Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

14.07.2017 - Obstbau

V.l.n.r. : Dr. Ulrike Gossen, Stefan Müller, Daniel Schäfer begutachten eine fast erntereife Stachelbeeranlage unter Hagelnetzen auf dem Betrieb von Daniel Schäfer aus Birresdorf.

Innovationskraft des Obstbaus begeistert Verwaltung

Rheinland-Nassau. Bei einer Obstbaubereisung im nördlichen Rheinland-Pfalz überzeugte sich Dr. Ulrike Gossen, Referatsleiterin für Gartenbau im rheinland-pfälzischen Landwirtschaftsministerium, von der Leistungsfähigkeit des Obstbaus. Sie besuchte Obstbaubetriebe in Mülheim-Kärlich, Kettig, Oeverich, Birresdorf, Niederich und Leimersdorf.

Die Vielfalt der angebauten Kulturen sowie die Bedeutung der Obstkulturen für die regionale Landwirtschaft hinterließen bei Gossen einen nachhaltigen Eindruck: „Was wir hier heute sehen, übertrifft an Umfang und Leistung bei weitem das, was den statistischen Daten zu entnehmen ist.“

Detailliert erläuterten die Betriebsleiter und ihre Hofnachfolger ihre Anbaustrukturen. Insgesamt bauten die Betriebe Äpfel, Birnen, Süßkirschen, Pfirsich, Zwetschgen, Pflaumen, Aprikosen, Heidelbeeren, Stachelbeeren, Himbeeren, Aronia, Holunder, Brombeeren, Erdbeeren und Johannisbeeren an. Dies ist nur durch den Einsatz vielfältiger Kultivierungssysteme möglich. Gossen informierte sich über den modernen Einsatz von Regenschutz-, Hagelnetz-, Tunnel- und Beregnungssystemen. Dabei stellte sie fest, dass integriert und ökologisch wirtschaftende Betriebe partnerschaftlich miteinander arbeiten.

Sowohl die Betriebsleiter als auch Gossen waren sich darin einig, dass dieser massive Aufschwung des Obstbaus nur durch die gute staatliche Obstbauberatung des Landes Rheinland-Pfalz möglich gewesen sei. Dabei habe das Kompetenzzentrum Klein-Altendorf den größten Anteil dazu beigetragen.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Obstbau in Rheinland-Pfalz, Norbert Schäfer, machte deutlich, dass die verschiedenen Beratungszentren in Deutschland eng zusammenarbeiten würden, sodass Synergieeffekte vor allem dem Beerenobstanbau in Rheinland-Pfalz zu Gute kämen. Das Versuchswesen im Steinobst und im Kernobst genüge höchsten Ansprüchen und die Ergebnisse würden intensiv von den Betrieben nachgefragt.

Alle Teilnehmer der Rundfahrt waren sich einig, dass auch zukünftig eine schlagkräftige staatliche Beratung und praxisorientiertes Versuchswesen unter fachlich fundierter Führung erhalten werden müssen. Davon profitierten schließlich nicht nur der Obstbau, sondern auch die vor- und nachgelagerten Bereiche, die Kulturlandschaft und schließlich alle Menschen, die hier in ihrer Heimat verwurzelt seien.