Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

31.07.2020 - Wolf in der Eifel

Landesregierung muss schnellstens Präventionsgebiet ausweisen

Koblenz. Die aktuellen Wolfsrisse in der Eifel beunruhigen die Tierhalter. Die Landesregierung müsse jetzt schnellstens ein weiteres rheinland-pfälzisches Präventionsgebiet in der Eifel ausweisen, damit die Tierhalter Zäune bauen und diese gefördert werden könnten, forderte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper. Er kritisierte, dass die Fördervoraussetzungen vorsehen würden, dass vor dem Zaunbau die Bewilligung der Fördermaßnahme vorliegen müsse. Das sei jetzt nicht wichtig, schließlich sei Gefahr in Verzug. „Die Tierhalter können nicht mit dem Zaunbau warten und zusehen, wie der Wolf sich an ihren Nutz- und Zuchttieren sattfrisst“, so Horper. Prävention bedeute, dass man handeln müsse, bevor der Wolf sich daran gewöhne, dass die Weidetiere in der Eifel „Freiwild“ seien.

Horper stellte in diesem Zusammenhang erneut die Frage, ob der günstige Erhaltungszustand, der Ursache für den starken Schutz des Wolfs sei, nicht schon längst erreicht sei. Er verwies auf die Aussage der Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer unter dem Dach des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN), wonach die Wolfsvorkommen in Deutschland Teil einer baltisch-osteuropäischen Population mit mittlerweile über 8.000 Individuen seien, deren günstiger Erhaltungszustand zweifelsfrei gesichert sei. Er erinnerte daran, dass das Aktionsbündnis ein aktives Bestandsmanagement nach dem Vorbild der skandinavischen Schutzjagd z.B. in Schweden vorschlage. Dabei seien die Obergrenzen für die Zahl der Wölfe in einer Region unter anderem in Abhängigkeit der Beeinträchtigung der naturschutzfachlich dringend notwendigen Weidetierwirtschaft festzulegen. Eine Mutterkuh mit ihrem Kalb und ein Schaf mit seinem Lamm hätten unter Tierschutz-Gesichtspunkten das gleiche Recht auf Unversehrtheit wie der Wolf unter Artenschutzgründen. Ist die Art ausreichend geschützt und der Erhalt gesichert, müssten die Schutzgründe für die Weidetiere höher angesiedelt werden, so der Präsident.

Die Landesregierung müsse jetzt beweisen, wie ernst es ihr mit dem Tierschutz und dem Schutz der Weidetierhaltung sei, schnellstmöglich das Präventionsgebiet ausweisen und zur Abwendung drohender "ernster landwirtschaftlicher Schäden" auch den Mut haben für die Weidetiere und gegen den Wolf zu entscheiden.

Horper erinnert an die Zusage von Staatsekretär Dr. Thomas Griese während des „Runden Tisches Großkarnivoren“, den Wolfmanagementplan bis Ende 2019 in einer aktualisierten neuen Fassung zu veröffentlichen und dabei auch wichtige Forderungen des Bauernverbandes aufzugreifen. Dies seien u.a. 100 Prozent Kostenübernahme für den Bau und den Unterhalt der Zäune, Übernahme von indirekten Kosten für Tiere, die nach einer Wolfsattacke vom Tierarzt behandelt werden müssen, anteilige Erstattung von Kosten bei der Anschaffung von Geräten zur Zaunpflege (Landesmittel) sowie die Übernahme der Kosten für die Mehrwertsteuer bei nicht vorsteuerabzugsberechtigten Betrieben.