Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau e.V.

21.03.2016 - Abmahngefahr bei Homepages und Online-Shop bannen

Zahlreiche Bauern und Winzer informierten sich vom Dienstleistungsangebot des BWV im Zusammenhang mit der Abmahnsicherheit von Online-Shops und Homepages. (Nicht alle Teilnehmer abgebildet)

BWV informiert über alte und neue Anforderungen an die Betreiber von Homepages

Koblenz. Es gibt kaum ein Tätigkeitsgebiet, in dem Bauern und Winzer mehr auf aktuelle Anforderungen von Rechtsprechung und Gesetzgebung achten müssen als im Bereich des Wettbewerbs- und Internetrechtes. Mehrmals jährlich führen Meldungen über Abmahnwellen für Betreiber von Homepages und Internet-Shops dazu, dass besorgte Mitglieder bei den Geschäftsstellen vorstellig werden und Hilfe bei der Gestaltung der eigenen Internetauftritte suchen.

So gab es auch im bisher noch jungen Jahr 2016 bereits zwei Ereignisse, die die Aufmerksamkeit der Betreiber von Homepages und Internetshops verlangen und die Änderungen nach sich ziehen, um gegebenenfalls sehr kostspielige Abmahnungen zu vermeiden.

Der Bauern- und Winzerverband Rheinland-Nassau hat im Rahmen seines Seminarprogramms Anfang März 2016 eine Fachveranstaltung zu diesem Thema durchgeführt. Neben Informationen zu den neuen Fördermöglichkeiten für Winzer, die durch den Weinbaureferenten des Verbandes, Gerd Knebel, vorgestellt wurden, sowie Erläuterungen über das Serviceangebot des Bauern- und Winzerverbandes Rheinland-Nassau durch Versicherungsreferentin Dr. Petra Paul, standen die Ausführungen von Rechtsanwalt André Nienhaus im Mittelpunkt der Veranstaltung. Ein fachlich hochinteressiertes Publikum folgte den Ausführungen des Fachanwaltes für IT-Recht, der auf die besonderen Anforderungen, insbesondere im Bereich der Gestaltung von allgemeinen Geschäftsbedingungen und Datenschutzerklärungen, einging. Im Rahmen eines mit dem BWV Rheinland-Nassau abgeschlossenen Kooperationsvertrages können die Mitglieder gegen ein geringes monatliches Entgelt ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen und die Datenschutzerklärungen mit einem online-gestützten System jederzeit auf dem aktuellen Stand halten und so Abmahnungen in diesem Bereich sicher vermeiden.

Rechtsanwalt Nienhaus stellte die technischen Möglichkeiten dar, bei der individuelle, auf den jeweiligen Betrieb zugeschnittene allgemeine Geschäftsbedingungen nach einem Baukastenprinzip erstellt und dem Winzer dann in dem Augenblick, in dem ein Kunde diese auf der Homepage des Direktvermarkters anklickt, zur Verfügung gestellt werden. Dieses System hat den Vorteil, dass notwendigen Änderungen, die sich aus Rechtsprechung oder Gesetzgebung ergeben, die Textbausteine auf den Servern des Kooperationspartners lediglich einmal geändert werden müssen und fortan ab der nächsten Sekunde allen Teilnehmern des Kooperationsangebotes zur Verfügung stehen. Diese Aktualität ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber anderen Systemen, bei denen allgemeine Geschäftsbedingungen zu einem bestimmten Stichtag erstellt werden, wobei allerdings die notwendige Pflege ein wachsames Auge des Direktvermarkters verlangt. Die Sorge, alle zur Verfügung stehenden Informationsquellen laufend sichten zu müssen, um auf drohende Abmahnungen reagieren zu können, wird ihnen durch das automatisierte System abgenommen.

Jürgen Hoffmann vom BWV Rheinland-Nassau stellte schließlich sein Konzept eines abmahnsicheren Internet-Shops vor. Dieses System beruht auf der, vielen Winzern bekannten, Weinbausoftware „winitas“. Durch eine unkomplizierte Übernahme der bei den Winzern bereits gespeicherten Daten, können diese in einem Online-Shop aufbereitet und dem Endverbraucher zur Verfügung gestellt werden. Sowohl der Bestellvorgang als auch die Abwicklung sind weitgehend automatisiert und geben dem Winzer mehr Freiräume für andere wichtige betriebliche Tätigkeiten.

Viele intensive Diskussionen zwischen den Teilnehmern und Referenten zeigten, dass der BWV Rheinland-Nassau mit seinem Seminarthema ein wichtiges Praxisfeld - vor allem der Winzer und Direktvermarkter - aufgegriffen hat. Dr. Paul zeigte sich abschließend zuversichtlich, mit dem bereits laufenden Angebot der „AGB on demand“ sowie der automatisierten Erstellung einer Datenschutzerklärung in Zukunft auch weitere Leistungen für die Winzer anbieten zu können. Kurzfristig sollten zusammen mit Rechtsanwalt Nienhaus weitere Angebote für die Mitglieder zur Verfügung gestellt werden, damit die vorhandenen Homepages und Online-Shops auf deren Abmahnsicherheit zu besonderen Konditionen überprüft werden könnten.