Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

01.03.2017 - Wolf und Luchs als Sorgenkind der Tierhalter

Bernd Merscher, Präsident Michael Horper, Werner Neumann, Wilfried Berg, Rainer Wulff und Hauptgeschäftsführer Dr. Derstappen diskutierten über die politischen Ziele der Schaf- und Ziegenhalter.

BWV im Gespräch mit den rheinland-pfälzischen Schaf- und Ziegenhaltern

Koblenz. Die Repräsentanten der rheinland-pfälzischen Schaf- und Ziegenhalter trafen mit Vertretern des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau zusammen. Präsident Michael Horper, Präsidiumsmitglied Wilfried Berg und Hauptgeschäftsführer Dr. Josef Derstappen konnten die Herren Werner Neumann, Bernd Merscher und Rainer Wulff im Verbandshaus in Koblenz begrüßen, um gemeinsame Themen zu erörtern. Im Mittelpunkt des Gespräches standen die Probleme mit den Großkarnivoren Wolf und Luchs, die inzwischen auch in Rheinland-Pfalz zum Alltag der Tierhalter gehören. Zwar ist der Wolf derzeit noch nicht wieder dauerhaft in Rheinland-Pfalz heimisch, aber unter den Tierhaltern, vor allem den Schäfern, ist er ständiges Gesprächsthema, ebenso wie der Luchs, der vor allem im südlichen von Rheinland-Pfalz vorkommt.

Vor dem Hintergrund, dass die Schaf- und Ziegenhalter bereits mindestens zwölf Ziegen durch die dort ausgesetzen drei Luchse zu beklagen haben und auch im Westerwald bereits einzelne Schafe dem Wolf zum Opfer gefallen sind, war man sich darüber einig, dass die Interessen der Tierhalter in der rheinland-pfälzischen Willkommens-Politik für Wolf und Luchs nicht ausreichend berücksichtigt werden. Dies betrifft insbesondere den rheinland-pfälzischen Wolfsmanagementplan, der dringend überarbeitet werden muss.

Aus Sicht der Schaf- und Ziegenhalter sei es unbedingt erforderlich, klarere Regelungen für die Ausweisung von Präventionsgebieten vorzusehen, wenn ein Wolf einmal aufgetaucht sei. Auch bei einem zeitweise auftretenden Wolf müssten Schaf- und Ziegenhalter die Möglichkeit haben, Zuschüsse zu notwendigen Schutzmaßnahmen, insbesondere zu wirksamen Einzäunungen, zu erhalten. Ziel sei es einerseits, ihre Herden vor dem Raubtier zu schützen. Andererseits müssten Zäune so gestaltet werden, dass ein Ausbrechen der Tiere wirksam verhindert werden könne, wenn ein Wolf auftauche. Die Gefahr durch ausbrechende Tiere sei für Verkehrsteilnehmer nicht zu unterschätzen, sodass auch die Versicherungsproblematik unbedingt überdacht werden müsse, um im Falle von Schäden die Halter kleiner Wiederkäuer schadlos zu stellen. Die Vertreter des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau stimmten zu, dass der Schutz aller Tierhalter vor unkalkulierbaren Haftungsrisiken auch in der Diskussion über die Großkarnivoren Berücksichtigung finden müsse.

Neben dem beherrschenden Thema von Wolf und Luchs wurden auch Einzelfragen der Förderung im Zusammenhang mit der Pflege der Kulturlandschaft durch Schafe und Ziegen diskutiert. Präsident Michael Horper bot dazu an, den Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau als Diskussionsplattform zu nutzen, um die Fragen der Förderung, die sowohl für die Schaf- und Ziegenhalter, aber auch für Rinderhalter von Bedeutung seien, zu besprechen. Ob sich durch die Diskussion dann möglicherweise Forderungen an die rheinland-pfälzische Politik ergeben würden, sei abzuwarten.

Der Fachaustausch endete mit dem Bekenntnis, die Themen im beiderseitigen Interesse auch in Zukunft gemeinsam zu erörtern.