Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

07.06.2016 - Internationaler Tag der Milch

Landwirte machen über Kunstwerke auf die Milchwirtschaft aufmerksam

Kunst macht auf Milch aufmerksam

Mainz. Der Internationale Tag der Milch stand 2016 unter dem Motto „Kunst trifft Milch“. Die Milchwirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz (milag) gab zwei Graffitikunstwerke auf landwirtschaftlichen Betrieben in der Nähe stark befahrener Straßen in der Eifel und der Westpfalz in Auftrag. Die Graffitikünstler Dave Bonzai und Carl Kenz erstellten ihre Bilder auf den Betrieben der Familien Bormann in Biesdorf in der Eifel und Müller in Matzenbach in der Pfalz.

Anlässlich der Vorstellung der Kunstwerke in Mainz freute sich der Vorsitzende der milag und Präsident des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau, Michael Horper, über die regional große Resonanz: „Die Kunstwerke werden angenommen und intensiv diskutiert. Man spricht wieder über die Milchwirtschaft und die Landwirtschaft. Das braucht der Berufsstand und das kann nur gut für uns und die Milchwirtschaft sein.“ Graffiti könne eine Brücke zwischen der Stadt- und Landbevölkerung schlagen. Horper dankte den Landwirten, die bereit gewesen seien ihre Silo- und Güllebehälterwände hierfür zur Verfügung zu stellen.

Präsident Horper sprach über die schwierige finanzielle Situation vieler landwirtschaftlicher Betriebe, insbesondere in der Milchviehhaltung. Weggebrochene Exporte, eine hohe Produktion sowie eine weltweite Rezession hätten zum augenblicklichen Preisverfall bei der Milch geführt. Es sei nun die vordringlichste Aufgabe der Politik, die noch vorhandenen Milchviehbetriebe über diese schwierige Zeit hinweg zu begleiten. Vor allem die Unternehmen, die in die Zukunft investiert hätten und deren Hofnachfolger sich für eine Übernahme ihrer Unternehmen entschieden hätten, benötigten Unterstützung. Auch die Molkereien stünden in der Pflicht und müssten mit den Erzeugern reden, um ihnen künftig attraktive Abnahmeverträge anbieten zu können. Milch dürfe nicht um jeden Preis veräußert werden. Die Molkereien dürften Milch und Milchprodukte nicht als Ramschware verkaufen. Schließlich sei Milch kein Massenprodukt, sondern ein Kulturgut. Enttäuscht zeigte sich Horper über den Milchgipfel, aber komplexen Problemen könne man nicht mit einfachen Lösungen begegnen. Es sei auch nicht richtig, dass es zu viel Milch auf der Welt gebe, vielmehr müsse die Verteilung besser geregelt werden. Auch hier müsse die Politik endlich mit Verantwortung und Engagement aktiv werden.

Staatssekretär Andy Becht vom Landwirtschaftsministerium hob die Bedeutung der Milchwirtschaft in Rheinland-Pfalz hervor: Während das wichtigste „Wein-Bundesland“ 580.000 Tonnen Wein produziere, würde die Milchwirtschaft 870.000 Tonnen Milch erzeugen. Das Image des Weins der 70er Jahre hätte schließlich vor allem in Verbindung mit Kunst und Kultur verbessert werden können. Es liege nun an den Marktbeteiligten, das Image der Milch in ähnlicher Weise zu verbessern, um hieraus wirtschaftlich Kapital schlagen zu können. Becht sagte zu, die Landwirtschaft zu unterstützen, an Lösungen mitzuarbeiten und alles in seiner Macht stehende zu mobilisieren, um die augenblickliche Krise schnellstmöglich zu überwinden. Dabei sei ein nüchterner Blick auf die wirtschaftlichen Fakten angebracht. Schließlich gebe es auf dem Markt nicht zu viel Milch, sondern diese müsse besser an die Verbraucher herangeführt werden. Immerhin werde die Weltbevölkerung weiter rasant zunehmen.

Dr. Norbert Wirtz, Geschäftsführer der milag, erläuterte die Kunstwerke der Künstler Bonzai und Kenz. Er dankte den Landwirtsfamilien Müller und Bormann, die Flächen an ihren Silo- und Güllelagern bereitgestellt hätten.

In einem Video, das hier eingesehen werden kann, sind die Arbeiten der Künstler dokumentiert und die Projekte werden kurz erläutert.