Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

01.07.2016 - Steillagenweinbau schafft Vielfalt - das Moselprojekt

„Kinder von Aussiedlern“ kehren zurück

Koblenz. Das Rheinische Hügelfingerkraut ist in Rheinland Pfalz zu Hause. Es kommt ausschließlich an verschiedenen Standorten im Mittelrheintal, an der Untermosel und an der Ahr vor. Da es an keinem weiteren Standort in der Welt existiert, bezeichnen Botaniker die Pflanze auch als Endemit.

Da das Rheinische Hügelfingerkraut selbst in seinem natürlichen Lebensraum drastisch zurückgeht wurden schon vor Jahren einige Pflanzen in Hatzenport entnommen und in Bonn auf dem Gelände der Botanischen Gärten am Poppelsdorfer Schloss ausgesiedelt. Dort wurden sie intensiv gepflegt und ihre Vermehrung gefördert.

Nun kehrten die Nachkommen der „Aussiedler“ wieder in die Hatzenporter Hänge zurück, in den ursprünglichen Lebensraum des Rheinischen Hügelfingerkrauts: Im Rahmen des Artenvielfaltsprojekts „Steillagenweinbau schafft Vielfalt - das Moselprojekt“ wurden von April bis Mai dieses Jahres 340 Exemplare an eigens dafür ausgesuchten Stellen ausgepflanzt. Diese entsprechen in Besonnung, Bodenverhältnissen und anderen Standortfaktoren den natürlichen Wuchsvoraussetzungen der Region.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau, der das Moselprojekt durchführt, hofft auf ein gutes Gedeihen der Jungpflanzen. Die heimische Population wird damit hoffentlich wirksam verstärkt, um die Art zu erhalten.

Das Moselprojekt wird vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit im Rahmen des Bundesprogramms Biologische Vielfalt und von der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert.