Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

15.06.2016 - Zentrale Veranstaltung zum Tag des offenen Hofes

Die gesamte Familie Horst freute sich über den guten Zuspruch, den ihr Tag des offenen Hofes erfahren hat. Von links: Kurt Horst, Mathias Horst, Mechthild Horst, Lisa Horst, Janine Horst, Christine Horst und Diakon Michael Przesang.

Tausende Besucher auf dem Biogasbetrieb Horst

Düngenheim. Tausende Bürgerinnen und Bürger besuchten am vergangenen Wochenende die Zentralveranstaltung zum Tag des offenen Hofes des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau auf dem Biogas- und Ackerbaubetrieb der Familie Kurt und Mechthild Horst in Düngenheim. Auch Vertreter aus der Landes- und Kommunalpolitik zeigten sich interessiert an den Leistungen des Betriebes Horst.

In seiner Grußansprache betonte der Präsident des Bauern- und Winzerverbandes, Michael Horper, dass sich an diesem Tag 600 landwirtschaftliche Unternehmen in Deutschland der Öffentlichkeit präsentieren würden. Die Tage der offenen Höfe seien wichtige und zentrale Pfeiler der Öffentlichkeitsarbeit, da hier die Bürgerinnen und Bürger direkt mit den Betriebsleitern in Kontakt treten würden. Er freute sich auch darüber, dass zeitgleich mit dem Tag des offenen Hofes auf dem Betrieb Horst in Düngenheim der Milchviehbetrieb der Familie Heribert und Gudrun Breuer in Winringen ihre Pforten öffnen würde. Es wäre enorm wichtig, dass die Bäuerinnen und Bauern den Besuchern ihre Leistungen zeigen: „Sie produzieren nachhaltig gesunde Lebensmittel und umweltfreundliche Energien. Das ist nun einmal eine Tatsache. Die Bäuerinnen und Bauern brauchen ihr Licht definitiv nicht unter den Scheffel zu stellen“, so Horper.

Solange es den Menschen in einer Gesellschaft wirtschaftlich und gesundheitlich immer besser gehe, nehme die Entfremdung gegenüber der Urproduktion und somit zur landwirtschaftlichen Nahrungsmittel- und Energieerzeugung zu. Daher sei es immer schwieriger, die Bürger von den Leistungen der Landwirtschaft zu überzeugen. Obwohl sich immer mehr Menschen Gedanken über die Landwirtschaft machten, sei es den Tieren noch nie so gut gegangen und die Lebensmittel seien noch nie so umweltfreundlich produziert worden wie heute. Das Erneuerbare-Energien-Gesetz werde zurzeit novelliert. Horper setze sich in politischen Gesprächen dafür ein, dass die Biogasbetriebe an vernünftigen und zukunftsorientierten Ausschreibungsverfahren teilnehmen könnten. Die Besucher des „Tages des offenen Hofes“ könnten sich nun ein Bild davon machen, welche Werte vernichtet würden, wenn die Biogaswirtschaft zerstört würde.

Betriebsleiter Kurt Horst stellte den Gästen die Geschichte seines Biogasbetriebes vor. Biogas sei seit nunmehr zehn Jahren das zentrale Standbein seines Familienbetriebes. Das Unternehmen sei seither immer wieder erweitert und zukunftsfest gemacht worden. 2.500 Haushalte könnten mittlerweile mit seiner umweltfreundlich produzierten Energie versorgt werden. Darüber hinaus beschäftige er sieben festangestellte Mitarbeiter sowie viele Aushilfskräfte. Er dankte seiner Familie, seinen Mitarbeitern und allen ehrenamtlichen Helfern für die vorbildliche Organisation des „Tages des offenen Hofes“.

Landjugendvorsitzender Mathias Genn forderte die Politik auf, Verhältnisse zu schaffen, die den landwirtschaftlichen Unternehmen Perspektiven böten. Die heimischen Lebensmittel und die heimisch erzeugte Energie sollten den Verbrauchern etwas wert sein. Es sei leider so, dass die Menschen in Umfragen immer wieder ihre Bereitschaft zur Unterstützung der Landwirtschaft bekunden würden, in der Realität aber gerade bei den landwirtschaftlichen Produkten gespart werde. Die landwirtschaftlichen Familien seien „Allrounder“, die für Arbeitsplätze im ländlichen Raum sorgten. Genn appellierte daher an die Politik, sich für Rahmenbedingungen stark zu machen, die der Landwirtschaft ermöglichen würden, bis in ferne Zukunft Verantwortung für die Heimat zu übernehmen.

Kreisbeigeordneter Thomas Welter hob die Bedeutung der „Tage der offenen Höfe“ für die Bevölkerung hervor. Seien bis vor wenigen Jahren noch Kontakte der nichtlandwirtschaftlichen Bevölkerung zu Bäuerinnen und Bauern alltäglich gewesen, seien nun „Tage der offenen Höfe“ notwendig, um die Kommunikation mit der Landwirtschaft am Leben zu erhalten. Solche Tage seien gute Gelegenheiten die landwirtschaftlichen Leistungen zu präsentieren. Obwohl viele Organisationen die Landwirtschaft in negativem Licht darstellen würden, sei die Landwirtschaft noch nie so ressourceschonend gewesen wie gerade heute.

Die Landwirtschaft sei ein Motor im ländlichen Raum. Gerade der Betrieb Horst mit seinen vielen Beschäftigten zeige, wie notwendig die Landwirtschaft für die Arbeitsplätze vor Ort sei, erklärte Albert Jung, Verbandsbürgermeister aus Kaisersesch. Darüber hinaus seien viele weitere Kräfte in den vor- und nachgelagerten Bereichen von der Landwirtschaft abhängig. Ortsbürgermeister Manfred Bons wies darauf hin, dass alle zwei Jahre die „Tage der offenen Höfe“ in Deutschland durchgeführt würden. Sie trügen dazu bei, Vorurteile abzubauen. Daher seien diese Veranstaltungen von besonders großer Bedeutung für die Öffentlichkeitsarbeit. Bons werde sich auch weiter dafür einsetzen, dass der Betrieb Zukunft in der Gemeinde haben werde.

Die Betriebsleiterfamilie und die ehren- und hauptamtlichen Mitarbeiter des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau zeigten sich erfreut über den guten Zulauf während des „Tages des offenen Hofes“. Familie Horst sah sich somit in ihrer arbeitsintensiven organisatorischen Arbeit bestätigt. Die Besucher konnten sich in Betriebsführungen über die Funktionsweise und Bedeutung des Biogasbetriebes für die Gemeinde Düngenheim informieren. Ein Bauernmarkt, Kinderbelustigung und ein großes Angebot an Speisen und Getränken sorgten für Kurzweil für die Gäste jeglichen Alters.

Viele Ehrengäste aus Landes-, Kommunal- und Verbandspolitik besuchten den Tag des offenen Hofes und informierten sich im anschließenden Rundgang über die Bedeutung der Biogaserzeugung für die landwirtschaftlichen Betriebe und die umliegenden Gemeinden.