Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

15.08.2016 - Historische Verluste

Französischen Getreideerzeuger sind verzweifelt

Paris. Auf rund 2 Mrd. Euro beziffern der französische Bauernverband (FNSEA) und der Dachverband der Pflanzenerzeuger (Orama) die finanziellen Verluste der Landwirte aus der diesjährigen schlechten Getreideernte. Der Bauernverband bezeichnete die Einbußen für die Landwirte als historisch. Die Verluste beliefen sich auf bis zu 50 Prozent bei der Gerste und bis zu 70 Prozent beim Hartweizen im Norden Frankreichs. Beim Weichweizen lägen sie zwischen 20 und 60 Prozent.

Laut Verbandsangaben sind nicht alle Anbauregionen im gleichen Ausmaß betroffen; besonders hoch seien die diesjährigen Ernteverluste aber offensichtlich in den Regionen Poitou-Charentes, in Zentrum-Val-de-Loire, in Burgund sowie im Norden und im Nordosten des Landes, aber auch in der Île-de-France und in der Normandie.

Als gravierend schätzen die Verbände die Folgen für die Erzeuger ein. Einige Landwirte könnten inzwischen ihre finanziellen Verpflichtungen nicht mehr erfüllen. Für viele handele es sich um den „dritten schweren Schlag“ in Folge. Es stelle sich für sie die Frage, wie man die kommende Aussaat bewältigen solle.

Die von Landwirtschaftsminister Stéphane Le Foll Ende Juli angekündigten Hilfsmaßnahmen für Getreideerzeuger hält der Bauernverband für nicht ausreichend. Zum Ende des Sommers müssten weitere Hilfen aufgelegt werden. Zugleich wies der FNSEA darauf hin, dass nicht alle Landwirte eine Ernteversicherung abgeschlossen hätten, so dass die finanzielle Situation auf den Höfen sehr unterschiedlich sei. AgE