Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

21.04.2017 - Obst- und Weinbau

Frost schädigt Kulturen schwer

Koblenz. Der Frost der vergangenen Tage hat die Obst- und Weinbaukulturen an Mosel und Mittelrhein schwer geschädigt. Blüten und Triebe laufen bei Temperaturen unter minus 5 Grad, selbst bei Schutzmaßnahmen wie Frostschutzberegnung, Gefahr, Kälteschäden zu erleiden. Luftverwirbelung per Hubschrauber, Heizgeräte und Frostschutzberegnung können aber nicht alle Flächen des Obst- und Weinbaus schützen. Daher rechnen Landwirte und Winzer in vielen Flächen bereits jetzt mit schweren Ertragseinbußen bis hin zu Totalschäden. Über die Gesamtschäden liegen noch keine genaueren Informationen vor. Im Übrigen wird die Frostperiode voraussichtlich erst nach den Eisheiligen Mitte Mai zu Ende gehen.

Es ist auffällig, dass die Vegetationsentwicklung in den letzten Jahren um bis zu zwei Wochen früher erfolgt, was die Gefahr der Frosteinwirkungen deutlich erhöht. Viele Betriebe leiden daher bereits heute unter dem Klimawandel und seine Folgen. Eine weitere bedenkliche Entwicklung ist die Veränderung der Niederschlagsmenge und

-verteilung. Von Ausnahmen abgesehen, nehmen die Frühjahrsniederschläge ab. So regnete es über Ostern in der Eifel nur 5 bis 10 Millimeter und im Westerwald zwischen 15 und 20 Millimeter. Angesichts des fehlenden Niederschlags in den Wochen vor Ostern ist diese Menge viel zu gering. Die Gesamtregenmenge im März betrug in der Eifel nur um 40 Liter und im Westerwald zwischen 70 und 80 Liter pro Quadratmeter. Die aktuelle Situation ist aber kein Einzelfall, sondern macht den Landwirten und Winzern mittlerweile fast jedes Jahr Kopfzerbrechen.