Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

27.09.2016 - Milchwirtschaft

EU-Milchreduzierungsprogramm schon nahezu ausgeschöpft

Brüssel. Das von der Europäischen Kommission aufgelegte Programm zur Reduzierung der Milchmengen ist bereits nach der ersten Antragsrunde nahezu komplett ausgeschöpft. Aktuellen Zahlen aus Brüssel zufolge wollen die Milcherzeuger in der Gemeinschaft im Zeitraum von Oktober bis Dezember 2016 ihre Produktion um insgesamt 1,06 Mio. Tonnen Milch verringern. Bei einem Budget von 150 Mio. Euro und einer „Drosselprämie“ von 0,14 Cent je Kilogramm reicht die finanzielle Ausstattung der Maßnahme rechnerisch für eine „Nicht-Produktion“ von 1,07 Mio. Tonnen Milch, wenn keine Abzüge erfolgen sollen.

In Deutschland haben laut Angaben der Kommission 9.947 Landwirte einen Antrag auf Reduzierung ihrer Milchmengen eingereicht; die geplante Drosselung beläuft sich hierzulande insgesamt auf 286.049 Tonnen. Nur in Frankreich gab es mit 12.957 Milchbauern mehr Erzeuger, die an dem Programm teilnehmen wollen. Allerdings kommen diese zusammen lediglich auf eine Antragsmenge von 181.398 Tonnen. Insgesamt haben in der EU 52.100 landwirtschaftliche Betriebe einen Antrag auf Beihilfe zur Milchmengenverringerung gestellt.

Große Unterschiede gibt es in der Gemeinschaft bezüglich der geplanten Produktionsdrosselung der einzelnen Betriebe. So wollen die Erzeuger in Ungarn und der Slowakei ihre Milchproduktion im Mittel um 126 Tonnen beziehungsweise 106 Tonnen EU-weit am stärksten verringern. Bei den deutschen Erzeugern ergibt sich im Durchschnitt der Betriebe eine Reduktionsmenge von 29 Tonnen, im EU-Mittel beträgt diese rund 20 Tonnen je Antragsteller.

Das Schweriner Landwirtschaftsministerium meldete unterdessen, dass nun noch eine Reduzierungsmenge von 11.407 Tonnen übrig sei. Nach Mitteilung der EU-Kommission gehe das Beihilfeprogramm deshalb nun in eine zweite Antragsrunde. Bis zum 12. Oktober 2016 um 12 Uhr könnten Landwirte EU-weit für den Zeitraum November 2016 bis Januar 2017 Anträge für eine Milchmengenreduzierung stellen. Sollte die noch freie Reduzierungsmenge überschritten werden, werde es für alle Antragsteller der zweiten Runde einen Kürzungskoeffizienten geben. AgE