weltweiten Konkurrenz rentabel wirtschaften zu können.

Landwirt beteiligt sich an SWR-Podiumsdiskussion

Koblenz. Landwirt Thomas Schneider aus Koblenz-Arenberg beteiligte sich vor den Wahlen zum Europäischen Parlament an einer vom Südwestrundfunk veranstalteten Podiumsdiskussion mit dem Titel: „EU wozu? – Wie Brüssel unser Leben prägt“.

Stephan Ueberbach, SWR Korrespondent in Brüssel, Thomas Bungert, Bürgermeister der Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel und Franka Rössel, Konditorazubi beteiligten sich ebenfalls an der Diskussion um die Bedeutung der EU im täglichen Leben.

Thomas Schneider verdeutlichte, dass Prämien kein Geschenk für die Betriebe, sondern vielmehr ein Ausgleich seien, um die deutlich höheren Auflagen gegenüber der weltweiten Konkurrenz im Agrarsektor kompensieren zu können. Grundsätzlich würden die Betriebe höhere Preise den Prämien vorziehen. Das sei aber bei der aktuellen Marktsituation unrealistisch. Ueberbach bestätigte die Situation, indem er als Beispiel die Lebensmittelkosten in Belgien nannte. Diese seien dort sehr viel höher als in Deutschland. Er nehme aber allmähliche Veränderungen wahr, wenn er beispielsweise an die Zunahme der Biomärkte in Deutschland denke. Hier seien die Verbraucher schließlich bereit, höhere Preise für Nahrungsmittel auszugeben.

Schneider kritisierte die wenigen Handelsunternehmen scharf. Selbst bei steigenden Verbraucherpreisen würden sie die höheren Handelsspannen einstreichen. Beim Landwirt käme nur ein Bruchteil der Preissteigerungen an. Die EU nutze über Fördermaßnahmen ihre Steuerelemente, womit sie die Entwicklung der Landwirtschaft, zumindest in einem gewissen Rahmen, beeinflusse. Als Beispiel nannte Schneider die Fördermaßnahmen für die weitere Verbesserung des Tierwohls in den Betrieben. Ueberbach merkte an, dass die Förderziele für die verschiedenen Regionen Europas unterschiedlich seien. So habe Frankreich für seine Bauern andere Ziele als die Staaten Osteuropas. Dies mache es schwer, einheitliche Förderziele für alle 28 EU-Staaten zu formulieren und durchzusetzen.

In der weiteren Diskussion erläuterten Thomas Bungert und Franka Rössel, welche Vorteile die EU für ihre Tätigkeitsbereiche biete, wie u.a. für gemeindliche Leaderprojekte oder für eine Ausbildung über Ländergrenzen hinweg. Aber auch die EU-Parlamentswahlen und der Brexit waren Themen des SWR-Diskussionsabends.

Thomas Schneider hat sich als Landwirt der Diskussion gestellt und über seine Erfahrungen gesprochen und mitdiskutiert. Dadurch wurde die Diskussion im Bereich Landwirtschaft auf dem „Boden der Tatsachen“ geführt. Die zeigte wieder einmal mehr, wie wichtig öffentlichkeitswirksames Engagement im Berufsstand ist.