Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

23.06.2017 - BWV begrüßt Entscheidung zur Futternutzung wegen Trockenheit

Dr. Wissing erteilt Ausnahmegenehmigung zur Futternutzung von ökologischen Vorrangflächen

Koblenz. Landwirtschaftsminister Dr. Volker Wissing hat Landwirten genehmigt, brachliegende Ackerflächen zur Beweidung zu nutzen oder zu Futterzwecken zu mähen. Damit reagiert der Minister auf die starke Beeinträchtigung von Dauergrünlandflächen durch die anhaltende Trockenheit im Frühjahr. Der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Michael Horper hat in Briefen und Gesprächen sowohl den Minister als auch die Agrarverwaltung aufgefordert, sich umgehend für eine Bereitstellung der ökologischen Vorrangflächen zur Futternutzung einzusetzen. In weiten Regionen des Landes könne aufgrund der Trockenheit, die Fütterung der Tiere in den kommenden Monaten nicht mehr uneingeschränkt gewährleistet werden. Die Betriebe wären gezwungen Futter zuzukaufen, was zu enormen wirtschaftlichen Einbußen führen würde. Horper dankt dem Minister für diese landwirtschaftsfreundliche Entscheidung.

Landwirte, die im Rahmen der Beantragung von Direktzahlungen zur Bereitstellung von ökologischen Vorrangflächen im Rahmen des Greening verpflichtet sind, dürften ab 1. Juli in Rheinland-Pfalz brachliegende Ackerflächen durch Beweidung mit Tieren oder durch Schnittnutzung zu Futterzwecken nutzen, teilte Wissing mit. Er hofft, mit dieser Maßnahme die aktuelle Notlage der tierhaltenden Betriebe etwas abmildern zu können. Ein Großteil der rd. 13.000 ha umfassenden Ackerbrachen sei aktiv begrünt und biete somit eine gute Möglichkeit, die bestehenden Futterengpässe zumindest teilweise auszugleichen.

Das Land hat sich auch an die Landwirtschaftliche Rentenbank gewandt und diese gebeten, die Zugangsvoraussetzungen für das Rentenbank-Programm zur Liquiditätssicherung entsprechend zu ergänzen. Damit können Betriebe, die aufgrund der Trockenheit starke Umsatzeinbußen oder zusätzliche Kosten für Futter zu verkraften haben, das zinsgünstige Darlehensangebot der Rentenbank nutzen. Im Programm zur Liquiditätssicherung werden Ratendarlehen mit einer Laufzeit von 4, 6 oder 10 Jahren angeboten.