Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

28.03.2017 - Klimaschutz und Landwirtschaft

Landwirtschaft unterstützt Kampf gegen Klimawandel

Koblenz. Eine im Fachjournal "Biogeosciences" veröffentlichte Studie deutscher und britischer Wissenschaftler kam zu dem Schluss, dass Rinder in wärmeren Regionen der Erde, mehr klimaschädliches Methan ausstoßen würden, weil sie mehr Nahrung zu sich nehmen müssten.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau stellt fest, dass energiebedingte CO2-Emissionen fast 90 Prozent der gesamten Emissionen von Klimagasen in Deutschland ausmachen, die Methanemissionen aus der Rinderhaltung hingegen nur 3,6 Prozent. Bei der Produktion von einem Liter Milch werden bspw. durch die Entstehung von Methan in Deutschland ca. 1,1 kg CO2-Äquivalente freigesetzt. Das liegt deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 2,4 kg und ist weit entfernt von den Emissionswerten Afrikas und Asiens mit 7,5 bzw. 3,5 kg CO2-Äquivalent je Liter Milch. Dies liegt vor allem an den Haltungssystemen, wobei weidebasierte Haltungssysteme grundsätzlich höhere Emissionen aufweisen als die modernen kombinierten Systeme in Europa.

Durch effizientere Düngung, Zuchtfortschritte und optimiertes Futter konnten Landwirte in den vergangenen Jahren Methanemissionen reduzieren: Von 1990 bis 2014 um 24 Prozent. Daneben halten deutsche Landwirte insgesamt immer weniger Tiere, steigern jedoch gleichzeitig deren Milchleistung: Von 1990 bis 2014 ist die durchschnittliche Milchleistung je Kuh um rund 60 Prozent gestiegen. Damit verringern sich die Methanemissionen pro Liter Milch deutlich.

Kühe sind Landschaftspfleger und keine Klima-Killer. Durch die Wiederkäuer, also neben Kühen auch Schafe und Ziegen, können in Deutschland 4,7 Mio. Hektar und in Rheinland-Pfalz 300.000 Hektar Grünland für die Nahrungsmittelerzeugung produktiv genutzt werden. Kühe sichern damit die Erhaltung von Grünland, das zur Artenvielfalt und unserer typischen Kulturlandschaft beiträgt. Grünland wiederum leistet einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz, indem es Kohlenstoff im Boden bindet.

Es muss das Bestreben der Gesellschaft sein, den Verbrauch aller fossilen Energien, wie Öl, Gas und Kohle insgesamt zu reduzieren und verstärkt Energien zu nutzen, die sich mit dem oberirdischen, geschlossenen Energiekreislauf in Einklang bringen lassen. Die Nutzung von Biogas, Solarenergie, Windenergie und biogenen Kraftstoffen ist dabei auszubauen und zu fördern.