Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

18.05.2017 - Berufswettbewerb 2017

In der Fachpraxis musste in der Sparte Landwirtschaft I eine Bonitur eines Getreideschlages durchgeführt werden Schädlinge, Krankheiten und unerwünschte Pflanzen erkannt werden und mögliche Maßnahmen erläutert werden. Von rechts die Prüfer Mathias Genn und Sven Ulrich.

Großartige junge Land- und Forstwirte ermittelten die Landessieger

Koblenz. Am 24. und 25.04.2017 hatten sich die besten Landwirtschafts- und Forstwirtschafts-Azubis, sowie die besten Fachschüler Landwirtschaft aus den landesweiten Vorentscheiden auf der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle in Münchweiler/Alsenz zum Landesentscheid des Berufswettbewerbes der deutschen Landjugend getroffen.

Im Landesentscheid maßen sie ihre beruflichen Kenntnisse in Theorie und Praxis, aber auch im Allgemeinwissen und Präsentation. „Beim Berufswettbewerb geht es nicht nur ums Kräftemessen. Vielmehr nehmen die Teilnehmer auch jede Menge neue Erfahrungen, Freunde und Selbstbestätigung mit nach Hause“, so Mathias Genn, Vorsitzender der Landjugend Rheinland-Nassau, selbst ehemaliger und sehr erfolgreicher Teilnehmer. Dieses Mal war er als Richter mit dabei. „Wir wollen mit dem Wettbewerb die Lust zur beruflichen und persönlichen Weiterqualifizierung wecken und der Öffentlichkeit zugleich die Vielfalt der grünen Berufe zeigen“, so Genn weiter.

Der Berufswettbewerb der deutschen Landjugend, der 2017 bereits zum 33. Mal stattfindet, steht nicht nur unter der Schirmherrschaft des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und in Rheinland-Pfalzunter der Schirmherrschaft des Ministers für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau Dr. Volker Wissing. Das Ministerium fördert den Berufswettbewerb maßgeblich und macht ihn durch seine finanzielle Unterstützung erst möglich. Getragen vom Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, der Landjugend Rheinland-Nassau und dem Landfrauenverband Rheinland-Nassau in enger Zusammenarbeit mit den DLRs und Forstämtern in Rheinland-Pfalz steht er in diesem Jahr unter dem Motto: „Grüne Berufe sind voller Leben – Wachstum, Stärke, Leidenschaft“. „Damit wollen wir auf den engen Zusammenhang zwischen der Entwicklung der ländlichen Räume und der Qualität der Ausbildung in den grünen Berufen hinweisen“, sagte Mathias Genn.

Glückwünsche und Grußworte überbrachten der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau Michael Horper, der Leiter der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle Dr. Karl Landfried und Matthias Grohs vom Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz in Hachenburg. Horper lobte die sehr erfreulichen Ergebnisse der Teilnehmer. „Werdet Botschafter für euren Beruf und vertretet das Land Rheinland-Pfalz würdig im Bundesentscheid. Ihr seid aktive Botschafter für euren Berufsstand und könnt stolz auf euch sein. Ihr seid toll!“ rief er den Teilnehmern zu. Er wies auch auf die elementare Bedeutung hin, die gerade die jungen Auszubildenden und Fachschüler für den Berufsstand hätten. Er gratulierte den Siegern und Platzierten, wünschte viel Erfolg für den Bundesentscheid und warb für die aktive Teilnahme an der berufsständischen Vertretung.

„Hier sitzt die Zukunft für unser Land. Sie haben große Möglichkeiten und sind die Leistungsträger, die unsere Wälder und Natur gestalten“, so Matthias Grohs und betonte wie wichtig eine fundierte, qualitativ hoch stehende und engagierte Ausbildung sei. Nur so könne der Berufsstand den vielfältigsten Anforderungen, die an ihn gestellt würden Stand halten. „Werden Sie offensive und würdige Repräsentanten ihres Berufsstandes.“

Mathias Genn Vorsitzender der Landjugend Rheinland-Nassau, Sven Ulrich, Vorsitzender des AK Junglandwirte der Landjugend RheinhessenPfalz und die Rheinland-Pfälzische Milchkönigin Carina Hirschen gaben schließlich die mit höchster Spannung erwarteten Ergebnisse bekannt. "Ihr habt bewiesen, dass Ihr in Eurem Ausbildungsberuf als Landwirte und Forstwirte hervorragendes leistet. Dazu möchte ich Euch ganz herzlich gratulieren. Macht weiter so und macht euch offensiv für euren Berufsstand stark,“ so Mathias Genn. Neben Ehrenurkunden und sehr attraktiven Sachpreisen konnten sich die Erstplatzierten über eine mehrtägige fachliche Lehrfahrt als Preis freuen.

Zwei Tage lang wurden im Wettbewerb die Besten in den Sparten Landwirtschaft I (Auszubildende), Landwirtschaft II (Fachschüler) und Forstwirtschaft (Auszubildende) ermittelt. Neben Kenntnissen in Allgemeinwissen und Fachtheorie waren auch ein Kurzvortrag zu einem vorgegebenen Thema und praktische Kenntnisse und Fertigkeiten gefragt.

Bei den mündlichen Präsentationen waren neben dem inhaltlichen Aspekt in allen Sparten auch wichtig, dass die Wettbewerbsteilnehmer eine ordentliche Einleitung und eine guten Abschluss berücksichtigten, sich selbst vorstellten, den Zeitrahmen einhielten und dass die Darstellung und die Redeweise ansprechend waren. Hier gab es zum Teil sehr schöne Ergebnisse mit ideenreicher und phantasievoller Gestaltung und schon sehr souveränem und begeisterndem Auftreten.

