Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

04.07.2017 - Tag des offenen Hofes

Der Tag des offenen Hofes der Familie Purpus in Seesbach stieß auch bei ehrenamtlichen Persönlichkeiten in der Landwirtschaft auf große Resonanz (von rechts: Kreisvorsitzender des Hunsrück-Kreises Wilfried Berg, Präsident Michael Horper und Hagen Purpus, ganz links: Kreisvorsitzender des Kreisverbandes an Nahe und Glan Johannes Thilmann).

Hunsrücker Milchviehbetrieb präsentiert landwirtschaftliche Praxis

Seesbach. Der Milchviehbetrieb der Familie Helga, Hagen, Nina und Benjamin Purpus in Seesbach im Hunsrück hatten sich im Rahmen eines „Tages der offenen Tür“ der Öffentlichkeit präsentiert. Weit über 1.000 Besucher konnten sich von der modernen Landwirtschaft auf dem Betrieb Purpus überzeugen. „Laut einer Umfrage leiden die Bauernfamilien am meisten unter der fehlenden Wertschätzung ihres Berufsstandes. Umso wichtiger ist es, die Arbeit und die Leistungen der Landwirtschaft der Öffentlichkeit zu präsentieren“, betonte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, während der Veranstaltung. Die Tierhaltung habe sich in den letzten Jahrzehnten in den Belangen des Tierschutzes hervorragend entwickelt. Dies könne auch auf dem Betrieb Purpus nachvollzogen werden. Es sei unverantwortlich, dass alle Parteien die Landwirte mehr und mehr mit Auflagen belegen und die Grünen sogar fast schon eine moderne Form der Leibeigenschaft anstrebten. Es sei daher nicht verwunderlich, dass ein Teil der Gesellschaft ablehnend gegenüber der Landwirtschaft sei.

Die Tage des offenen Hofes seien von großer Bedeutung, da sie aufzeigten, welche Verantwortung eine landwirtschaftliche Familie zu tragen und welch hohen Stellenwert die Wirtschaftlichkeit angesichts der Kosten für die notwendigen modernen Stallgebäude und der landwirtschaftlichen Maschinen für ein landwirtschaftliches Unternehmen habe. Außerdem habe ein landwirtschaftlicher Betrieb auch eine wichtige dörfliche, gesellschaftliche Komponente. Dies zeige sich ebenfalls bei diesen Großveranstaltungen, wo die Landwirtschaft und die dörflichen Vereine Hand in Hand handelten, um einen „Tag des offenen Hofes“ zum Erfolg zu führen.

Kreisvorsitzender Johannes Thilmann erläuterte den Strukturwandel von den 50er Jahren bis heute. Sowohl die landwirtschaftlichen Unternehmen, als auch ihre Verbände seien modern und ein Spiegelbild ihrer Gesellschaft. Er verachte aber Organisationen und Umweltverbände, die die Landwirte als Umweltsünder und Tierquäler darstellen würden. Sie arbeiteten bewusst mit völlig falschen Bildern, die dann der Berufsstand in den Köpfen der Menschen wieder korregieren müsse. Die Bauern würden vorbildlich mit ihren Tieren und der Umwelt umgehen. Sowohl die Leistungszahlen in der Tierhaltung als auch die sinkenden Nitratwerte im Grundwasser machten dies deutlich. Die Landwirtschaft habe die Düngung schon seit Jahren angepasst, auch wenn das positive Ergebnis über das Grundwasser erst Jahre später festgestellt werden könne: „Die Landwirtschaft ist modern, zuverlässig, umweltfreundlich und wir produzieren hochwertige Nahrungsmittel für unsere Mitbürger! Unsere Bevölkerung kann stolz auf uns sein und dafür steht auch der Betrieb der Familie Purpus“, so Thilmann abschließend.

Betriebsleiter Hagen Purpus verdeutlichte gegenüber seinen Gästen, dass er bereits 1990 einen tierfreundlichen Laufstall gebaut habe. Der Milchviehbetrieb sei gut durchorganisiert, was ebenfalls dem Tierwohl zugutekomme. Die Investitionen in sein neues Melksystem würden ebenfalls zu mehr Tierwohl und einem besseren Herdenmanagement beitragen.

Familie Purpus und ihre Mitarbeiter und Helfer standen in den Ställen und an den Maschinen für die Besucher für Fragen zur Verfügung. Über einen eigens für den Tag des offenen Hofes produzierten Informationsfilm konnten sich die Besucher über die Fütterung, das Melken und die täglichen Arbeiten in der Milchviehhaltung informieren. Eine Strohburg, ein Indoorspielplatz sowie eine Bastel- und Malstation für die Kinder machten den Tag zu einem richtigen Familienfest. Hagen Purpus bedankte sich im Namen ihrer Familie bei der Dorfgemeinschaft, den Firmen und den Organisationen, die ihre Veranstaltung begleitet und unterstützt haben. Die Resonanz sei außerordentlich erfreulich gewesen. Ohne Helga Purpus und Tochter Nina, die sowohl in der Vorbereitung als auch am Tag des offenen Hofes enorm viel geleistet hätten, hätte der Tag des offenen Hofes nicht stattfinden können. Sohn Benjamin mit der Landjugendgruppe und der örtliche Fastnachsverein sorgten für das leibliche Wohl der Besucher. Der Erlös der Veranstaltung kommt dem Fastnachtsverein zugute.

Schon bei der Eröffnung der Veranstaltung erhielt der Tag des offenen Hofes großen Zuspruch. Am Nachmittag reichte die Maschinenhalle kaum aus, um alle Gäste zu fassen (vorne: Präsident Michael Horper und Wilfried Berg).