Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

09.07.2020 - Trockenheit 2020

Horper begrüßt Freigabe ökologischer Vorrangflächen für Futternutzung

Mainz/Koblenz. Michael Horper, Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, begrüßt die Genehmigung von Landwirtschaftsminister Dr. Wissing, brachliegende Ackerflächen im gesamten Landesbereich ab dem 16.07.2020 zur Beweidung zu nutzen oder zu Futterzwecken zu mähen.

„Die Trockenheit hat die Futterversorgung für viele tierhaltende Betriebe deutlich erschwert. Mit der Freigabe der Vorrangflächen wollen wir dazu beitragen, einen Futterengpass für die betroffenen Landwirte zu verringern, “ sagte Landwirtschaftsminister Dr. Wissing.

Präsident Horper sieht die wetterbedingte Zuspitzung der Futterversorgung auch im Zusammenhang mit den sehr trockenen beiden letzten Jahren ebenfalls mit großer Sorge. „Allerdings bedauern wir nachhaltig, dass die Freigabe der ökologischen Vorrangflächen zu Futterzwecken erneut so spät erfolgt ist. Vor allem im Hinblick darauf, dass mit jedem Tag des Wartens und Zögerns die Futterqualität von diesen Flächen zunehmend schlechter wird. Wir erwarten daher für die Zukunft deutlich schnellere Reaktionen und entsprechende Flexibilität von der EU, wenn es um die Bewältigung akuter Situationen geht.“

Landwirte, die im Rahmen der Beantragung von Direktzahlungen zur Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des Greening verpflichtet sind, dürfen ab dem 16.07.2020 brachliegende Ackerflächen nach Artikel 46 Absatz 2 Buchstabe a der Verordnung (EU) Nr. 1307/2013 (Nutzcode 062) durch Beweidung mit Tieren oder durch Schnittnutzung zu Futterzwecken nutzen, teilte Minister Dr. Wissing mit. Nicht unter die Ausnahmegenehmigung fallen Honigbrachen (Nutzcodes 065 und 066). Ein Großteil der Ackerbrachen sei aktiv begrünt und biete somit eine gute Möglichkeit, die bestehenden Futterengpässe zumindest teilweise auszugleichen, so Wissing.