Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

04.02.2016 - Seminar über Recht und Regelungen rund um die Pferdehaltung

Umfangreiches Vortragsangebot überzeugte die Teilnehmer

Koblenz. Rund 40 Pferdehalter aus Rheinland-Pfalz informierten sich beim BWV-Seminar über privat-, versicherungs-, steuer- und tierseuchenrechtliche Fragen der Pensionspferdehaltung.

Die Pensionspferdehaltung ist heute immer öfter ein weiteres wichtiges wirtschaftliches Standbein in den landwirtschaftlichen Betrieben. Hinzu kommen „Neueinsteiger“, die ehemalige Tierhaltungsbetriebe komplett auf die Pferdehaltung umstellen. Allen gemeinsam ist, dass sie nicht nur ihre eigenen Pferde, sondern auch Pensionspferde im Stall halten, deren Besitzer, die sogenannten „Einstaller“, besondere Anforderungen an die Betriebsleiter stellen. Besondere Aufmerksamkeit erfuhr deshalb auch der Vortrag der Rechtsanwältin, Barbara Wolbeck, rund um die Ausgestaltung der privatrechtlichen Verträge mit den „Einstallern“.

Der wirtschaftliche Erfolg des Betriebszweiges Pensionspferdehaltung werde maßgeblich von der steuerlichen Ausgestaltung bestimmt, machte Steuerberater Walter Sesterhenn in seinem Vortrag deutlich. Aufgrund von Abgrenzungsschwierigkeiten zwischen landwirtschaftlicher und gewerblicher Tätigkeit und bei der Erfassung der Umsatzsteuer sei eine umfassende Beratung unerlässlich, wenn man Probleme mit dem Finanzamt verhindern wolle.

Die Teilnehmer erfuhren, dass ein umfassender Versicherungsschutz unerlässlich ist, um im Fall der Fälle abgesichert zu sein. Hierbei konnte Dr. Petra Paul auch auf die Vorteile einer Mitgliedschaft im Bauern- und Winzerverband verweisen, die es ermögliche, an einer Reihe von Rahmenverträgen des Verbandes teilzuhaben.

Anschließend berichtete Dr. Roland Labohm von der Tierseuchenkasse Rheinland-Pfalz über die Leistungen im Pferdebereich, die zum einen die Entsorgung von toten Pferden und zu anderen die Untersuchungen bestimmter Proben im Landesuntersuchungsamt einschließen. Beitragspflichtig gegenüber der Tierseuchenkasse sei derjenige, der das Tier besitze, klärte Dr. Labohm auf.

Aus dem aktuellen agrarpolitischen Umfeld berichtete die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin, Karin Bothe-Heinemann. Hier wurde u.a. auf die Problematik eingegangen, dass einige Kommunen die sogenannte „Pferdesteuer“ als Einnahmequelle entdeckt hätten. Die Mitglieder könnten auf den Bauernverband zählen, der sich gemeinsam mit anderen Organisationen gegen die Einführung einer solchen Bagatellsteuer ausgesprochen habe.

In der abschließenden Diskussionsrunde, die vom Öffentlichkeitsreferenten des Verbandes, Herbert Netter, moderiert wurde, konnten die Teilnehmer weitere Fragen stellen, die seitens der Referenten, aber auch von erfahrenen Pensionspferdehaltern aus den Reihen der Teilnehmer, beantwortet wurden.

Aufgrund der sehr positiven Resonanz bei den Teilnehmern, beabsichtigt der Bauernverband, ein solches Seminar in absehbarer Zeit nochmals anzubieten. Die Pferdehaltung ist mittlerweile ein interessanter Betriebszweig für landwirtschaftliche Unternehmen, der aber auch spezielle Kenntnisse verlangt. Es ist daher von großer Bedeutung, dass sich Pensionspferdehalter über Rechte und Pflichten informieren könnten. Darüber hinaus biete ein solches Seminar auch die Möglichkeit, sich mit Kolleginnen und Kollegen auszutauschen, die ähnlich gelagerte Strukturen und Probleme haben.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau empfiehlt, sich auf der Homepage des Verbandes www.bwv-net.de über die aktuellen Seminare und Fortbildungsveranstaltungen zu informieren.