Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

06.06.2016 - FAO über die Situation der Weltagrarwirtschaft

Agrarprodukte am Weltmarkt wieder teurer

Rom. Der seit Jahresbeginn zu beobachtende Anstieg der Weltmarktpreise für landwirtschaftliche Erzeugnisse hat sich im Mai weiter fortgesetzt. Wie die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) am vergangenen Donnerstag (2.6.) mitteilte, legte der von ihr berechnete Preisindex über alle erfassten Warengruppen hinweg gegenüber April um 2,1 Prozent zu. Im Vorjahresvergleich war allerdings noch ein Minus von 6,8 Prozent zu verzeichnen. Mit Ausnahme der erstmals in diesem Jahr nachgebenden Preise für pflanzliche Öle, und zwar um 3,1 Prozent, konnten alle anderen Teilindizes Zugewinne verbuchen. Besonders kräftig ging es im Mai laut FAO mit den Zuckerpreisen, gegenüber April um 11,7 Prozent, nach oben - er übertraf damit auch das Vorjahresniveau deutlich, nämlich um 27 Prozent. Grund für die jüngste Preishausse waren den Marktbeobachtern aus Rom zufolge die ungünstigeren Ernteerwartungen beim weltweit zweitgrößten Zuckerproduzenten Indien sowie in China.

Fester tendierte auch der Preisindex für Getreide, und zwar um 1,6 Prozent. Als Grund dafür nannte die FAO vor allem gestiegene Mais- und Reispreise, während Weizen aufgrund der international guten Versorgungslage kaum zulegen konnte.

Der jüngste Anstieg der Schlachtschweinenotierungen in Europa aufgrund der guten Fleischnachfrage in Asien sowie das Anziehen der Exportnotierungen für nur wenig verfügbare Rinder und Schafe in Ozeanien ließen den globalen FAO-Fleischpreisindex im Mai um zwei Prozent klettern. Das Vorjahresniveau wurde damit jedoch noch um 12,1 Prozent unterschritten. Der FAO-Milchpreisindex konnte im Mai 0,4 Prozent hinzugewinnen, sich demnach aber kaum von seinem im April erreichten Mehrjahrestief lösen. Positiv vermerkten die Analysten aus Rom jedoch, dass in der zweiten Maihälfte die EU-Notierungen für Butter und Vollmilchpulver etwas gestiegen seien und sich auch neuseeländischer Cheddarkäse verteuert habe. Das Preisniveau für Milchprodukte aus dem Vorjahresmonat wurde jedoch weiterhin klar unterschritten, nämlich um rund ein Viertel. AgE