Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

18.01.2017 - Düngung in der Landwirtschaft

Horper: „Landwirtschaft ist umwelt- und verantwortungsbewusst“

Koblenz. „Landwirte sind hoch ausgebildet und beherrschen ihr Handwerk, sie sind umwelt- und verantwortungsbewusst“, erklärt der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper. Daher hätten sich die Nitratwerte in den letzten Jahren tendenziell verbessert. Bereits 2007 sei die Düngeverordnung novelliert worden. „Wer weiß, dass sich Veränderungen beim Ausbringen von Düngemitteln auf mittleren und schweren Böden, wie sie in den Mittelgebirgslagen im nördlichen Rheinland-Pfalz vorkommen, 20 bis 30 Jahre benötigen, um sich im Grundwasser auszuwirken, weiß auch, dass schon mit der aktuellen Düngeverordnung eine Reduzierung des Nitrats im Grundwasser einhergeht.“ Eine Verschärfung der Düngeverordnung werde daher auch in den kommenden Jahren nicht umgehend Erfolg zeitigen.

Horper kritisiert die häufig negative Darstellung der wichtigen und herausragenden Leistungen der Landwirtschaft für die Umwelt und die Gesellschaft, scharf. Landwirte, die Gülle ausbringen würden, handelten im Sinne der Kreislaufwirtschaft. Gülle sei schließlich kein Abfall, sondern der natürlichste Dünger der Welt. Das ordnungsgemäße Ausbringen der Gülle verbessere den Humusgehalt des Bodens, ernähre die Pflanzen mit Nährstoffen und reduziere den Einsatz von Mineraldüngern, der mit erheblichem Aufwand und Energieeinsatz hergestellt werden müsse. „Gülle ist ein hochwertiger, gesunder und wichtiger Dünger in der Landwirtschaft.“ Nach dem Entwurf der künftigen Düngeverordnung müssten die Landwirte weitere Einschränkungen hinnehmen. Horper gibt zu bedenken, dass Einschränkungen, die der Ernährung der Pflanzen nicht mehr gerecht würden, zu Qualitätsverlusten führen würden. Problematisch sei, dass die Verbraucher dennoch zu den für sie am besten aussehenden Produkten in den Regalen der Supermarktketten greifen würden. Die Waren aus dem Ausland seien aber vielerorts längst nicht so umweltfreundlich produziert wie in Deutschland. Horper fordert die Politik, die Medien und die Verbraucher auf, sich durchaus kritisch aber ausgewogener und umfassender mit der Stickstoff-Thematik auseinander zu setzen.

Die Landwirtschaft habe sich in den letzten Jahrzehnten auf die Empfehlungen der staatlichen Beratung verlassen. Neuere Erkenntnisse und Entwicklungen hätten zu einer starken Reduktion der Düngemittelausbringung bis zum heutigen Tage geführt. Dass sich dies noch nicht in dem gewünschten Maße im Grundwasser auswirke, sei ein natürlicher Vorgang. Auch fordert Horper die Politik auf, sich verstärkt den Haus- und Kleingärten anzunehmen, auf denen ebenfalls Stickstoff ausgebracht werde und dort werde mit Sicherheit keine Düngebedarfsberechnung vorgenommen. Es mache nämlich keinen Sinn, die Düngung in der Landwirtschaft geradezu daumenschraubenartig zu reduzieren, während das Grundwasser über die vielen verteilten Orte in ganz Deutschland belastet werde.