In der Fachpraxis musste in der Sparte Landwirtschaft I eine Bonitur eines Getreideschlages durchgeführt werden Schädlinge, Krankheiten und unerwünschte Pflanzen erkannt werden und mögliche Maßnahmen erläutert werden. Als weitere Praxisaufgabe sahen sich die Teilnehmer/innen vor die Aufgabe gestellt Kühe bzw. Jungsauen zu beurteilen, sich für eine Kuh bzw. Jungsau zu entscheiden und die Kaufentscheidung zu begründen. Abschließend galt es eine Transporteinheit zusammen zu stellen und den Transportzug unter Beachtung aller Vorschriften der StVO, der Betriebs- und Arbeitssicherheit zu überprüfen und zu erläutern.

Die Fachpraxis in der Sparte Landwirtschaft II forderte von den 2er Teams die Aufnahme und anschließende Übergabe einer Wasserwanne von einem Frontlader auf einen anderen Frontlader in der Luft und das Ablegen in einem eng begrenzten Bereich. Des Weiteren musste eine Kuh, bzw. eine Sau hinsichtlich ihres Futterzustandes beurteilt und hinsichtlich ihres Gesundheitszustandes überprüft werden. Anschließend musste für die Kuh bzw. Sau eine passende Ration aus den zur Verfügung stehenden Futtermitteln zusammengestellt und berechnet werden. Auch die Wirtschaftlichkeit sollte dabei nicht aus dem Auge verloren werden. In der letzten Aufgabe musste die Bonitur eines Getreidebestandes durchgeführt werden. Hier ging es darum das Entwicklungsstadium und -zustand, die Verunkrautung, den Krankheits- und den Schädlingsbefall festzustellen und die erforderliche Kulturführung zu beschreiben.

Bei den Forstwirten war in den standardisierten Praxisaufgaben der Wechsel einer Motorsägenkette, der Kombinationsschnitt an zwei hochgelegten Stämmen, die Anlage einer Fallkerbe und der Fällschnitt am Stock, die Pflanzung von Bäumen und das Bestimmen von Schadbildern, Holzarten und Bäumen, Sträuchern und geschützten Pflanzen in strengen Zeitvorgaben gefordert. Auch hier zeigte sich, wer ein bisschen geübt hatte. Hier trat der Wettbewerbscharakter besonders deutlich hervor.

Den Abend verbrachten Teilnehmer/innen, Richter/innen und Helfer/innen bei bester Stimmung mit einer sehr interessanten, kurzweiligen und begeisternden Führung durch das Fritz-Walter-Stadion auf dem Betzenberg in Kaiserslautern. Dazu passend gab es dann zurück auf dem Hofgut Neumühle noch den Film „Das Wunder von Bern“.

Der Landesentscheid wäre nicht möglich gewesen ohne die tatkräftige Unterstützung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle und des Forstlichen Bildungszentrums Rheinland-Pfalz. Ein besonderer Dank geht an die Herren Dr. Karl Landfried von der Lehr- und Versuchsanstalt Hofgut Neumühle und Herrn Matthias Grohs vom Forstlichen Bildungszentrum Rheinland-Pfalz, für die großartige und pragmatische Unterstützung und Zusammenarbeit. Allen ehren- und hauptamtlichen Richterinnen und Richtern sei gleichfalls für das Engagement für den Berufswettbewerb der deutschen Landjugend hiermit herzlich gedankt. Dank geht aber auch an alle anderen Helfer des Wettbewerbes und nicht zuletzt an die großzügigen Sponsoren der Sachpreise. Bleibt abschließend der Wunsch, dass sich die Teilnehmer/innen des Landesentscheides, die sich für den Bundesentscheid qualifiziert haben, das Land Rheinland-Pfalz würdig vertreten und Platzierungen auf den vorderen Rängen mit nach Hause bringen. Die Landjugend Rheinland-Nassau wünscht ihnen schon jetzt viel Spaß, Erfolg und drückt ihnen die Daumen.

Florian Kirner aus Gebhardshain (Ausbildungsbetrieb: Hatzfeld-Wildenburg´sche Forstverwaltung), Bastian Adams aus Sargenroth (Ausbildungsbetrieb: Forstamt Soonwald) und Patrick Bauer aus Lemberg (Forstamt Wasgau) sind die besten Forstwirtschafts-Azubis in Rheinland-Pfalz. Bei den Landwirtschafts-Azubis hatten Flavio Traxl aus Darmstadt (Ausbildungsbetrieb: Juchems Hof in Niederwallmenach) , Tobias Fries aus Gerolstein (Ausbildungsbetrieb: Bernhard Schaal in Hersdorf) und Steffen Henckel aus Diemelsee (Ausbildungsbetrieb: Peter Meutes in Rommersheim) die Nase vorn. Stefan Peters aus Buchet und Tobias Fiedler aus Habscheid, Eric Scheuer aus Ralingen und Ralf Zelder aus Plein sowie Lukas Baustert aus Waxweiler und Patrick Weiß aus Roscheid belegten jeweils als 2er Teams der landwirtschaftlichen Fachschüler die ersten drei Plätze. Die jeweils ersten beiden Plätze werden das Land Rheinland-Pfalz im Bundesentscheid vom 12. Bis 16.06.2017 in Güstrow vertreten und um eine gute Platzierung kämpfen.

Quelle: Landjugendverband Rheinland-Nassau